Wie früher: Bauernhofmuseum und Fährenmann

Einfache Wanderung auf Wald- und Wiesenwegen sowie schmalen Asphaltstraßen (Autor: Martina Gorgas)
Denn allein schon das Schwäbische Bauernhofmuseum mit seinem weitläufigen Außengelände und den alten Häusern, Höfen und Werkstätten ist einen Tagesausflug wert, mit Kindern allemal. Wer genug Kondition hat, schließt die reizvolle Wanderung in den Illerwinkel an – und überquert als Krönung die Iller mit dem Fährmann Sepp und seiner originellen Fähre – aber nur nach telefonischer Anmeldung.
Das beschauliche Dorf Illerbeuren, 12 km südlich von Memmingen, liegt direkt an der Iller und gehört zur Gemeinde Kronburg. Hauptattraktion des Ortes ist das Schwäbische Bauernhofmuseum, das zahlreiche Besucher von Nah und Fern anzieht. Dort beginnt unser abwechslungsreicher Rundweg, den Sie nach Lust, Laune und Kondition vor oder nach dem Museumsbesuch oder auch am nächsten Tag machen. Leider ist der Weg nur teilweise ausgeschildert.
Wir gehen links in die Museumsstraße und folgen dem Fußweg rechts unterhalb der Kirche. Vorbei an alten Bauernhäusern halten wir uns an die Ausschilderung Radweg Legau/Lautrach. An der Hauptstraße geht es links auf einem alten Wallfahrerweg bergauf. Der schmale Teerweg führt in lichten Mischwald, wenig später überqueren wir auf einer historischen Eisenbahnbrücke die Iller, einen Nebenfluss der Donau, der bei Oberstdorf im Oberallgäu entspringt. Kurz danach zweigen wir auf den schmalen Weg nach links ab, der über Stufen steil bergauf führt. Im weiteren Verlauf steigt der Weg sanfter an und wir wandern beschaulich im Wald. Das einzige Geräusch, das wir ausmachen, sind die zwitschernden Vögel. Nach dem ersten Wegstück, das wir uns mit Radfahrern teilen, sind wir hier ziemlich für uns und genießen die etwas verwunschene Waldlandschaft. Am Waldrand, der leicht erhöht eine steile Kante bildet, haben wir immer wieder schöne Ausblicke auf das Illertal, den Illerstausee und Illerbeuren.
Zur Wallfahrtskirche Maria Steinbach
Nach etwa einer halben Stunde geht unser Weg in einen breiteren Forstweg über, wir verlassen den Wald und wandern über freies Gelände zwischen Wiesen und Weiden. Am Wegesrand machen wir eine Station des Kreuzgangs aus, der zur Wallfahrtskirche Maria Steinbach führt, die wenig später zwischen grünen Hügeln auftaucht.
Das prachtvolle Gotteshaus, einst größte Wallfahrtskirche Schwabens, lohnt unbedingt einen Besuch. Die heutige Kirche, die auf einen romanischen Bau aus dem 12. Jahrhundert zurückgeht, wurde 1749 erbaut. Wegen eines angeblich wundertätigen Gnadenbildes der schmerzhaften Muttergottes wurde ihr Vorgängerbau 1734 zur Wallfahrtskirche erhoben, musste aber wegen des großen Zustroms von Gläubigen einem Neubau im Stil des Rokoko weichen. Im Inneren verdienen vor allem die Gewölbefresken der Seitenschiffe Beachtung, sie zeigen Wunder der Steinbacher Maria. Kinder dürften sich über die beiden Engel zu Füßen Mariens im Marienaltar freuen, die »Trotz-Engele« und »Plärr-Engele « genannt werden. Auch die begehbare Empore macht dem Nachwuchs bestimmt Spaß. Bevor wir die Kirche verlassen, werfen wir noch einen Blick auf die zahlreichen Votivtafeln, die von Gläubigen als Dankeszeichen hier aufgehängt worden sind. Wir gehen durch den bäuerlich geprägten Ort Maria Steinbach, vorbei an einem Fischweiher, der zum heute noch existierenden gleichnamigen Kloster gehört. Beim Landgasthof Löwen biegen wir nach links auf eine schmale Teerstraße ab. Sie führt durch eine kleine Siedlung mit idyllischen Höfen, dann erneut durch ein Stück Mischwald, an einem rauschenden Bach entlang leicht bergab. Wenig später machen wir ein verblichenes Holzschild aus, das uns den Weg zur Illerfähre weist. Und tatsächlich hören wir bereits das Kraftwerk an der Iller und erreichen kurz danach über den Illerdamm den Anlegeplatz der Fähre.
