Winnebachseehütte

Der Hüttenzuweg fällt zwar etwas lang, aber nicht schwierig aus. (Autor: Siegfried Garnweidner)
8 km
800 m
4.00 h
Hüttenzustieg.
Von Gries auf der Asphaltstraße nach Winnebach und auf einer steilen Fahrrampe in Kehren zum Wald hinauf. Auf der Höhe von 1830 Metern zweigt der markierte Wanderweg von dieser Rampe links ab und beschreibt zwei Kehren, um dann mäßig steil im lichten Wald hoch über dem wilden Winnebach nach Nordosten anzusteigen. Der Wald endet auf 2000 Metern Höhe und dort steht im Latschenbuschwerk das 2000-Meter-Bankl. An ihm vorbei geht es durch triste Geröllhänge dahin. Der Weg schlängelt sich in zwei ausholenden Kehren zu einem mächtigen Absatz hinauf, neben dem der Bach herabstürzt. Dann führt der Bergweg über glatt geschliffenen Felsen an einer Hütte auf 2177 Metern vorbei und gering ansteigend taleinwärts. Hinter dem Marterl bei einer Hangkante dreht er links ab und steigt neben dem Bach zur Winnebachseehütte an.
Auf den Gänsekragen.
Mit einem wirklich spannenden Weg wartet der Gänsekragen (2914 m) auf, der sich gleich über der Hütte erhebt. Von der Bank am Gänsekragen, die schon bei meinem ersten Besuch im Jahr 1966 an derselben Stelle stand, ist heute nur noch die etwas morsche Lehne vorzufinden. Schade, denn wer die großartige Rundumsicht von diesem freien Gipfelziel wirklich auskosten will, war mit dieser Bank recht gut bedient. Wenn das Wetter gut und der Gipfelwind nicht zu kräftig ist, tut es auch ein Blockfelsen für die Rast. Die Schau wird von den Fels- und Eisriesen der Stubaier und Ötztaler Alpen geprägt und gewährt viele interessante Einblicke.
Der Gipfelanstieg fällt anfangs noch leicht aus, wird aber immer ausgesetzter und auf längeren Strecken zu einer leichten Kletterei (I+). Trittsicherheit, Schwindelfreiheit und Ausdauer sind deshalb unerlässlich. Beim langen, felsigen Gipfelanstieg ist exakt auf die roten Markierungszeichen zu achten, denn im unübersichtlichen Gelände kann man sich leicht versteigen und dann wird's am Gänsekragen grimmig.
Für die strammen zusätzlichen 570 Höhenmeter zu dem fast dreitausend Meter hohen Gipfel ist mit fast 2 Stunden und herunter mit einer guten Stunde zu rechnen.
Von der Hütte muss man erst einmal nach Süden abzweigen und der Wegtafel zum Gänsekragen folgen. Der gute Bergpfad führt nun unter der Materialseilbahn hindurch und durchquert dann gering ansteigend den weiten, freien Hang gegen Westen. Dabei geht es durch etliche labile Hangreißen, um eine Felsenkante herum und schließlich rechts.
Der markierte Steig schlängelt sich nun in vielen engen Kehren kurz gegen Norden, dann gegen Nordwesten steil hinauf und führt allmählich in Schrofengelände hinein. Bis zum Gipfel ist es dann in leichter Kletterei etwas luftig. Man kommt westlich des Gipfels an eine breite Rinne heran, dreht rechts ab und steigt im groben Blockwerk das letzte Stück zum Kreuz auf.
Entlang der Aufstiegsroute geht es zurück zur Hütte und weiter ins Tal.

Dauer: Auf: 2 1/2 Std. Ab: 1 3/4 Std.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour8 km
Höhenunterschied800 m
Dauer4.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktGries im Ötztal (1569 m)
EndpunktWie Ausgangspunkt.
TourencharakterSchon der Hüttenzuweg verspricht – wie die Hütte selber auch – ein tiefgreifendes Bergerlebnis mit Ausblicken auf zahlreiche Gletscher. Dafür muss man allerdings akzeptieren, dass man, gerade in der Ferienzeit, nicht allein am Weg ist. Etwas ruhiger sind die benachbarten Gipfel, die allerdings meist über spaltengefährdete Gletscher verlaufen. Das hier vorgestellte Gipfelziel birgt solche Risiken nicht.
Beste Jahreszeit
KartentippKompass Wanderkarte 1:50000, Blatt 43 (Ötztaler Alpen)
VerkehrsanbindungMit eigenem Fahrzeug oder Linienbus von Längenfeld im Ötztal auf gut ausgebauter, breiter, aber kurvenreicher Bergstraße nach Gries im Ötztal hinauf
Tipps
Kurzweil für die Kleinen. Kinder ab 9 Jahre kann man bis zur Winnebachseehütte mitnehmen. Ich habe sogar mal eine Familie beobachtet, die für ihren Nachwuchs einen Fußball mit hinaufgeschleppt hat. Empfehlung: Das kann man sich sparen, denn auf der Winnebachseehütte gibt es (noch) keinen Fußballplatz.
Informationen
Hüttensteckbrief. Höhe: 2361 m, Erbaut: 1901, DAV Sektion Hof, Bewirtschaftet: von Mitte Juli bis Mitte Oktober und für Skitourengeher von Anfang März bis Anfang Mai, 8 Betten, 40 Lager (+ 3 Notlager), offener Winterraum, Telefon: +43(0)5253/5197, www.alpenverein-hof.de.
Tourismusbüro
Gries im Ötztal, Tel.: +43(0)5253/5103; www.tirol.at/gries.laengenfeld
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