In weitem Bogen vom Monte Pracaban zum Monte Colma

Diese schattenreiche Wanderung erfordert Ausdauer, da eine weite Strecke zurückzulegen ist. Sie ist aber eine gute Alternative, um an heißen Wochenenden dem Rummel an der Küste zu entgehen. Trotz der guten Markierung trifft man hier kaum einen Menschen. (Autor: Michael Pröttel)
Am schönen Hauptplatz von Campo Ligure wenden wir uns vor der Kirche nach links und folgen der Gasse über eine Brücke. Gleich nach dieser geht es rechts zu einem Brunnen und einer Treppe, wo man auf eine Teerstraße trifft (Schild: »Monte Pracaban«, Markierungen: gelbes Andreaskreuz bzw. drei gelbe Punkte). Wir steigen die Straße bergan und zweigen an einer Kehre in ein etwas schmäleres Sträßchen ab (Markierung ab jetzt drei gelbe Punkte). Die Teerstraße führt zwischen Weideflächen und saftigen Esskastanien stetig bergan. Nach dem letzten Anwesen geht sie in einen Erd- bzw. Steinweg über. Wir folgen diesem von nun an durch den dichten Maroniwald. Nachdem wir uns bei einer Gabelung rechts gehalten haben, erreichen wir eine Wiese. Diese überqueren wir weglos, um auf dem anderen Ende wieder in den Wald einzutauchen. Dort ist der Weg wieder deutlich erkennbar und macht sogleich eine 180°-Kehre, um parallel oberhalb der Wiese zurückzuführen. Das nächste Stück ist angenehm flach. Bald wird es jedoch wieder etwas steiler und nach einer weiteren Kehre verwandelt sich der Weg in einen Hohlweg. In diesem liegt viel Laub, so dass man fast das Gefühl hat, man würde in lockerem Pulverschnee hinauf spuren. Nach der Überquerung eines, im Sommer meist vertrockneten, Rinnsales wird unser Weg zum schmalen Pfad. Der Wald wird lichter und kurze Zeit später stehen wir am Monte Bellavista (1:30Std.). Im Süden erblickt man die Punta Martin. Ihr felsiger, nach Westen herabziehender Kamm ist auch aus der Ferne eindeutig zu bestimmen. Er steht im Kontrast zu den weichen Bergformen, in denen wir uns befinden.
Nach einer Rast folgen wir dem Bergrücken nach Osten, um bei einem Baum mit drei gelben Punkten wieder in den Wald zu kommen. Der Weg mit dem Andreaskreuz mündet bald von rechts ein, sodass unser Weg nun breiter wird. Zu den Kastanien gesellen sich Hainbuchen, Haselbüsche und Buchen. Aber insgesamt wird der Wald lichter, wodurch der Monte Pracaban immer wieder durch die Blätter schimmern kann. Wir treten schließlich aus dem Wald heraus, überqueren einen Fahrweg und steigen eine Wiese hinauf in Richtung einiger Haselbüsche. Noch einmal geht es kurz durch den Wald, bevor wir über einen Wiesenrücken den Steinmann des Monte Pracaban (2:30Std) erreichen. Wir befinden uns nun genau auf der Grenze zwischen Ligurien und Piemont. Man hat hier einen schönen Blick auf die Berge des Parco Naturale di Capanne Marcarolo, so auf den Monte Tobbio mit seiner weißen Kirche oder auf den höchsten Berg, den Monte delle Figne (1172m). Dieser Naturpark liegt übrigens schon gänzlich im Piemont, welches hier die ligurischen Küstenbogen auf nur 8 km Breite einzwängt.
Nachdem wir die Aussicht genossen haben, wenden wir uns nach Norden (Markierung ab jetzt gelbe Dreiecke) und wandern dem Wiesenrücken folgend auf eine große Metallkonstruktion zu. Hier teilt sich der Weg in viele durch Schaftritt entstandene Erosionsrinnen auf. Wir steigen diese (eher links haltend) hinab, bis der Weg, in flacherem Gelände wieder eindeutig zu erkennen ist. Der Pfad wird zu einem breiteren Weg und führt durch niedrige Steineichen hindurch. An einer Art Lichtung mit einer einzelnen kleinen Steineiche in der Mitte des Weges zweigen wir rechts von diesem ab (gelber Pfeil, wir gehen entgegen der Pfeilrichtung). Auf steinigem Pfad geht es leicht