Hüttenwandern in den Bayerischen Alpen

Weilheimer Hütte und Wankhaus

Dreh- und Angelpunkt unserer langen Wanderung über das stille Estergebirge von Norden nach Süden ist die Weilheimer Hütte. Diese altehrwürdige Bergsteigerunterkunft kann bereits auf eine lange Geschichte zurückblicken. (Autor: Heinrich Bauregger)
Der erste Bau des Wankhauses datiert aus den Jahren 1883/84. Doch die Hütte weist eine weitere Besonderheit auf: Sie ist die höchstgelegene Unterkunftshütte in den Bayerischen Voralpen. Bis vor kurzem war sie ja auch das einzige Unterkunftshaus in diesem Mini-Gebirge. Seit dem Jahr 2002 kann man allerdings auch wieder auf dem Wankhaus übernachten, nachdem in den 1960er-Jahren der Übernachtungsbetrieb dort oben eingestellt worden war. Zwei Zehnerlager, zwei Dreierzimmer sowie ein Viererzimmer stehen den Besuchern zur Verfügung.

Von Eschenlohe zur Weilheimer Hütte

Am Bahnhof von Eschenlohe gehen wir geradeaus zur Murnauer Straße, halten uns auf dieser dann rechts und erreichen so den Dorfplatz. Dann queren wir links haltend die Loisachbrücke, gehen bei der zweiten Wegkreuzung rechts in die Krottenkopfstraße und gelangen über eine Wiese in den Ortsteil Wengen. Dort folgen wir der breiten Forststraße nach Osten – hoch über der Eschenlaine – bis zum Brandeck und ändern dann die Richtung nach Süden.

Bald zweigt rechts ein Weg ab (Ausschilderung »Krottenkopf«), der uns durch lichten Hochwald zum Brünnl und zum Jagdhaus Pustertal (1325m) führt. Diese Passage ist an ausgesetzten Stellen mit Drahtseilen gesichert. Weiter durch lichten Wald und durch Latschen ins Kistenkar und über Geröll hinauf zum Gatterl, einem Sattel zwischen Hoher Kisten und Platteneck, wo wir auf den Walchenseer Steig treffen. Rechts auf gutem Steig – seitlich an der Hohen Kisten, am Archtalkopf und am Schindlerskopf vorbei – über das abgeflachte Plateau weiter zur Weilheimer Hütte, unserem ersten Tagesziel.

Von der Weilheimer Hütte zum Wankhaus

Am nächsten Tag folgen wir links haltend dem ausgeschilderten Bergwanderweg, der seitlich durch den Westhang des Krottenkopfs in Richtung Esterbergalm führt. Der Weg verzweigt sich bald, wobei wir besser den linken Ast nehmen (beide Wege treffen sich unterhalb wieder). Wir steigen über die freien Hänge hinab und treffen bei der Waldgrenze auf einen Wirtschaftsweg. Diesem folgen wir nun weiter talwärts durch die bewaldeten Osthänge des Bischofs. Bei einer Wegverzweigung halten wir uns rechts, erreichen so die Hintere Esterbergalm und nahezu eben weiter unser Zwischenziel, die reizvolle und bewirtschaftete Esterbergalm.

Nach einer erfrischenden Einkehr folgen wir rechts ein kurzes Stück dem Wirtschaftsweg in Richtung Daxkapelle, bis links der Wanderweg (Mark.-Nr. 413) zum Wank abzweigt. Zunächst geht es noch über Weiden, dann durch Wald und in vielen kurzen Serpentinen steil empor zum Gipfelplateau. Dort seitlich am Ameisberg vorbei und über freies Gelände hinauf zum Wankhaus. Die Bergstation der Wankbahn liegt übrigens ein wenig unterhalb des Alpenvereinshauses.

Vom Wankhaus nach Garmisch-Partenkirchen

Vom Wankhaus zunächst seitlich an der Bergstation der Wankbahn vorbei (vielleicht wollen wir uns auch mit der Bahn bequem hinuntertragen lassen), dann dem breiten Höhenweg (Mark.-Nr. 412) folgend hinüber zum Roßwank (bei der Wegverzweigung halten wir uns rechts). Anschließend wandern wir bergab durch Latschen und weiter unten durch Mischwald zum Sattel zwischen Roßwank und Rotenkopf (hier mündet der direkte Weg von der Esterbergalm ein).

Nun rechts auf gutem Steig durch Wald zu einem Bachgraben, bald über diesen hinweg und über zahlreiche Serpentinen hinab. Noch im Wald treffen wir auf eine Wegverzweigung, der wir links folgen. Bald geht es hinaus auf die Wiesen des Gschwandtnerbauers (schöner Blick auf Karwendel und Wetterstein), wo wir einkehren können. Dann wieder zurück zur Wegverzweigung, an dieser links weiter und bald steil ansteigend durch Wald über einen Sattel und jenseits hinab zu einer weiteren Wegverzweigung.

