WEINORTE IM MARKGRÄFLERLAND

Landschaftlich reizvolle und kulturhistorisch interessante Rundtour durch Weinanbaugebiete und Winzerdörfer; leichte Anstiege zum Gotthardhof und nach Sulzburg; überwiegend auf ruhigen Sträßchen und asphaltierten Wirtschafts- bzw. Radwegen. (Autor: Ute und Peter Freier)
31 km
190 m
2.00 h
Zur Glöcklehofkapelle Vom Parkplatz am Freibad in Bad Krozingen biegen wir nach rechts in den Südring ein, halten uns nach 500 Metern links, folgen der St.-Georg-Straße und der sich anschließenden Straße. In den Mühlenmatten über das Flüsschen Neumagen und halten uns unmittelbar nach dem Mühlenbach rechts. Nach wenigen Metern führt ein schmaler Weg nach links zur romanischen Glöcklehofkapelle.Die jederzeit zugängliche Glöcklehofkapelle, ein elf Meter langer, aus Feldsteinen gemauerter Saalbau, entstand um das Jahr 1000 und ist das älteste Gebäude Bad Krozingens. Eine Christusdarstellung an der Altarwand ist eine der frühesten Christusdarstellungen nördlich der Alpen. Archäologische Untersuchungen ergaben, dass es sich bei der Kapelle um die zu einem mittelalterlichen Herrenhof gehörende Eigenkirche handelt. Zum Gotthardhof An der hinter der Kapelle verlaufenden Staufener Straße halten wir uns rechts in Richtung Staufen, biegen nach wenigen Hundert Metern auf Höhe des Gasthofs Adler links ab und erreichen über Unterambringen das Winzerdorf Kirchhofen. Wir kreuzen die Offnadinger Straße, biegen wenig später rechts ab in die Ortsmitte und folgen der Lazarus-Schwendi-Straße. Auf der quer verlaufenden Durchgangsstraße halten wir uns links in Richtung Bollschweil. Am Rathaus von Ehrenstetten – der Ort ist mit Kirchhofen zusammengewachsen – biegen wir rechts ab in Richtung Staufen und steigen ab Ortsende auf einem Radweg leicht an. Wenige Hundert Meter nach dem Friedhof biegen wir links ab auf ein Sträßchen und steigen zu einer Weggabelung am Waldrand an. Nach rechts erreichen wir eine weitere Gabelung und folgen geradeaus einem Waldweg, der nach wenigen Metern rechts abknickt. Nach einem leichten An- stieg stoßen wir auf ein Sträßchen, folgen ihm nach links zu einer weiteren Gabelung und halten uns rechts zum Gotthardhof, einem schön gelegenen Ausflugslokal. Nach Staufen Mit schönem Blick auf die Rheinebene und die Burgruine Staufen passieren wir den Weiler Bötzingen und erreichen Staufen, das beherrscht wird von der gleichnamigen Burgruine. Die auf der kegelförmigen Erhebung Staufen im 12. Jahrhundert von den Zähringern erbaute Burg wurde im 17. Jahrhundert verlassen; erhalten sind noch der Bergfried sowie Reste der Umfassungsmauer. In der hübschen Altstadt von Staufen verlaufen »Bächle« und stehen Barockhäuser, am Marktplatz fällt das im Renaissancestil erbaute Rathaus auf. An der Hauswand des Gasthofs Löwen steht die Legende geschrieben, wie Doctor Faustus hier vom Teufel geholt worden sein soll; wahrscheinlich jedoch wurde der Alchimist beim Versuch, Gold herzustellen, durch eine Explosion getötet. Von Staufen nach Sulzburg Am Rathaus halten wir uns geradeaus in der Hauptstraße, überqueren das Flüsschen Neumagen und halten uns auf der Münstertäler Straße links. Nach 50 Metern folgen wir nach rechts der Radmarkierung in Richtung Sulzburg in den idyllischen Weinort Grunern und stoßen auf den Markgräfler Radweg, dem wir durch Weinberge in den Weinort Ballrechten folgen. Während der Markgräfler Radweg am Ortsende rechts abknickt, wenden wir uns nach links und steigen in Weinbergen an zu der am Fuß der Schwarzwaldberge liegenden Stadt Sulzburg, einer der kleinsten deutschen Städte und die älteste im Markgräflerland. Die Siedlung wurde im Mittelalter durch den Bergbau in der Umgebung reich und zur Stadt erhoben. Mittelpunkt ist der Marktplatz mit Brunnen, barockem Rathaus, Resten des einstigen Schlosses der badischen Markgrafen und ehemaliger Stadtkirche, in der das Landesbergbaumuseum über die Geschichte des Bergbaus informiert. Ein kunsthistorisches Kleinod ist die Kirche St. Cyriak, die zu einem Benediktinerinnenkloster gehörte, das im 18. Jahrhundert abbrannte. Der Kirchturm stammt aus dem 11. Jahrhundert und ist einer der ältesten in Südwestdeutschland. Von Sulzburg nach Heitersheim Auf demselben Weg kehren wir aus der Stadtmitte zum Ortsrand zurück, halten uns gerade- aus in Richtung Laufen und folgen auf Höhe des Ortsschilds einem Sträßchen nach links. Zwischen Obstwiesen und Feldern verläuft dieses Sträßchen auf einem niederen Höhenrücken und kreuzt mehrere Querwege. Am Ortsrand von Heitersheim halten wir uns rechts und erreichen eine Durchgangsstraße, an der ein Malteserschloss steht. Römer und Malteser Heitersheim war zwischen dem 15. und 19. Jahrhundert der Sitz des Johanniter-Malteserordens, eines von kirchlichen Instanzen unabhängigen Ritterordens. Als Residenz diente ein Schloss, von dem eindrucksvolle Gebäude erhalten sind wie der Kanzleibau, in dessen Gewölbekeller ein Museum über die Geschichte des Malteserordens informiert. Andere Teile der Schlossanlage werden als Sonderschule und Behindertenwerkstätte genutzt. Schlosshof und Park sind frei zugänglich; jeden ersten Sonntag im Monat findet um 15 Uhr eine Schloss- und Museumsführung statt. Vom Schloss lohnt ein kurzer Abstecher nach rechts zu einer »villa urbana«. In einem großen Areal lag, unweit der Straße zu den vermuteten Bergwerken bei Sulzburg, das komfortable Landhaus eines reichen Römers mit Badehaus, Säulenhallen, Blumengärten und herrschaftlichen Gemächern sowie fließendem Wasser und Fußbodenheizung. Obwohl heute nur noch Fundamente und Bruchstücke vorhanden sind, ist die Anlage sehr beeindruckend. Zurück nach Bad Krozingen Links des Schlosses folgen wir der Straße in Richtung Staufen und fahren an der Schlossmauer entlang. Nach wenigen Hundert Metern, kurz nach einem Weingut, folgen wir einer links abzweigenden Landstraße nach Gallenweiler und fahren geradeaus weiter über Schmidhofen nach Bad Krozingen. Gleich am Ortsrand folgen wir nach links der Kastellbergstraße, anschließend dem Südring zu unserem Ausgangspunkt.

