Wildstrubel

Einfache Hochtour über einen flachen und spaltenarmen Gletscher, die jedoch eine gute Kondition erfordert. Ideale Gletschertour für Einsteiger. Der Gletscher ist in der Regel ab Mitte August aper, sodass der erfahrene Tourengänger auch einen seilfreien Anstieg riskieren kann. Diese Angabe ist jedoch ohne Gewähr – man erkundige sich zuvor über die herrschenden Verhältnisse. (Autor: Eugen E. Hüsler, Markus Meier, Peter Deuble)
12 km
1858 m
10.00 h
Aufstieg zur Hütte Von der Iffigenalp zunächst – wie in Tour 7 beschrieben – dem Weg bis zu den Rawilseeleni (2490 m) folgen. Der Anstieg wird bald einmal steiler und bei P. 2552 m (von rechts Einmündung des Weges vom Rawilpass) geht es über Schutt und kleinere Felsstufen zwar steil, aber problemlos zur Wildstrubelhütte (2791 m). Wer den Hüttenaufstieg gemütlicher mag, der kann von der Walliser Seite (Montana) aus per Bahn bequem zur Pointe de la Plaine Morte schweben. Von hier auf markiertem Weg zunächst westlich am Glacier de la Plaine Morte vorbei. Mit einer kurzen Gegensteigung in die Weisshornlücke erreicht man in gut 1 Std. die Wildstrubelhütte. Dabei kann man bereits die Route über den Gletscher unter die Lupe nehmen. Zum Wildstrubel Von der Hütte geht’s zunächst in die Weiss - hornlücke (2852 m), das Schnee feld unter der Lücke ist zwar morgens gefroren, aber in der Regel gespurt. Dann auf markiertem Steig hinab, den man nördlich der Pointe de Vatseret verlässt. Durch flachen Schutt und über Schneereste betritt man knapp nördlich von P. 2774 m den Glacier de la Plaine Morte. Nicht zu weit rechts halten, denn hinter der Pointe de Vatseret breitet sich ein Gletschersee aus! Ziemlich genau in der Gletschermitte ist eine Spaltenzone zu erkennen, die in einem Rechtsbogen umgangen wird. Dahinter wieder links haltend in Richtung des Sporns, der vom Wildstrubel am weitesten in den Gletscher ragt und der bei ca. 2760 m Höhe betreten wird. Von hier den Steinmännern folgen, die Wegspuren sind zunächst noch recht spärlich, doch bereits in der Querung unterhalb der Schulter von P. 2910 m ist eine deutliche Wegspur vorhanden. Der Anstieg wird nun wieder steiler, aber die Wegspuren sind gut in Kehren angelegt und der Schutt ist weich und gut begehbar. So steht man schon bald am Lenkerstrubel (3244 m) mit seinem Gipfelkreuz. Die Rundsicht gehört zu den schönsten der Alpen. Die Walliser Alpen stehen mit ihrer gesamten Prominenz Parade und im Südwesten grüßt aus der Ferne der Montblanc. Bei klarem Wetter ist Martigny im Rhonetal erkennbar, im Osten das vergletscherte Wildstrubelmassiv, rechts davon die Gemmi, darüber die Berner Eisriesen. Sehr schön auch der Blick über die Plaine Morte mit dem Wildhorn darüber. Im Norden die voralpinen Gipfel über dem »Grünen Hochland«. Abstieg Dieser verläuft auf derselben Route – oder wie oben angedeutet – via Flueseeli zum Hotel Simmenfälle. Wer plant, den Wildstrubel über den Mittleren Gipfel zur Lämmerenhütte zu überschreiten, muss auf alle Fälle eine komplette Gletscherausrüstung mit sich führen. Im Gegensatz zum Glacier de la Plaine Morte wartet der Wildstrubelgletscher mit gefährlichen Spaltenzonen auf! Infos gibt’s auf der Lämmerenhütte – der Hüttenwart Christian Wäfler ist Bergführer und kennt den Wildstrubel wie kein Zweiter.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour12 km
Höhenunterschied1858 m
Dauer10.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktIffigenalp (1584 m) bei Lenk, Parkplätze, Bus von Lenk.
