Wilde Kreuzspitze (3132 m)

Bergtour ohne Felsstellen, unter dem Rauhtaljoch aber ein mäßig steiles Firnfeld bis in den Spätsommer; im Gipfelbereich steiler Schutt; ähnliche Wege beim direkten Abstieg zur Fanealm (Autor: Dieter Seibert)
17 km
1430 m
7.00 h
Zur Brixner Hütte (1.45 Std.).
Vom Parkplatz an den vielen Almhütten vorbei und auf breitem Weg durch eine malerische Schlucht aus dunklen, »marmorierten« Schiefern in das obere Tal mit seinen weiten, welligen Mattenböden. Genau nach Norden weit empor, dann über den Bach nach rechts und in einer Schleife zur längst sichtbaren Hütte (2307 m).
Durchs Rauhtal auf die Wilde Kreuzspitze (3 Std.).
Über flache, jedoch stark zergliederte Grasböden in den hinteren Talwinkel, die Pfannealm, die von den erwähnten Felszacken wie der Sandspitze (2755 m) aus Dolomit und Kalk überragt wird. Bei der Wegverzweigung links, durch einen kurzen Bacheinschnitt auf weitere Böden und ins Rauhtal. Durch das schüsselartige, relativ sanfte Hochkar (oft Schnee) ins breite Rauhtaljoch (2808 m) zwischen Blicken- und Kreuzspitze. In den südseitigen Hängen auf Schieferschutt nun wesentlich steiler zu einer Schulter im Ostgrat und weiter zum Gipfelkreuz.
Rückweg zu Wildensee und Fanealm (2.45 Std.).
Zurück ins Rauhtaljoch. Von dort über Geröll nach Süden abwärts, links am Hang entlang tiefer zu sandigen Böden und weiter bis über den erstaunlich großen, sehr reizvollen Wildensee, der in einem abflusslosen Kessel liegt. Ein gutes Stück oberhalb der Wasserfläche nach Süden, kurz in einen Geländesattel empor und drüben hinab zu den Almflächen. Dort in östlicher Richtung in dem unregelmäßigen Gelände tiefer, zur Labesebenalm (2138 m) und auf dem Fahrweg zurück zum Ausgangspunkt.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour17 km
Höhenunterschied1430 m
Dauer7.00 h
Schwierigkeit
StartortVals (1354 m), Hauptort des gleichnamigen, stillen und noch unverbauten Tales
AusgangspunktParkplatz (1720 m) kurz vor der Fanealm
EndpunktWie Ausgangspunkt.
TourencharakterViele Bergsteiger aus Deutschland und Österreich wissen nicht, dass sich auf Südtiroler Boden ein weites Massiv ausbreitet, das noch zu den Zillertaler Alpen zählt - die »Pfundererberge«. Der Hauptgipfel, die Wilde Kreuzspitze, ragt mächtig über seine Umgebung empor. Die Bezeichnung »wild« im Namen ist allerdings eher eine Schmeichelei, handelt es sich doch um eine behäbige Pyramide aus stark verwitternden Schiefern; mancher Gipfel der Umgebung zeigt ungleich schroffere Formen, etwa die aus bunten Gesteinen gebildete Sandspitze oder die rostbraune Rotwand. Bei guten Verhältnissen gehört unsere Kreuzspitze zu den einfachen Zielen. Dank der freien Lage ist die Fernsicht »grenzenlos«, so zeigen sich zum Beispiel die Dolomiten vom Rosengarten bis zu den Sextenern als endlose Zackenreihe, und das Zentralalpen-Panorama reicht von der Hochwilde in den Ötztalern bis zur Rieserfernergruppe der Hohen Tauern. Beim Abstieg kommt man am weltabgeschiedenen, erstaunlich großen Wildensee vorbei. Die geheimnisvolle Tiefe des Bergwassers beschäftigte auch den Kuraten von Vals. Wie ließ sie sich erkunden? Ein Boot konnte man doch unmöglich bis in 2550 Meter Höhe schaffen. So stieg er an einem Dezembertag 1834 in Begleitung einiger Einheimischer zu dem zugefrorenen See hinauf. Man hackte Löcher ins Eis und konnte nun die Tiefe ausloten.
Hinweise
Siehe Tour 47 in Karte.
KartentippTabacco-Karte, Blatt 037 (Pfundererberge)
VerkehrsanbindungVon der Brenner-Autobahn (Ausfahrt Brixen) nach Osten im Pustertal bis Mühlbach, von dort nach Norden 5 km nach Vals und weiter zum Ausgangspunkt
Höchster Punkt
Wilde Kreuzspitze (3132 m)
Unterkunft
Brixner Hütte (2307 m), AV Südtirol, 43 Schlafplätze, Tel. - 0472/547131

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