Zsigmondyspitze, 3089 m

Als unersteigbar galt dieses schroffe Felshorn unter den Zillertaler Bergführern, bis es die beiden ohne die Hilfe von Bergführern steigenden Studenten Emil und Otto Zsigmondy trotz verschneitem und vereistem Fels 1879 über seine heikle Westwand eroberten. Die heutige Normalroute über die Südwestwand wurde erst später häppchenweise gefunden. (Autor: Richard Goedeke)
5 km
1770 m
5.00 h
Von der Berliner Hütte Steig zum Schwarzsee. Daran vorbei, noch kurz dem Steig zur Mörchnerscharte folgen, dann jedoch in nördlicher Richtung hinauf bis kurz vor die Melkerscharte. Nun rechts (O) über Blöcke und Schutt oder Firn zur rechts des Berges eingeschnittenen Feldscharte (2909 m, 2–3 Std.). Den ersten Aufschwung des Südgrates links umgehen, dann am gut gestuften Grat hinauf, einen Steilaufschwung links umgehen und am Grat weiter zu einem ebenen Absatz unter einem zweiten, höheren und schwierigeren Steilaufschwung. Hier nach links das breite grasige Band (Steigspuren) abwärts in die Südwestflanke verfolgen, eine kleingriffige Platte queren (III) und weiter, bis nach insgesamt 100 Metern vom Südgrat gut gegliederter Fels schräg rechts wenig ansteigend zurückführt zum Südgrat. Daran griffig zum Gipfelaufbau. Hier nach rechts (»Floitentritt«, III-) und in blockiger Rinne zum Gipfel.

Hochtour
3000er Gipfeltour

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour5 km
Höhenunterschied1770 m
Dauer5.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktBerliner Hütte
EndpunktZsigmondyspitze
TourencharakterNachdem Emil Zsigmondy 1885 beim Versuch der Erstbegehung der Meije-Südwand abgestürzt war, wurde der ursprünglich »Feldkopf« genannte Berg zu seinem Gedenken umbenannt. Der schwierige Nordwestgrat (»Lammergrat«) gelang 1891 dem damals abenteuersüchtigen Eugen Guido Lammer und dem Elbsandsteinpionier Oskar Schuster.
Hinweise
Siehe Tour 106 in Karte.
KartentippAV-Karte 1 - 25000, Blätter 35/1 und 35/2 Zillertaler Alpen, West und Mitte; für Aufstieg von Süden: Tabbaco 1:25000, Blatt 036 Sand in Taufers.
GastronomieBerliner Hütte (2042 m, DAV Berlin, 181 Schlafplätze, Winterraum, bew. Pfingsten–Sept., Tel. 0043/5286/5223). Jausenstation Großstallhof (in der Tabacco-Karte »Großstahlhof«, 1200 m). Schwarzensteinhütte = Rifugio Vittorio Veneto (2923 m, CAI Vittorio Veneto, 70 Schlafplätze, bew. Juli–Sept., 0039/0474/ 671160).
Tipps
Aussicht. Im Süden gegenüber auf dem Präsentierteller der Hauptkamm.
Informationen
Schwierigkeit. Insgesamt AD– (ziemlich schwierig), mit Kletterstelle III (mittlere Schwierigkeit), oft II (mäßig). Mühen: Zur Hütte 700 mH (3 Std.), Zustieg 870 mH (2–3 Std.), Kletterroute 200 mH (1–2 Std.). Gefahren: Kletterei in festem Fels, kaum objektive Gefahren. Freuden: Für die moderate Kletterschwierigkeit verblüffend luftige Genusskletterei an einem geschichtsträchtigen Stück Berg.
Höchster Punkt
Zsigmondyspitze, 3089 m
Unterkunft
Berliner Hütte (2042 m, DAV Berlin, 181 Schlafplätze, Winterraum, bew. Pfingsten–Sept., Tel. 0043/5286/5223). Jausenstation Großstallhof (in der Tabacco-Karte »Großstahlhof«, 1200 m). Schwarzensteinhütte = Rifugio Vittorio Veneto (2923 m, CAI Vittorio Veneto, 70 Schlafplätze, bew. Juli–Sept., 0039/0474/ 671160).
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