Wurmtalerkopf (3228 m)

Bergwege in großer Höhe und zum Teil in absolut einsamer Landschaft, häufig Schneefelder, Aufmerksamkeit bei der Orientierung wichtig (Autor: Dieter Seibert)
24 km
1900 m
10.00 h
Über das Ölgrubenjoch zum Taschachhaus (4.30 Std.).
Wegbeginn rechts neben dem Ölgrubenbach. Durch eine Schneise ein Stück empor, dann in einer nach rechts ausholenden Schleife über die folgende, von Buschwerk überwucherte Steilstufe ins freie Almgelände. Etwas nach rechts zu einer Wegverzweigung am Unterrand der Vorderen Ölgrube. Immer auf der linken Seite im begrünten Gelände durch dieses eindrucksvolle Hochkar empor in den innersten Boden, zu dem von rechts eine Eiswand mit gewaltigen Spalten herabzieht. Über Geröll und zwischen Blockwerk über eine Stufe in den obersten Kessel und in das Ölgrubenjoch (3050 m; siehe Tipp) mit überraschendem Blick nach Osten Richtung Wildspitze.
Auf der anderen Seite nach links über einen kleinen Boden und durch eine Engstelle ins folgende Kar. Weiter hinab zu einem See etwas oberhalb der Zunge des Sexegertenferners, der etwas weiter oben wilde Eisbrüche präsentiert. Dann über »ewige« Moränenflächen und -böden ein gutes Stück talaus zum Taschachhaus (2434 m), das sehr schön auf einem Geländerücken liegt.
Besteigung des Wurmtalerkopfs (2.30 Std.).
Vom Taschachhaus etwa 50 Höhenmeter hinab, über den Sexegertenbach und schräg durch die gegenüberliegenden Steilhänge hinauf zur Wegverzweigung unter dem Mittleren Eiskastenkar. Über Gras, Schutt und Blockwerk nach Nordwesten empor, dann nach rechts unter dem Ausläufer des Eiskastenspitz-Ostgrates hindurch auf die folgenden flachen, stark welligen, blockreichen Böden des Vorderen Eiskastenkars mit einem netten kleinen See. Man überquert den Boden und steigt dann in zahllosen Serpentinen über den sehr steilen Schutthang zum Ostgrat unseres Gipfels hinauf. Über den Schutt- und Trümmergrat auf den 3228 Meter hohen Wurmtalerkopf, auf dem eine Biwakschachtel thront.
Abstieg (3 Std.).
Kurzer Abstieg nach Norden, dann nach links über Firn ins Wurmtalerjoch (3089 m). Nach Westen über die Stufe hinab ins trümmerreiche, innerste Wurmekar. Rechts um den eigenartigen, blockgefüllten Kessel herum, Abstieg über sehr schöne Mattenböden – vor einem die Eiswand der Blickspitze (3454 m) – und weit hinab, bis das Gelände zum Gepatschsee hin abbricht. Bei der Verzweigung links und fast eine Stunde lang quer durch die immer wieder äußerst steilen, teilweise felsigen, überwucherten Hänge zur Straße knapp unterhalb des Gepatschhauses.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour24 km
Höhenunterschied1900 m
Dauer10.00 h
Schwierigkeit
StartortFeichten (1287), einzige Gemeinde des Kaunertals, auf schmalem, aber langgestrecktem Wiesenboden gelegen, eindrucksvolle Felsbergkulisse
AusgangspunktKleiner Parkplatz (1910 m) unmittelbar nach dem Gepatschhaus
EndpunktWie Ausgangspunkt.
TourencharakterIm Kaunergrat, dem gewaltigsten der drei Ötztaler Nordkämme, stehen zwei Dutzend formschöner Felsgipfel mit der Watzespitze (3533 m) als Königin. Zwischen diesen Größen wirkt der aus Schutt, Blockflanken und Schnee bestehende, immerhin 3228 Meter hohe Wurmtalerkopf eher bescheiden. Und doch vermittelt er eine der eindrucksvollsten Touren in diesem Gebirge, vorausgesetzt man schätzt stilles, ursprüngliches Bergland und begeht unsere relativ »aufwendige« Rundtour. Wer es bequemer haben will, fährt von Mandarfen im Pitztal mit der Bahn zum Riffelsee hinauf und wandert durch das recht lang gestreckte Riffeltal in knapp vier Stunden zu diesem Ziel. Doch das wäre schade, denn so würde man den Großteil der eindrucksvollen Region nicht kennen lernen.
Zu den besonderen Eindrücken gehören zwei unterschiedliche Ausblicke auf die Wildspitze (3768 m) mit ihren weiten Gletscherfeldern. Aus der Nähe kann man zudem die Eisbrüche am Sexegertenferner bewundern, bei einem Abendspaziergang zusätzlich jene so eindrucksvolle Eiswelt des Taschachferners. Und beim Abstieg vom Wurmtalerkopf nimmt einen das Weltabgeschiedene gefangen. Im Wurmetal begegnet man außer ein paar Bergwanderern allenfalls gelegentlich einem Hirten oder einem Jäger. Dabei ist die Landschaft großartig - mit Gletscherschliffen, schönen Rasenpolstern, kleinen blauen Augen und dem Blick auf die von Spalten zerrissene Eiswand an der Blickspitze (3454 m).
Hinweise
Siehe Tour 16 in Karte.
KartentippAV-Karte, Ötztaler Alpen, Blatt 30/2 (Weißkugel)
VerkehrsanbindungVon der zum Reschenpass führenden Straße im Oberinntal in Prutz links ab und durch das Kaunertal über Feichten zum Gepatsch-Stausee, an seinem Ufer weiter nach Süden und über eine Stufe zum Gepatschhaus (Maut)
Tipps
Hintere Ölgrubenspitze. Erfahrene werden die Rundtour mit einem Abstecher auf diesen 3296 m hohen Gipfel »anreichern«. Dort gibt es zwar keinen richtigen Steig, doch die Gipfelaspiranten haben deutliche Spuren in das geröllreiche, teilweise blockige oder leicht felsige Gelände getreten. Vom Ölgrubenjoch (siehe rechts) über Geröll zum Firn und nach links zum nächsten Geröllfleck. Über die Rippe links auf die Hintere Ölgrubenspitze (3296 m) mit hervorragendem Panorama und Blick tief hinunter auf den Gepatschferner, den größten Gletscher Tirols.
Unterkunft
Taschahaus (2324 m), DAV, 125 Schlafplätze, Tel - 05413/83 39

Lust bekommen? Noch mehr Touren finden Sie in unserem Buchtipp:

Dieter Seibert

Leichte 3000er in den Ostalpen

50 hochalpine Touren über Wege und Steige zwischen Verwall und Dolomiten. Mit Karten, Piktogrammen und detaillierten Routencharakteristiken.

Jetzt bestellen
Mehr zum Thema