EndpunktIffigenalp (1584 m) bei Lenk, Parkplätze, Bus von Lenk.
TourencharakterWestlich von Kandersteg sind die Gipfel der Berner Alpen längst nicht mehr so hoch wie in den östlichen Gebieten. Auch die Formen sind bei Weitem nicht so spektakulär, es dominieren hier drei breit gelagerte Massive – Wildstrubel, Wildhorn und Les Diablerets. Das östlichste der drei Massive ist der Wildstrubel – kein einzelner Berg, sondern ein breit gelagertes Gebirge mit drei kurioserweise fast auf den Meter genau gleich hohen Gipfeln – dem Grossstrubel (auch Adelbodenerstrubel genannt), dem Mittleren Gipfel und dem Westgipfel, dem Lenkerstrubel. Zum Wildstrubel führen insgesamt vier oft bis sehr oft begangene Routen, drei davon über Gletscher – von der Lämmerenhütte zum Mittleren Gipfel, von der Engstligen alp zum Grossstrubel und von der Wildstrubelhütte zum Lenkerstrubel. Daneben gibt es noch einen gletscherfreien Anstieg, ebenfalls zum Lenkerstrubel. Dieser wartet jedoch mit einer beträchtlichen Höhendifferenz von über 2100 m auf und bietet als Unterkunft lediglich die nicht bewartete Flueseehütte. Wer möchte, kann den Wildstrubel zu den Simmenfällen überschreiten. Dazu verlässt man den Anstiegsweg auf einer Höhe ca. 2910 m (man kann auch schon von weiter oben auf Wegspuren direkt absteigen) und folgt den Markierungen ins Rottäli. Oberhalb des Flueseelis trifft man auf den Weg vom Tierbergsattel (siehe Tour 7). Die hier vorgeschlagene Tour ist zwar bei Weitem die einfachste Hochtour in diesem Führer und der Glacier de la Plaine Morte ist normalerweise spaltenarm. Trotzdem ist auch dieser Gletscher mit der nötigen Vorsicht und mit Seil (solange der Gletscher nicht aper bzw. mit Firnschnee bedeckt ist) zu begehen. Das Problem sind hier weniger Gletscherspalten, sondern sogenannte Gletschermühlen. Auch da kann man hineintappen. Im Hochsommer verwandelt sich die Gletscherfläche spätestens ab der Mittagszeit in einen Gletschersumpf mit vielen gurgelnden Bächen.
Beste Jahreszeit
KartentippSwisstopo 1 - 25 000, 1266 Lenk, 1267 Gemmi.
MarkierungenSAW-Wegweiser und weiß-rot-weiße Markierung bis zum Gletscher, Gletscher zwar oft gespurt, bei aperen Verhältnissen jedoch keine Spuren erkennbar. Im Gipfelbereich gute Wegspuren und Steinmänner
VerkehrsanbindungBusverbindung von Lenk, mit dem Pkw auf zum Teil geschotterter Straße von Lenk. Achtung - zeitlich geregelter Einbahnverkehr
GastronomieWildstrubelhütte, 2791 m, bewartet von Ende Juni – Mitte Oktober, Tel. +41/33/744 33 39, www.wildstrubelhuette.ch; Berghaus Iffigenalp, Tel. +41/33/733 13 33.
Unterkunft
Wildstrubelhütte, 2791 m, bewartet von Ende Juni – Mitte Oktober, Tel. +41/33/744 33 39, www.wildstrubelhuette.ch; Berghaus Iffigenalp, Tel. +41/33/733 13 33.
Tourismusbüro
Lenk-Simmental Tourismus, CH-3775 Lenk, Tel. +041/33/736 35 36, www.lenk-simmental.ch

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