hinab und nach einer Linkskurve wieder auf breiterem Weg in den Wald. Wir kommen an zwei verfallenen Häusern vorbei, hinter denen man einige Steine und umgefallene Bäume übersteigen muss. Danach ist der Weg wieder angenehm breit und führt zum Teil als Hohlweg im und am Rande des Waldes entlang. Nach einer breiten Wiese mit Blick auf die Poebene stoßen wir auf eine breite Schotterstraße. Dieser folgen wir ein gutes Stück, bis sie sich bei einer Kehre aufgabelt. Hier steht ein Tempo-30-Schild. An diesem wandern wir rechts vorbei und einen erodierten Pfad bergauf. Über tief ins Erdreich eingeschnittene Pfade gelangen wir zu einer Picknickbank. Ein Schild heißt uns am Punta Poggio Carla herzlich willkommen. Gleich daneben steht ein kleines Denkmal für diese Dame, die in den ligurischen Bergen ums Leben kam.
Nun folgen ein steileres und zugewachsenes Wegstück aufeinander. Bei zuletzt Genanntem muss man aufpassen, denn der Pfad gabelt sich: Wir müssen rechts hinauf (Markierungen an Bäumen). Vor einem verfallenen Haus wenden wir uns ein weiteres Mal nach rechts und stehen kurze Zeit später am Gipfel des Monte Colma (4:30Std.) Dieser ist recht zugewachsen und es lohnt sich noch ein paar Meter weiter zu einem Jägerstand mit guter Aussichtzu gehen. Die umliegenden Wälder sind Rückzugsgebiet zahlreicher Wildschweine. Eine große, Furcht erregend grunzende Bache jagte mir hier einen starken Schrecken ein, als ich ihr und ihrem Frischling unvermittelt begegnete.
Nach einer ausgiebigen Rast geht es wieder zurück zum verfallenen Haus und hinter ihm nach rechts. Es folgt ein kurzes, stark von Erika überwachsenen Wegstück. Der Pfad wird gleich aber wieder besser und entlang eines kleinen Baches erreicht man einen breiteren Fahrweg. Diesem folgen wir nach rechts, zuerst durch den Wald, dann durch die ersten Weiden angenehm bergab. An einem Bauernhaus führt unser Weg links vorbei, überquert eine Straße und wird dann zum Hohlweg. Nach einer Kehre erreichen wir einen asphaltierten Weg, dem wir ebenso nach links folgen wie der anschließenden Straße. Die erste Straßenkehre kann man bei einer Unterbrechung der Leitplanke gut abkürzen. Ein ganz kurzes Stück auf der Straße folgt, bevor uns die Markierungen rechts einen schmalen Abstieg hinunter leiten. Wir überqueren einen Fahrweg und gehen auf den Wald zu. Kurze Zeit später stehen wir am ersten Haus von Rossiglione Superiore. Die Teerstraße führt uns in den Ort, wo wir die Bahn unterqueren und über zwei Brücken (jeweils rechts) die Hauptstraße erreichen (6Std.). Zum Einkehren würde ich in den schöneren Ort Campo Ligure fahren, wohin wir ja ohnehin zurückkehren (entweder per Bus: Haltestelle an der Hauptstraße direkt gegenüber dem Krankenhaus; oder mit dem Zug: Bahnhof kurzes Stück weiter im Ortsteil Rossiglione Inferiore. Fahrzeit beträgt jeweils 5–10 Minuten.)

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour14 km
Höhenunterschied845 m
Dauer6.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktHauptplatz von Campo Ligure
EndpunktHauptstraße von Rossiglione
TourencharakterDiese ausgedehnte Rundwanderung führt über weite Strecken durch Esskastanienwald. Dieser sorgt auch im Hochsommer für angenehme Temperaturen. Schöne Aussichten auf die umliegenden Berge des Naturpark Marcarola hat man vom Monte Pracaban und dem Monte Colma.
Beste Jahreszeit
KartentippCarta dei Sentieri e Rifugi, 1:50000, Nr.16, Istituto Geografico Centrale
Markierungenerst drei gelbe Punkte, ab Monte Pracaban gelbe Dreiecke
VerkehrsanbindungA26 Ausfahrt Masone oder mit dem Zug ab Genua
GastronomieCampo Ligure
Tourismusbüro
Campo Ligure

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