Windmühlen am Schmollensee

Bequeme Wald- und Aussichtswanderung auf Wegen und Pfaden jeglichen Belags. (Autor: Bernhard Pollmann)
19 km
290 m
5.00 h
Der Rundwanderweg rund um den Schmollensee ist einer der landschaftlich schönsten Wanderwege auf Usedom, hat jedoch einen Haken: Das Straßenstück zwischen Pudagla und dem Bahnhof Schmollensee der Usedomer Bäderbahn zählt zu den gefährlichsten auf Usedom und kann weder zum Wandern noch zum Radwandern empfohlen werden. Dieses Stück muss man mit dem Bus überbrücken. Wir starten an der Bushaltestelle in Pudagla: Vom Parkplatz an die Durchgangsstraße tretend, gehen wir kurz links hinab (Alternative: Man kann nach wenigen Metern rechts gehen und über den Glaubensberg abkürzen, siehe Tour 17) und zweigen unten rechts in die erste Straße ab. Kaum hat man die Straße verlassen, beginnt die Idylle. Geht man bei den Häusern kurz links, gelangt man an eine Sitzbank mit wunderbarem Blick auf den Schmollensee. Hinter den Häusern führt der nun teils grasige, teils sandige Weg geradeaus über den Schmalen Hals, eine in den Schmollensee hineinragende Landzunge (gelbe Markierung). Mehrere Rastplätze laden zum Verweilen ein, am dritten Rastplatz lohnt bei klarer Sicht der kurze, steile Abstecher auf den aussichtsreichen Glaubensberg (siehe Tour 17). Vom Glaubensberg kehren wir zurück zur gelb markierten Route und folgen ihr rechts weiter durch die Wiesen und kurz an der Straße entlang und steigen dann links hinauf zur weithin sichtbaren Bockwindmühle von Pudagla (siehe Tour 17), werden von der gelben Markierung zum Rastplatz auf dem Fuchsberg und am Ufer des Schmollensees entlang weitergeleitet zum Ortsrand von Stoben. Hier geht es an der Kreuzung links weiter auf der Chaussee in das Kirch- und Windmühlendorf Benz. Das 200-Seelen-Dorf mit seinen in Lehmfachwerk erbauten, reetgedeckten Bauernhäusern und Scheunen liegt im Süduferbereich des Schmollensees, Mittelpunkt ist die um 1600 erbaute Kirche St. Peter mit ihrem Feldsteinturm und dem zum Teil denkmalgeschützten Friedhof, auf dem der DDR-Nationalpreis-Träger Otto Niemeyer-Holstein (1896–1984) und der Schauspieler Rolf Ludwig (1925–99) ihre letzte Ruhestätte gefunden haben. Niemeyer-Holstein erwarb 1972 von dem Geld, das er für den DDR-Nationalpreis erhalten hatte, den 1830 auf dem Mühlenberg errichteten Erdholländer und nutzte die holzbeschindelte Holländerwindmühle als Atelier für Nachwuchskünstler.
Der Platz bei der Mühle ist ein wunderschöner Rastplatz mit Blick auf den Schmollensee. Von der Windmühle folgen wir dem Pfad zurück, wenden uns an der Durchgangsstraße rechts und werden wenig später von der gelben Markierung links weitergeführt durch Grünland und Wälder in das winzige Dorf Sellin mit seinen reetgedeckten Häusern am Schmollensee. Hier folgen wir der nun grün markierten Route am Schilfgürtel des Sees entlang, ehe der Weg wieder in den Wald eintaucht und schließlich die B111 erreicht. Nach Queren der Bundesstraße schwingt die grüne Route rechts hinüber zum Wald und mündet schließlich am Rand von Bansin auf den Fischerweg, und zwar an der Stelle, an der man, wie bei Tour 20 geschildert, links durch den Wald zum Mümmelkensee gelangt (Abkürzung: durch das Portal gehen). Diesmal jedoch folgen wir dem Fischerweg bis zur Küste, schließen uns dort dem E9 an und wandern über die Steilküste und den Langenberg bis zur Verzweigung am Rollmops und noch ein kurzes Stück weiter: Dort taucht beim Campingplatz wieder unsere gelbe Schmollenweg-Rundwegmarkierung auf und leitet landeinwärts zum Bahnhof Schmollensee der Usedomer Bäderbahn.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour19 km
Höhenunterschied290 m
Dauer5.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktParkplatz an der Bushaltestelle in Pudagla an der Verbindungsstraße zwischen B111 und B110, der nächste Bahnhof der Usedomer Bäderbahn ist Schmollensee.
EndpunktBahnhof Schmollensee der Usedomer Bäderbahn.
TourencharakterDie abwechslungsreiche Wanderung längs des 515m2 großen Schmollensees führt durch die aussichtsreichen »Gebirge« der Usedomer Schweiz; dort stehen auch die beiden einzigen Windmühlen Usedoms, die Bockwindmühle von Pudagla und der Galerieholländer von Benz.
Beste Jahreszeit
KartentippRad- und Wanderkarte 1:30000 Heringsdorf/Ahlbeck/ Bansin (Verlag Grünes Herz) oder Kompass-Wander- und Radtourenkarte 1:50000 Blatt 1005 Usedom/Wollin (Kompass Kartenverlag) oder Wander- und Freizeitkarte Usedom 1:75000 (Nordland Verlag).
MarkierungenGelbe Markierung (meist Viereck, aber auch Strich und Dreieck) und namentliche Ausschilderung.
VerkehrsanbindungUsedomer Bäderbahn Stralsund – Wolgast – Ahlbeck. B111 Jarmen – Wolgast – Ahlbeck und zwischen Ückeritz und Bansin abzweigen nach Pudagla.
GastronomiePudagla.
Tipps
Kleiner und Großer Krebssee. Der von Buchenwäldern und Verlandungssäumen umgebene Kleine Krebssee östlich des Schmollensees liegt in einem Gletscherzungenbecken in einem der landschaftlich schönsten Gebiete der Zentralusedomer Endmoränenlandschaft; man erreicht ihn von unserer Wanderung aus auf der nach Sellin führenden Zufahrt. Das außergewöhnlich saubere Wasser in diesem als Naturschutzgebiet ausgewiesenen See ist eine ideale Voraussetzung für das Gedeihen seltener Wasserpflanzen. Hier wachsen Wasserschwertlilie, Blutweiderich, Wasserminze, Sumpfblutauge und Wassernabel, der Schilfgürtel am Ostufer ist Rückzugs- und Brutgebiet für Rohrammer, Drosselrohrsänger, Zwerg- und Schwarzhalstaucher, Karmingimpel, Knäkente und Rotmilan. Auch Wanderfalken und Seeadler sind an diesem See zu sichten, an dem sich außerdem Rotbauchunken und Erdkröten wohl fühlen. Nördlich des Kleinen Krebssees liegt das Angelparadies Großer Krebssee. Der See ist 40ha groß und durchschnittlich 8m tief und ein typisches Hecht-Schlei-Karpfen-Gewässer, aber auch Barsch und Aal sind hier zu Hause.
Tourismusbüro
Tourist-Information Seeheilbad Bansin, An der Seebrücke, 17429 Seebad Bansin, www.drei-kaiserbaeder.de
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