Wo das Wallis (fast) italienisch ist

Abwechslungsreiche Wanderrunde über und in der Gondoschlucht, bei der man die Nähe Italiens fast auf Schritt und Tritt spürt. Extrem steil und im Hochsommer entsprechend schweißtreibend der Anstieg, Straßenhatscher hinunter zur Alten Kaserne, spannend dann das Finale auf dem neu angelegten Klammweg. (Autor: Eugen E. Hüsler)
Der lange, steile Anstieg startet in der großen Straßenkehre oberhalb von Gondo (960m). Einen mächtigen Felsriegel umgeht das nur sparsam markierte Weglein links, dann windet es sich in kurzen Kehren bergan. Nach etwa einer Stunde ist Presa Bruciata (1358m) erreicht; von der kleinen Terrassenlaube vor dem stattlichen Haus genießt man einen packenden Tiefblick nach Gondo. Der Fortsetzung des Weges führt in einen tiefen Graben, quert dann hinaus zu den teilweise verfallenen Bergweiden von Presa Cima (1601m). Hier links und angenehm schattig hinauf gegen die abweisenden Felsabbrüche unterhalb der Almen von Alpjerung und Corwetsch. Der Weg findet den Durchschlupf in einem steilen Graben und peilt dann die Alphütten von Corwetsch (2024 m; 3:15Std.) an.
Der Abstieg folgt kurz einem Geländesporn, läuft dann mit einer Suone am oberen Rand einer Felsschlucht hinüber zu den Wiesen von Piäneza (1862m), wo im Sommer Eringerkühe weiden. An der Weggabelung geht es nach rechts und über den bewaldeten Hang bergab nach Alpje (1603m; 4Std.). In dem weiten, flachen Boden stößt man auf die asphaltierte Zufahrt, die aus dem wilden Graben der Gondoschlucht heraufkommt. Sie mündet bei der Alten Kaserne (1157m; 5:15Std.; Museum) in die breite Passstraße.
Auf einer eleganten Hängebrücke kommt man zum neu angelegten Klammweg am rechten Ufer der Doveria. Er führt flussabwärts erst zum Hohsteg, einer malerischen Engstelle mit blank gescheuerten weißen Felsen (Passerelle). Neben der in Galerien verlaufenden Straße geht es weiter zur alten Festung Gondo, die an einer weiteren Engstelle das Tal abriegeln sollte. Über einen Metallsteg erreicht man den Eingang zur Festung. Ein langer Stollen führt ins Bergesinnere, wo sich Unterkünfte und Stellungen verbergen (Besichtigung möglich; Infos bei Simplon Tourismus). Wieder am Tageslicht, steigt man ab zum Bach. Ein weiterer Eisensteg leitet ans linke Ufer und hinauf zur Autostraße. Links von ihr spaziert man zurück zum Ausgangspunkt der Runde (6:30Std.).

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour15 km
Höhenunterschied1360 m
Dauer6.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktParkplatz (960m) in der großen Kehre der Simplonstraße oberhalb von Gondo.
EndpunktWie Ausgangspunkt
TourencharakterGleich hinter dem Grenzdorf Gondo (855m) beginnt Italien, und das merkt man auch auf dieser Wanderrunde, die hinaufführt zu den Almen unter dem Monte Leone (3553m).
Der hat ebenfalls einen italienischen Namen, wie die Bergweiden am Weg zur Alp Corwetsch: Bruciata, Pioda, Cima. Sie gehören heute noch Familien aus der Piemonteser Nachbarschaft, wurden allerdings schon längst aufgegeben. Erhalten blieben teilweise die kunstvoll angelegten Wege, mit Steinplatten belegt, wie man es aus den Valli d'Ossola kennt.
Inzwischen sind im Umfeld der Maiensäße ausgedehnte und fast hüfthohe Brennnesselfelder gewachsen. Das bekommt recht schmerzhaft zu spüren, wer hier in kurzer Hose unterwegs ist, denn der Weg wird nur recht wenig begangen: 1100Höhenmeter in einem Zug, das ist nicht jedermanns Sache. Als Entschädigung für die Mühen winken packende Landschaftseindrücke: schwindelnde Tiefblicke in den monumentalen Graben der Gondoschlucht, den man zum Abschluss der großen Runde durchwandern wird.
Unterhalb von Corwetsch, beim Abstieg, folgt der Weg kurz einer alten Suone, und über dem weiten Boden von Alpje stiebt ein mächtiger Wasserfall herab, gespeist vom Gletscher unter dem Monte Leone.
Beste Jahreszeit
KartentippLandeskarte der Schweiz 1:50000, Blatt 274 T »Visp«; Landeskarte der Schweiz 1:25000, Blatt 1309 »Simplon«
MarkierungenWeiß-rot-weiß, gelbe Wegweiser
VerkehrsanbindungGondo liegt an der Südostrampe der Simplonstraße (Brig–Simplonpass–Domodossola). Ein Postbus fährt über den Pass, Halt direkt beim Parkplatz.
GastronomieUnterwegs keine
Tourismusbüro
Simplon Tourismus, 3907 Simplon Dorf; Tel. 027/9 791701, Fax 9 7914 07, info@simplon.ch, www.simplon.ch

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