Ein Original: der Fährmann Sepp
Wenn wir den Fährmann Sepp rechtzeitig vorher angerufen haben, sollte er hier sein und uns mit seiner kleinen Fähre über den ruhig dahintreibenden Fluss steuern. Auf der anderen Seite passieren wir das Wohnhaus des Fährmanns, gehen bis zur Straße und nehmen dann den bei der Bushaltestelle abzweigenden Fußweg nach Kronburg. Zwischen Schafweiden, Wiesen und Feldern läuft es sich angenehm auf einem Schotterweg in Richtung Wald, dann auf einem schmaleren Pfad bergauf, der wenig später auf einen Forstweg stößt. Dort gehen wir nach links, bis wir eine Straße erreichen, bei der wir den links abzweigenden Forstweg nehmen. Wir bleiben auf diesem Weg, bis wir an einem Baum einen weißen Pfeil entdecken, uns rechts halten und bergab zur Straße laufen. Wir überqueren diese und folgen unserem Weg durch recht zugewachsenes Gelände, das Kindern wie ein Dschungel anmuten mag. Wenig später verlassen wir den Wald und kommen am Rande des Freigeländes vom Bauernhofmuseum heraus, dem wir zur Straße folgen. Dort nach links, am Friedhof rechts bis zum Maibaum, wo rechter Hand der Biergarten des Gromerhofs liegt, unser Einkehrtipp.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour8 km
Dauer3.00 h
Schwierigkeit
StartortIllerbeuren
AusgangspunktIllerbeuren
EndpunktIllerbeuren
TourencharakterEigentlich könnte man mit dieser Tour ein ganzes Wochenende füllen … Wenn Sie also Zeit und Lust haben, mehr als einen Tag im Unterallgäu auf Entdeckungstour zu gehen, dann nur zu!
Hinweise
Schwäbisches Bauernhofmuseum »So hat ein Laden früher ausgesehen!« staunen die Kinder, wenn sie das Mobiliar und die Ladeneinrichtung im Woringer Häusle sehen, einem 1823 erbauten Austragshaus, in dem die Eltern des Bauern ihren Lebensabend verbrachten. Sie betrieben einen kleinen Handel, eine »Hucke«, wie man früher sagte. Das Woringer Häusle ist eines von 17 Gebäuden, die auf dem weitläufigen Gelände des Schwäbischen Bauernhofmuseums zu besichtigen sind. Besorgen Sie sich am Eingang den Lageplan und bringen Sie ausreichend Zeit mit – es lohnt sich! Schwäbisches Bauernhofmuseum, Museumsstr. 8, 87758 Kronburg-Illerbeuren, Tel. 08394/14 55, www.bauernhofmuseum.de, geöffnet 1. März–31. März 10–16 Uhr, 1. Apr.– 15. Okt. 9–18 Uhr, 16. Okt.–30. Nov. 10– 16 Uhr, 1.Dez.–6. Jan. nur Sonderausstellung 13– 17 Uhr; Mo geschl. (außer Feiertag)
KartentippKompass Nr. 187, Oberschwaben (Isny–Wangen– Leutkirch), 1:50 000
VerkehrsanbindungAuto. Auf der A 96 München– Lindau bis Ausfahrt Aitrach/Legau; dann zuerst rechts und gleich danach links in Richtung Illerbeuren; im Ort Leutrach links nach Kronenburg und in Richtung Bauernhofmuseum; in Illerbeuren der Ausschilderung zum Bauernhofmuseum folgen und dort parken Bahn. Bahnlinie München - Memmingen; weiter mit der Regionalbahn nach Leutkirch; ab Leutkirch mit Bus 966 Richtung Bad Legau Rathaus, Haltestelle Feuerwehrhaus
GastronomieMuseumsgasthaus Gromerhof. Im gemütlichen Biergarten oder in einer der Stuben – die Einkehr im Gromerhof ist ein kulinarisches Erlebnis: Schwäbische Spezialitäten wie Schupfnudeln, Käsespätzle und Maultaschen aus frischen Zutaten aus der Region zu durchaus realistischen Preisen. Unser Tipp: Der Salat mit Saiblingsfilet und dazu ein Glas frischen Most. Wenn Sie auf den Geschmack gekommen sind, können Sie einige Schmankerl abgepackt mit nach Hause nehmen, zum Beispiel hausgemachte Flädle, Ricottamaultaschen, echten Allgäuer Bergkäse oder Honig aus dem Illerwinkel. Museumsgasthaus Gromerhof im Bauernhofmuseum, Museumsstr. 4, 87758 Kronburg-Illerbeuren, Tel. 08394/ 594, www.gromerhof.de
Tipps
Mit der Fähre über die Iller. Wo gibt es das noch? Mit einer kleinen Personenfähre auf Bestellung für € 1 pro Person über einen Fluss gerudert werden? Bei gutem Wetter und rechtzeitiger Anmeldung – möglichst ein paar Tage vorher – beim urigen Fährmann Sepp Fischer! Also: Wenn Sie sich für die Illerwanderung entscheiden, nichts wie ans Telefon! Und bitte sagen Sie auch dazu, auf welcher Illerseite Sie abgeholt werden möchten … Fährmann Sepp Fischer, Tel. 08394/ 665 (am besten abends)
Informationen
Gemeindekanzlei Kronburg, Museumstr. 1, 87758 Kronburg Ortsteil Illerbeuren, Tel. 08394/2 06, Fax 08394/15 92, gemeinde.kronburg@ t-online.de, www.legau.de
Tourismusbüro
Gemeindekanzlei Kronburg, Museumstr. 1, 87758 Kronburg Ortsteil Illerbeuren, Tel. 08394/2 06, Fax 08394/15 92, gemeinde.kronburg@t-online.de, www.legau.de

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