Zettenkaiser (1968 m)

Nicht zu unterschätzende, lange und anstrengende Bergtour mit vielen Kraft raubenden Gegenanstiegen. Absolute Trittsicherheit, Schwindelfreiheit und Klettergeschick sind unerlässlich. Teilweise arg lehmiger Untergrund, auch in den Felsenbereichen, was etliche Kletterstellen (teilweise II) – vor allem bei Nässe – ziemlich anspruchsvoll und gefährlich macht. Am stark ausgesetzten Gipfelgrat findet sich solider und griffiger Fels. Vorsicht auf Steinschlag! (Autor: Siegfried Garnweidner)
Vom kostenpflichtigen Parkplatz und dem Bushalteplatz am frühen Morgen vom Unterbichlhof auf der Asphaltstraße nach Norden durch Bichl hinauf. Dann nach rechts auf den markierten und beschilderten Wanderweg abzweigen, der neben dem Weidezaun im Wald Richtung Walleralm ansteigt. Beim Bachgraben dreht der Weg links ab und führt nun deutlich steiler nach Nordwesten im Wald dahin. Nach etwa einer Viertelstunde Gehzeit wird ein Weg gequert und es geht in der gleichen Richtung weiter. Schließlich kommt man zu einem Fahrweg und folgt ihm durch den Laubwald. Die Straße fällt etwas ab, stößt auf einen Fahrweg, dem man nach rechts folgt, und der später noch einmal etwas bergab führt. Nach einer ausholenden Linkskurve zweigt an beschilderter Stelle nach rechts ein Bergweg ab. Auf ihm Richtung Walleralm weiter. Anfangs geht es auf felsigem Wurzelweg durch dichten Christrosen-Wald, nach dem Weidezaun über freie Wiesen und zu einem Fahrweg. Auf ihm gegen Nordosten weiter, wobei man auf einer Wegspur eine weite Straßenkehre abkürzen kann, bis schließlich die Walleralm erreicht ist. Beim Gasthaus am oberen Rand der Walleralm die Straße verlassen und gegen Nordosten ansteigen (aufpassen, dass man nicht auf den Weg gerät, der rechts abzweigend über die Hochat zur Steiner Hochalm führt). Auf knapp 1250 m Höhe dreht der Weg rechts ab und führt in den Wald hinein, wo er über felsigen und bei Nässe rutschigen Untergrund nach Osten weiterführt. Bald geht es in ausgedehnte Lichtungen und knapp an das Kreuz des Hochegg heran. Nun nach Nordosten in längerem, moderatem Abstieg zur Steinbergalm, wo auch die Kaindlhütte steht. Noch vor der Kaindlhütte rechts abzweigen und der Beschilderung zum Scheffauer folgend nach Südosten über einen felsigen Wiesenhang weiter. An einem markanten Felsenriegel sich links haltend vorbei, bei der ersten Wegverzweigung geradeaus (Schild Zettenkaiser) und bei der zweiten nach rechts gehen. Am Kleinen Friedhof vorbei, in dem grobe Felsenblöcke von markanten Felsenwänden abgestürzt sind. Auf einer steilen, stellenweise unangenehmen Wegspur neben einem langen Felsenriegel entlang nach Südwesten stramm hinauf und in ein kleines Schartl. Der Markierung folgend dort rechts abdrehen und bald nach links rund 20 Höhenmeter in ein tristes Kar (Bauernfriedhof) hinunter. Den Bauernfriedhof queren und auf der gegenüberliegenden Seite einer der etwas verwirrend markierten Routen steil hinauf folgen. Dieser an sich nur mit I zu bewertende Anstieg wird durch den lehmigen Untergrund deutlich anspruchsvoller und nach Regenwetter extrem rutschig. Wieder kommt man in eine Scharte, die man über ein Felsenhindernis nach links verlässt. Diese Stelle ist wohl mit II zu bewerten, doch bei Nässe wird sie sehr anspruchsvoll und gefährlich. Wer sich dort nicht hinauftraut, kann durch eine Latschengasse geradeaus etwas absteigen, muss dann links abdrehen und in eine breite, steinige Rinne wechseln. Durch sie beherzt hinauf (Vorsicht: Steinschlag) und nach rund 30 Höhenmetern nach links auf einem Wildwechsel durchs Latschenbuschwerk zur markierten Anstiegsroute hinüber. Auf ihr lange sehr steil nach Süden durch Felsenrinnen und Latschengassen am Riegersteig hinauf, bis der zackige Gipfelgrat des Zettenkaisers erreicht ist. Zwischen markanten Felsentürmen links halten und in luftiger Kletterei am langen Grat zu einem Vorgipfel und von ihm zum Gipfelkreuz hinauf.
Abstieg.
Der Rückweg verläuft auf der Anstiegsroute.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour7 km
Höhenunterschied1580 m
Dauer9.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktBichl am Ostufer des Hintersteiner Sees (892 m)
EndpunktBichl am Ostufer des Hintersteiner Sees (892 m)
TourencharakterAm Zettenkaiser holt der Wilde Kaiser auf seiner Westseite erstmals richtig Schwung: und das mit einem schroffen Felsenszenario gleich recht gehörig. Auf dem langen, zackigen Gipfelgrat sind deshalb nur wenig Bergsteiger anzutreffen. Kletterer dagegen relativ häufig, denn sie finden in diesem Kaiserteil recht interessante Routen.
Beste Jahreszeit
KartentippAlpenvereinskarte 1:25000, Blatt 8 (Kaisergebirge)
MarkierungenIm Talbereich Wegtafeln, dann rote Markierungspunkte, die allerdings streckenweise etwas verwirrend sind
VerkehrsanbindungMit dem Auto von Scheffau dem Wegweiser folgend Richtung Hintersteiner See auf steiler, aber guter Bergstraße; Linienbusverbindungen ab St. Johann, Kufstein oder Wörgl nach Scheffau
GastronomieZwei Jausenstationen und ein Gasthaus auf der Walleralm; Kaindlhütte
Tipps
Auch als Zweitagestour. Diese stramme Tour eignet sich keinesfalls für Kinder. Wer sich den Gewaltmarsch an einem Tag nicht antun will, sollte in der Kaindlhütte übernachten.
Höchster Punkt
Zettenkaiser, 1968 m
Unterkunft
Kaindlhütte
Tourismusbüro
Scheffau am Wilden Kaiser, Tel. 0043/5358/7373; www.tirol.at/scheffau
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