Wimbachklamm und Wimbachschloss

Leichte, äußerst abwechslungsreiche Bergwanderung: Bergwege im freien Gelände und im Wald; gute, massive Steiganlage durch die Klamm. (Autor: Gerlinde Witt)
17 km
850 m
2.00 h
Zu dieser Tour sollte man – zumindest als Autofahrer – zeitig unterwegs sein. Wer später dran ist, wird auf dem Großparkplatz an der Wimbachbrücke kaum noch eine Lücke finden, zumal hier auch Ausgangspunkt für den Zustieg zum Watzmannhaus ist.
Bei der Wanderung durch die Klamm und ins Wimbachtal ist man zur Hochsaison selten allein unterwegs. Vom Parkplatz (623 m) führt ein breiter Fahrweg (anfangs asphaltiert) zuerst leicht, später steiler ansteigend bis zu einer Wegverzweigung. Geradeaus führt der Weiterweg parallel zur Klamm empor. Nach links geht's zum Klamm-Eingang, wo Eintrittsgeld zu entrichten ist (Klamm geöffnet von Mai bis Oktober). Auf massiven Stegen geht's nun in die kühle Klamm hinein.
Mit Wucht schießt das gischtende Wasser zwischen den steilen Klammwänden dahin. Der gut gebaute Steig führt entlang an Felspartien, über die das Wasser wie Schleier über grüne Moose tropft oder in Kaskaden herunterplätschert. Eine beeindruckende Wegvariante, besonders im Frühjahr und Sommer. Am Klammende (in ca. 700m Höhe) treffen beide Wege wieder zusammen. Hier öffnet sich erstmals der Blick auf die Palfelhörner, die am südlichen Talschluss stehen. Nun führt der Weg in gleichmäßiger Steigung ohne Schwierigkeiten hinauf zum Wimbachschloss (937m). Hier ist der End-/Umkehrpunkt der Wanderung erreicht. Der Rückweg erfolgt auf dem Hinweg. Am Klammeingang besteht nun die Möglichkeit, auf dem Weg geradeaus weiterzugehen, nicht rechts, und die Klamm zu umgehen. Wer jedoch nach einer kräftigenden Brotzeit Lust verspürt, den mächtigen Geröllstrom ab dem Wimbachschloss genauer zu erkunden, der kann ein kurzes oder längeres Wegstück weiter aufsteigen in Richtung Wimbachgrieshütte (1327m). Bald wechselt der Weg hinüber auf die östliche Talseite, von wo es jetzt nur noch ein kurzes, mäßig ansteigendes Wegstück zur Hütte ist, die am Fuß des Watzmanns liegt (Anstiegszeit ab Wimbachschloss etwa 1:15Std. – Abstieg 1Std.).

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour17 km
Höhenunterschied850 m
Dauer2.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktWimbachbrücke (Schönau-Au).
EndpunktWie Ausgangspunkt
TourencharakterWimbachklamm und Wimbachtal (auch Wimbachgries genannt: Gries ist die Bezeichnung für Gesteinsschutt) zählen zu den Attraktionen der Berchtesgadener Alpen. Das zwischen Watzmann und Hochkalter durch Felsstürze nach einem Grabenbruch (beide Bergruppen hingen ursprünglich zusammen) und Gletschereinfluss entstandene Tal fasziniert durch seinen gewaltigen Schuttstrom. Infolge der harten Lebensbedingungen (Wasser versickert sofort – die Oberfläche ist nährstoffarm) gedeihen hier nur wenige Pflanzen. Eine spezielle Baumart, die sich hier behauptet, ist die bis zu 10m hohe Hakenkiefer (Spirke – »pinus mugus«, eine seltene baumförmig wachsende Form der Bergkiefer) hinter dem Wimbachschloss.
Beste Jahreszeit
KartentippTopogr. Karte Nationalpark Berchtesgaden 1:25000.
MarkierungenGut sichtbare Markierungen (Weg 421).
VerkehrsanbindungBushaltestelle (von/nach Berchtesgaden Bahnhof); PKW-Anfahrt über die B 305 von Berchtesgaden bzw. Ramsau (Parkplatz Wimbachbrücke).
GastronomieWirtshäuser Wimbachbrücke und Wirtshaus Wimbach, Wimbachschloss.
Tipps
Das Wimbachtal. Das Wimbachtal ist eine geologische Besonderheit im Nationalpark. Der Schuttstrom ist etwa 10km lang und an vielen Stellen bis zu 300m breit. Infolge des Gefälles und durch die Klimaeinwirkung (Regen, Schneeschmelze etc.) ist die Gesteinsmasse in ständiger Bewegung. Etwa 4500 Kubikmeter Gesteinsschutt werden pro Jahr als »Geschiebe« durch die am Taleingang befindliche Wimbachklamm abtransportiert. Diese entstand Ende der letzten Eiszeit, als sich das im Wimbachtal zu einem See aufgestaute Schmelzwasser einen Abfluss durch die Felsbarriere aus harten Dachsteinkalkschichten grub.
Unterkunft
Gasthöfe und Hotels in Ramsau und Schönau. Nächster Campingplatz Simonhof am Taubensee-Ramsau, Tel. 08657/284. Bei Fortsetzung der Wanderung: Wimbachgrieshütte (1237m – einfache Weglänge 4,5km; Anstiegszeit 1:15Std., Abstieg 1Std.), bew. Anf. Mai – Ende Oktober, 70 Schlafplätze, Tel. 08657/344.
Tourismusbüro
Kurdirektion des Berchtesgadener Landes, Berchtesgaden, Tel. 08652/9670, Fax 08652/967400, www.berchtesgadener-land.com; Tourist-Information Schönau, Tel. 08652/1760, Fax 08652/4050, www.koenigssee.com; Kurverwaltung Ramsau, Tel. 08657/988920, Fax 08657/772.

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