Wendelsteinbahnen

Der Panorama-Gipfelweg ist gut gesichert; der Wendelstein-Rundwanderweg erfolgt auf guten Bergsteigen, der Abstieg nach Osterhofen auf anfangs steilem Bergsteig, dann auf Bergwanderweg. Der Abstieg zur Talstation der Zahnradbahn verläuft ab der Reindleralm auf Wirtschaftswegen. Der Anstieg auf die Hochsalwand erfolgt zu Beginn auf Ziehweg, dann auf Bergwanderweg. (Autor: Heinrich Bauregger)
6 km
839 m
4.00 h
Der Wendelstein wird gleich von zwei Bahnen erschlossen - der Zahnradbahn und der Seilschwebebahn. Das ergibt zahllose Kombinationsmöglichkeiten für Bergwanderungen. Die Zahnradbahn ist die älteste ihrer Art in ganz Deutschland und somit allein schon Anziehungspunkt. Unvergleichlich ist das Gipfelpanorama, denn seine isolierte Lage prädestiniert ihn als Aussichtsberg. So sieht man von dort oben bis zu den Berchtesgadener Alpen im Osten, im Südwesten zu den Zillertaler Alpen und im Westen bis zum Wettersteingebirge, ja bis zum Starnberger See. Auch am Gipfel selbst gibt es jede Menge zu entdecken: Da ist das Wendelsteinkircherl, das schon für so viele feierliche Anlässe wie Hochzeiten und Taufen Ziel war und in der heute noch an Sonn- und Feiertagen Messe gehalten wird, außerdem gibt es auf dem Gipfel ein Sonnenobservatorium und eine Wetterwarte sowie den unübersehbaren Sendemasten des Bayerischen Rundfunks, der seine Programme bereits seit 1954 von dort oben ausstrahlt. Und da ist die Wendelsteinhöhle und die vielen abwechslungsreichen Abstiegswege. Programm also nicht nur für einen Besuch.
Der Panorama-Gipfelweg.
Von der Bergstation nimmt man zuerst den in den Fels geschlagenen und mit Geländern gesicherten, breiten Weg hinauf zum Gipfel mit Observatorium und Sendestation. Dann geht es auf dem gesicherten Panoramaweg rund um den Gipfel. Der Höhenweg mündet dann wieder bei der Bergstation ein.
Der Wendelstein-Rundwanderweg.
Von der Bergstation gehen wir am Wendelsteinkircherl vorbei und folgen dem zunächst breiten und ausgeschilderten Weg hinab über die Zeller- und die Reindlerscharte zur Reindleralm (1418 m). Dort halten wir uns links und gehen nahezu eben um den Gipfel herum. Der Weg steigt dann wieder stark an und wir erreichen die Wegverzweigung (hier führt der Weg von der Aiblinger Hütte heran). Links weiter in Serpentinen durch Latschen hinauf, dann nahezu eben bis kurz vor die Seilbahntrasse, wo wir links über Geröll in Serpentinen wieder zur Bergstation ansteigen.
Abstieg über die Wendelsteinalmen.
Vom Wendelsteinhaus führt der markierte Weg zunächst unter der Seilbahn hindurch, dann an der Solaranlage vorbei in steilen Serpentinen bergab (entlang eines geologischen Lehrpfades). Bei der Wegverzweigung dann links weiter – unter dem felsigen Gipfelaufbau vorbei – und hinab zu den Wendelsteinalmen auf seiner Westseite. Von dort auf einem bequemen Ziehweg weiter hinab über Kreuter Alm und Siegelalm durch vorwiegend lichten Wald nach Hochkreut. Auf Fahrstraße hinab zur Bundesstraße und rechts weiter zur Talstation der Bahn.
Abstieg nach St. Margarethen.
Von der Bergstation gehen wir hinüber zur Wendelsteinkapelle und folgen dort links der Ausschilderung zur Reindlerscharte. Auf breitem Weg hinab zur Zeller Scharte; dort links weiter zur Reindlerscharte, unter der Zahnradbahntrasse hindurch und jenseits in steilen Serpentinen zum Sattel vor der Reindleralm. Hier folgen wir rechts dem breiten Wirtschaftsweg, der vorbei an der Mail- und der Mitteralm (der wir mit einem kleinen Gegenanstieg einen Besuch abstatten können; Haltepunkt der Zahnradbahn) talwärts führt. Vorbei am Haltepunkt Aipl (693 m), dann überwiegend durch Wald und immer entlang der Bahntrasse hinab nach St. Margarethen. Der Rückweg zur Talstation ist ausgeschildert.
Gipfelabstecher zur Hochsalwand.