Dort müssen wir uns entscheiden: Rechts geht es über die unbewirtschaftete Eckenhütte durch die Südhänge des Wank zur Talstation der Wankbahn, wobei das letzte Stück auf dem Wirtschaftsweg verläuft, der von der Esterbergalm herabführt. Links geht es ebenfalls durch Wald weiter zur bewirtschafteten Gamshütte, die an aussichtsreicher Stelle liegt. Von dort führt zunächst ein serpentinenreicher Steig steil hinab in einen Bachgraben; dort links haltend (nicht rechts zur Wallfahrtskirche St.Anton) auf dem Wankweg hinab zum Ortsteil Partenkirchen.

Über Fauken-, Sonnenberg-, Münchner, Ludwig- und Bahnhofstraße erreichen wir den Bahnhof von Garmisch-Partenkirchen.

Gipfelabstecher auf den Krottenkopf, 2086m

Der Hüttengipfel der Weilheimer Hütte ist natürlich der Krottenkopf, denn alle anderen Gipfel liegen weiter entfernt. Und er ist beliebt für Sonnenuntergänge. – Von der Hütte führt ein deutlich ausgeprägter Pfad unfehlbar hinauf zum höchsten Punkt des Estergebirges mit fantastischer Aussicht.

Auf den Wankgipfel, 1780m

Mehrgipfeliger Aussichtsberg mit den Erhebungen Ameisberg, Wank, Roßwank, die durch breite Promenadewege miteinander verbunden sind. Das Wankhaus ist bereits ein Gipfelhaus. Das große eingefriedete und aufwendige Gipfelkreuz liegt nur wenige Meter nordwestlich davon auf dem höchsten Punkt des Wank.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour33 km
Höhenunterschied2313 m
Dauer10.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktEschenlohe (689m)
EndpunktGarmisch-Partenkirchen (707m)
TourencharakterForstwege, Bergwanderwege und -steige. Wegen der steilen An- und Abstiege Kondition erforderlich, ansonsten reicht Trittsicherheit.
Hinweise
Varianten: Natürlich haben wir jede Menge Möglichkeiten, diese lange Überschreitung zu variieren: z.B. können wir von der Weilheimer Hütte auf dem Oberauer Steig nach Oberau (mit Bahnanschluss nach Eschenlohe bzw. München) oder von der Esterbergalm über die Daxkapelle direkt nach Garmisch-Partenkirchen hinabwandern.
KartentippTopografische Karte (LVG) 1:50000, Werdenfelser Land
VerkehrsanbindungAuto: Auf der Garmischer Autobahn (A95) bis zur Ausfahrt Eschenlohe, dann links zur B2 und in die Ortsmitte von Eschenlohe. Vom Dorfplatz weiter zur Loisachbrücke und über die Krottenkopf- und die Schellenbergstraße zum Wanderparkplatz am südlichen Ortsende.
Bahn/Bus: Mit der Deutschen Bahn im Werdenfels-Takt von München nach Eschenlohe; dort vom Bahnhof weiter zu Fuß bis zum eigentlichen Ausgangspunkt am Bergfuß. Die Rückkehr vom Endpunkt unserer Wanderung zum Ausgangsort erfolgt auch mit der Bahn von Garmisch-Partenkirchen nach Eschenlohe (im Stundentakt). Ideale Tour für die Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln.
GastronomieWeilheimer Hütte (1946m), AV-Hütte, Kat. I, bewirtschaftet von Pfingsten bis Ende Okt., 10 Betten, 56 Lager, 20 Notlager, Tel. 0170/2708052
Wankhaus (1780m), AV-Hütte (Alois-Huber-Haus), Kat. II, ganzjährig bewirtschaftet, 10 Betten, 20 Lager, Tel. 08851/56201
Esterbergalm (1264m), ganzjährig bewirtschaftet, im Nov. geschlossen, Mi Ruhetag
Gschwandtnerbauer (1020m), ganzjährig bewirtschaftet, Mo Ruhetag
Gamshütte (940m), privat, ganzjährig bewirtschaftet, Mo Ruhetag
Tipps
Da wir uns bei dieser Tour sicherlich Zeit lassen und eine Übernachtung auf der Weilheimer Hütte, vielleicht sogar eine weitere im Wankhaus eingeplant haben, ist am letzten Tag noch ein bisschen Luft für zusätzliche Aktivitäten. Und da bietet sich am Endpunkt unserer Wanderung in Garmisch-Partenkirchen das Werdenfelser Heimatmuseum an (Ludwigstr. 47, geöffnet Di–Fr von 10–13 und 15–18Uhr, Sa/So 10–13Uhr).
Informationen
Gehzeiten: Von Eschenlohe über die Hohe Kisten zur Weilheimer Hütte 5Std., Abstieg zur Esterbergalm 1.30Std., Aufstieg zum Wankhaus 1.30Std., Abstieg nach Garmisch-Partenkirchen über den Gschwandtnerbauer 3Std.; insgesamt 11Std. (ohne Gipfelabstecher).

Lust bekommen? Noch mehr Touren finden Sie in unserem Buchtipp:

Heinrich Bauregger

Die schönsten Hütten und Almen in den Bayerischen Hausbergen

In diesem Tourenband steht die urige Einkehr im Mittelpunkt. Er bietet 50 Wanderungen zu Hütten und Almen für jeden Geschmack.

Jetzt bestellen
Mehr zum Thema