Weiherkopf, Riedberger Horn, Wannenkopf

Überwiegend auf schmalen Pfaden über grasbewachsene Grate. Am Wannenkopf ist es nach Regen sehr matschig (Hochmoor). Am Riedberger Horn meist recht voll, ansonsten eine eher ruhige Tour. (Autor: Gerald Schwabe)
13 km
1100 m
6.00 h
Auf schmalem Grat zum Riedberger Horn Wir starten unsere Wanderung an der Talstation der Hörnerbahn oberhalb des kleinen Ortes Bolsterlang und lassen uns gemütlich bis auf 1550 Meter hinauftragen. Nach einigen Metern auf einer ebenen Straße peilen wir einen sehr steilen Anstieg an, der uns vom Gros der übrigen Wanderer wegführt und in 10 Minuten zum Weiherkopf (1665m) hinaufleitet, einem wunderschönen Aussichtsgipfel mit Blick über das Illertal und die Allgäuer Hauptkette. Eigentlich ein sehr schöner Rastplatz, wenn man nicht gerade erst gestartet wäre ... Um unsere Wanderung fortzusetzen, gehen wir ein kurzes Stück zurück, schlagen uns in den Wald und folgen dem Kammweg zuerst leicht bergab, dann wieder bergauf bis zum freien Gipfel des Großen Ochsenkopfes (1662m) mit tollem Rundumblick. Vom Ochsenkopf nun wieder leicht abwärts, ehe wir einige sumpfige Wiesen und Hochmoorflächen queren und den Gegenanstieg in Angriff nehmen. Auf einem schmalen Kammweg, auf dem man manchmal auch die Hände zu Hilfe nehmen muss, gelangen wir in mehreren Steilstufen schließlich zum Riedberger Horn (1787m). Seine Nähe zum Riedbergpass, von wo es in einer Stunde bestiegen werden kann, und vor allem sein grandioses 360-Grad- Panorama machen es sicherlich zu einem der beliebtesten Berge des Allgäus. Aber das Gipfelplateau ist groß genug, um sich ein stilles Fleckchen zu suchen und in Ruhe die herrliche Aussicht zu genießen. Von keinem höheren Gipfel in der Umgebung gestört, reicht der Blick von Säntis und Bodensee im Westen bis zur gesamten Allgäuer Alpenkette mit Widderstein, Trettachspitze und Hochvogel. Direkt vor uns erstreckt sich die weite Almfläche von Grasgehren. Einer meiner persönlichen Lieblingsberge im Allgäu! Hochmoore und Blaubeerfelder Zum Abstieg nehmen wir die steilen Serpentinen, die sich die Ostflanke hinunterziehen, und wandern anschließend auf breiten Weg gemächlich bergab den Grat entlang, bis wir an der tiefsten Stelle des Kammes an eine Wegkreuzung gelangen (1620m). Rechts geht es auf breitem Weg hinab zum Riedbergpass; wir gehen geradeaus und queren auf schmalem, teilweise etwas matschigem Weg einen weiten Hang, bis wir den lang gezogenen Rücken des Bolgengrates erreichen. Vor uns liegt ein kleine liebliche Hochfläche voller kleiner Tümpel, Hochmoore und ausgedehnter Blaubeerfelder. Abseits der Hauptwanderwege gelegen, haben wir diese Idylle meist für uns alleine. Nach Regentagen ist dieses Plateau in der Regel sehr nass, die Wege matschig. Trotzdem sollte man möglichst nicht auf die umgebende empfindliche Moorvegetation ausweichen. Auf kleinen Pfaden durchqueren wir diese einsame, fast skandinavisch anmutende Landschaft und erreichen den Wannenkopf (1712m). Da die Bodennässe dort eine almwirtschaftliche Nutzung verhindert, ist dieser Gipfel weitestgehend von Vegetation bedeckt und deshalb längst nicht so aussichtsreich wie das Riedberger Horn. Aber andernfalls wäre er wohl auch ähnlich überlaufen ... Im Wald bergab Unser Abstieg erfolgt auf schmalem Weg durch Wald, der immer wieder durch kleine Lichtungen unterbrochen wird. Bald geht der Weg in einen festen Fahrweg über, auf dem wir für etwa 300 Meter bleiben, ehe wir nach rechts in einen Waldweg abbiegen und wieder steil bergab steigen, bis wir erneut zu einer breiten Teerstraße gelangen (1086m). Wir queren die Straße und wandern steil einen Waldweg hinab bis zu einer Brücke, hinter der der Wald in eine freie Wiese übergeht. Wir halten uns oben am Waldrand Richtung Norden und erreichen schließlich nach einem letzten Abstieg auf breitem Fahrweg unseren Ausgangspunkt.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour13 km
Höhenunterschied1100 m
Dauer6.00 h
Schwierigkeit
StartortBolsterlang 892 m
AusgangspunktHörnerbahn-Talstation
EndpunktWeiherkopf 1665 m; Großer Ochsenkopf 1662 m; Riedberger Horn 1787 m; Wannenkopf 1712 m
TourencharakterDie Allgäuer Grasberge sind eines der Markenzeichen dieser Region. Die sanften, oft unpassenderweise »Hörner« genannten Buckel aus leicht verwitterndem Flyschgestein werden wegen ihrer hervorragenden Böden großflächig almwirtschaftlich genutzt. Wir Wanderer kommen dadurch in den Genuss weiter Wiesenflächen mit prächtiger Aussicht. Diese Berge machen aus alpinistischer Sicht kaum etwas her, bieten aber einige der schönsten und dabei leichtesten Panoramawege des Allgäus.
Beste Jahreszeit
KartentippUK L 8 Allgäuer Alpen 1:50 000, Bayerisches Landesvermessungsamt; Zumstein Wanderkarte Nr. 4 Oberstdorf
VerkehrsanbindungBus von Oberstdorf/Fischen/Sonthofen nach Bolsterlang; Parkplatz an der Hörnerbahn-Talstation
GastronomieHörnerbahn-Bergstation, Berghaus Schwaben (kurzer Abstieg am Großen Ochsenkopf erforderlich)
Höchster Punkt
Riedberger Horn 1787 m

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