Vom Abstiegsweg ins Tal zweigen wir links ab und gehen die wenigen Meter zur Reindleralm hinauf. An dieser vorbei und über Bergwiesen nur leicht ansteigend durch die Südflanke der Heidwand direkt auf den Westgrat der Hochsalwand zu. Durch lichten Bergwald und über den leicht schrofigen Grat erreichen wir den Gipfel (kurz vorher mündet der Anstiegsweg von der Rampoldplatte ein; dieser Weg ist aber nichts für Ungeübte). Auf dem Anstiegsweg zurück zur Reindleralm.

Dauer.
Panorama-Gipfelweg 1 Std.; Wendelstein-Rundwanderung 1 3/4 Std.; Abstieg nach Osterhofen 2 Std.; Abstieg nach St. Margarethen 3 1/2 Std.; Anstieg auf die Hochsalwand von der Reindleralm 1 1/2 Std.; Abstieg zur Reindleralm 1/2 Std.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour6 km
Höhenunterschied839 m
Dauer4.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktOsterhofen, Talstation der Wendelsteinbahn
EndpunktOsterhofen, Talstation der Wendelsteinbahn
TourencharakterDie historische Zahnradbahn wurde 1912 als erste Bergbahn in den bayerischen Alpen eröffnet. Die Nostalgiebahn fährt heute noch zu besonderen Anlässen. Ein Zug besteht aus einer Lok und zwei Wagen für insgesamt 100 Fahrgäste. Ein Zug wiegt 36 t. Die Fahrzeit beträgt 55 Min.
Die neue Zahnradbahn ist seit 1991 im Einsatz und besteht aus einem Doppeltriebwagen, wobei die alte Trasse bis zur Bergstation benützt wird.
Die Streckenlänge beträgt 7,66 km, die Fahrzeit 25 Min., bergwärts wird eine Geschwindigkeit von 30 km/Std. erreicht. / Die Großkabinenbahn auf der Westseite des Wendelsteins wurde 1970 eröffnet und befördert in zwei Kabinen für je 50 Personen 450 Pers./Std. Von der Talstation (792 m) bis zur Bergstation (1724 m) benötigt die Bahn 6,5 Min. Der maximale Bodenabstand beträgt 170 Meter, die Geschwindigkeit 10 m/sec.
Beste Jahreszeit
KartentippBLVA, topograf. Karte 1 - 50000, Mangfallgebirge.
VerkehrsanbindungAuto. Salzburger Autobahn (A 8) bis Ausfahrt Weyarn, dann über Schliersee bzw. Fischbachau nach Osterhofen kurz vor Bayerischzell. Parken an der Talstation der Wendelsteinbahn. Oder auf der A 8 weiter bis zum Inntaldreieck und weiter Richtung Kufstein bis zur Ausfahrt Brannenburg. Im Ort der Ausschilderung zur Talstation der Zahnradbahn folgen. Dort Parkplatz. Bahn/Bus. Mit der Oberlandbahn (BOB) über Holzkirchen und Schliersee bis Haltepunkt Osterhofen; von dort kurzer Fußweg zur Talstation der Wendelsteinbahn. Oder mit der Bahn über Rosenheim in Richtung Kufstein nach Brannenburg; von dort Bus (nur Mo–Fr 10.30 Uhr) zur Talstation der Zahnradbahn im Ortsteil St. Margarethen. Oder Taxi.
GastronomieWendelsteinhaus. (1725 m), privat, ganzjährig bewirtschaftet, keine Übernachtung. Wendelsteinalm. (1708 m), privat, während der Almzeit bewirtschaftet, Brotzeit. Mitteralm. (1200 m), AV-Hütte, ganzjährig bewirtschaftet, Montag Ruhetag, 10 Betten, 84 Lager; Tel. 0 80 34/27 60.
Tipps
Die beiden Bahnen können miteinander kombiniert werden. Von der jeweiligen Talstation können wir mit dem Bus zur anderen Talstation zurückfahren. Diese Buslinie fährt allerdings nur von Anfang Juni bis Ende September und nicht an Samstagen, Sonn- und Feiertagen. Der Wendelstein war vor 230 Millionen Jahren noch Teil eines Korallenriffs in einem subtropischen Ozean. Deshalb wurde dort vor einigen Jahren der Geopark Wendelstein eingerichtet. Auf vier ausgeschilderten Wegen und mit 36 Informationstafeln werden die erdwissenschaftliche Entstehung der Alpen, das urzeitliche Leben in dieser Region und die weitere Entwicklung bis heute dargestellt. Von Juli bis Oktober finden jeden Dienstag um 13.30 Uhr kostenlose geführte Wanderungen statt. Treffpunkt an der Terrasse bei der Bergstation. Wer nicht unbedingt wandern will, stattet der geologisch interessanten Wendelsteinhöhle unterhalb der Bergstation einen Besuch ab. Besichtigung und Führungen je nach Schneelage von Mai bis Oktober.
Höchster Punkt
Wendelstein (1838 m)
Mehr zum Thema