Thermentour

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour31 km
Höhenunterschied190 m
Dauer2.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktBad Krozingen.
EndpunktBad Krozingen.
TourencharakterDas Markgräflerland, ein Weinanbaugebiet auf den Westausläufern des südlichen Schwarzwalds, wird seines milden Klimas und seiner heiter wirkenden Landschaft wegen gern mit der Toskana verglichen. Es ist altes Kulturland, wo bereits die Römer Spuren hinterlassen haben wie eine »villa urbana« in Heitersheim, wo schon im frühen Mittelalter Kirchen errichtet wurden wie die Glöcklehofkapelle in Bad Krozingen und wo Siedlungen entstanden wie Sulzburg. Heute bieten sich den Touristen in den gepflegten Winzerdörfern und Weingütern Möglichkeiten, den regionalen Wein zu probieren.
Beste Jahreszeit
KartentippRadwanderkarte des Landesvermessungsamts Baden-Württemberg, Blatt 51 (Schwarzwald Süd), 1 - 100000.
MarkierungenRadwegweiser mit grüner Aufschrift.
VerkehrsanbindungPkw - Autobahn A5 Freiburg–Basel, Ausfahrt 64 a (Bad Krozingen); auf Landstraße 3 km in Richtung Bad Krozingen; nach 3 km rechts abbiegen in Richtung Schlatt und nach links auf der Südwest-Tangente; B3 kreuzen und zu Parkplatz bei Freizeitbad Aquarado und Sportanlagen. Bahn: Bad Krozingen ist Station an der Linie Frankfurt-Basel.
GastronomieIn Kirchhofen historisches Gasthaus Krone; in Ehrenstetten; Ausflugslokal Gotthardhof mit Aussichtsterrasse; in Staufen u.a. das stilvolle Gasthaus Löwen und das historische Gasthaus Krone; in Ballrechten, Sulzburg und Heitersheim.
Tipps
FREIZEITBAD AQUARADO In unmittelbarer Nähe des Endpunkts der Tour bietet sich im Freizeitbad Aquarado die Möglichkeit, sich zu erfrischen - im Sommer in den Außenanlagen, bei kühlerem Wetter in den Innenanlagen. Das ganzjährig geöffnete Bad begeistert Kinder durch seine Riesen-Röhrenrutsche und seine Trampolinanlage, Erwachsene durch seine Sauna. GUTEDEL – DER MARKGRÄFLER WEIN Der Gutedel gilt als älteste Rebsorte, die vermutlich ursprünglich aus Ägypten kommt. Ins Markgräflerland wurde er 1780 aus der Schweiz, wo er als Chasselas bekannt ist, eingeführt durch Markgraf Karl Friedrich von Baden. Heute macht der Gutedel im Markgräflerland immer noch etwa 42% des Rebsortenanbaus aus und wird deshalb auch als »Markgräfler« bezeichnet. Der weiße Wein hat ein zartes, neutrales Aroma, wird zumeist trocken ausgebaut und ist sehr bekömmlich. Im Castellbergkeller in Ballrechten-Dottingen (Wein- str. 2, geöffnet Mo-Fr bis 18, Sa und So bis 13 Uhr) besteht die Möglichkeit, einen Gutedel aus Ballrechten-Dottingen oder aus einem der anderen Gutedel-Anbaugebiete wie Istein, Blansingen oder Efringen zu erwerben.
Tourismusbüro
Tourist-Information, Herbert-Hellmann- Allee 12, 79189 Bad Krozingen, Tel. 07633/ 400863, www.bad-krozingen.info

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