Watzmann (2713m)

Bis zum Hocheck leichte Bergtour, das letzte Stück zum Gipfel erfordert jedoch Trittsicherheit und Schwindelfreiheit; vom Hocheck bis zur Mittelspitze ist der Gratweg an den wichtigsten Stellen mit Drahtseilen gesichert, die teilweise an Eisenstäben befestigt sind.
Der Watzmann ist der ungekrönte König der Berchtesgadener Bergwelt. Bei Bergsteigern wie bei Klet- terern gehört er zu den beliebtes-ten Tourenzielen in dieser Region.
Zum einen, weil er der zweithöchste Berg Deutschlands ist, zum anderen, weil er mit der Ostwand die höchste Felswand der gesamten Ostalpen aufweist. Dementsprechend gut besucht ist daher auch das Watzmannhaus.
Für den trittsicheren Wanderer endet der Ausflug am Hocheck (2651 m), dem leichtesten Watzmanngipfel. Die gesamte Gratüberschreitung – mit den drei Hauptgipfeln – ist trittsicheren und schwindelfreien Bergsteigern mit fundierter alpiner Erfahrung vorbehalten. Ihnen bietet sich hier ein ausgesuchtes Bergabenteuer mit phantastischen Tiefblicken auf den Königssee und in das wilde Wimbachtal.
Anstieg zum Watzmannhaus Vom Parkplatz Wimbachbrücke an der Ramsauer Ache folgen wir dem bezeichneten Fahrweg (Weg-Nr. 441) durch bewaldetes Gelände aufwärts zur Stubenalm. Im weiteren Verlauf wandern wir hinauf zur bewirtschafteten Mitterkaseralm (1400 m). Hier verlassen wir den Almfahrweg und steigen links auf einem Bergsteig über die teilweise freien Hänge zur Falzalm an (hier mündet der Anstiegsweg von Königssee über die Kührointhütte ein). Das letzte Stück Weg schlängelt sich in Serpentinen zum Falzköpfl und von da weiter zum Watzmannhaus hinauf.
Anstieg zum Hocheck Der Weiterweg zum Hocheck – dem ersten und leichtesten Watzmanngipfel – bildet den Auftakt zur Watzmannüberschreitung.
Der Steig ist markiert und führt durch unspektakuläres Schrofen- und Felsgelände mit einigen ausgesetzten Stellen an der so genannten Schulter (mit Drahtseilen gesichert). Am Gipfel des Hochecks (2651 m) erwarten uns ein kleines Unterstandhüttchen und eine phantastische Sicht auf die Berchtesgadener Bergwelt.
Übergang zum Mittelgipfel Ab dem Hocheck wird es ernst. Der Grat ist zwar noch nicht so ausgesetzt wie im zweiten Abschnitt zwischen Mittelspitze und Südspitze, aber durchaus anspruchsvoll. Schon nach wenigen Metern leiten uns die Sicherungen in südlicher Richtung auf den schmalen, scharfen Grat hinab.
Dann geht es weiter auf der Gratschneide und überwiegend auf der Westflanke des Berges im Auf und Ab hinüber zum Mittelgipfel (2713 m) und damit zum höchsten Punkt des Watzmannmassivs. Der letzte Abschnitt über ein ansteigendes Plattenband wird dabei durch künstliche Felsstufen erleichtert.
Überschreitung Wer die gesamte Überschreitung wagt, hat den anspruchsvollsten Teil auf dieser Route allerdings noch vor sich: Von der Mittelspitze folgen wir weiter – nun sehr ausgesetzt – den roten Farbmarkierungen auf dem Grat, der an den erforderlichen Stellen gut gesichert ist. Im Auf und Ab abwechselnd auf dem Grat, dann wieder etwas unterhalb der Gratschneide in der Westflanke erreichen wir den Südgipfel (2712 m), der in einigen Karten auch noch als Schönfeldspitze auftaucht.
Der Abstieg ins Wimbachtal erfordert an manchen Passagen etwas Orientierungssinn, ist aber die schnellste Route. Von der Südspitze wandern wir zunächst in südlicher Richtung auf dem Grat hinunter bis zur zweiten Einschar- tung. Dort rechts in eine Rinne in die Westflanke hinab (einige Drahtseilsicherungen) und zum oberen Ende eines breiten Schuttfächers. Über diese Steigspuren geht es entlang weiter talwärts, dann links über bewachsene Felsabsätze zur Mulde des Schönfelds.
Von dort führt ein Steig – teilweise durch Latschenfelder und bizarre Erosionsformationen – hinab zum Boden des Wimbachtals, wo wir auf den vom Trischübel herabführenden Steig treffen. Hier halten wir uns rechts und erreichen bald die Wimbachgrieshütte.
Ein breiter, aber langer Wanderweg leitet durch das weite Wimbachtal schließlich hinaus zum Parkplatz an der Wimbachbrücke.
UNSER TIPP!
Zum Abschluss unserer Tour sollten wir am Ausgang des Wimbachtals der mit einem guten Steig versehenen Wimbachklamm einen Besuch abstatten (Eintritt gebührenpflichtig).

Dauer:

Wimbachbrücke – Watzmannhaus 3 1/2 – 4 Std., Anstieg zum Watzmann-Hocheck 2 Std., Übergang zur Mittelspitze 1/2 Std., Abstieg 4 1/2 Std.; Gesamtgehzeit: 11 Std. Überschreitung: Mittelspitze – Südgipfel 2 Std., Abstieg zur Wimbachgrieshütte 3 Std., Rückweg zur Wimbachbrücke 2 Std.; Gesamtgehzeit: 13 Std.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour21 km
Dauer0.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktBerchtesgaden (572 m). Pkw-Anfahrt: Salzburger Autobahn bis Ausfahrt Siegsdorf, dann über Inzell und Schneizlreuth in Richtung Berchtesgaden, kurz hinter Ramsau rechts über die Ramsauer Ache zum Parkplatz Wimbachbrücke (620 m, gebührenpflichtig). Bahn/Bus: Mit der Bahn bis Berchtesgaden, von dort mit RVO-Bus in Richtung Ramsau. Alternativ: Anstieg von Königssee-Ort.
TourencharakterBis zum Hocheck leichte Bergtour, das letzte Stück zum Gipfel erfordert jedoch Trittsicherheit und Schwindelfreiheit; vom Hocheck bis zur Mittelspitze ist der Gratweg an den wichtigsten Stellen mit Drahtseilen gesichert, die teilweise an Eisenstäben befestigt sind. Wichtig für die Überschreitung: Sehr lange und anstrengende Tour (!); Sie sollten diese Route nur bei besten Witterungsbedingungen begehen, da auf dem Watzmanngrat erhebliche Blitzschlaggefahr besteht; zudem ist der Gratübergang sehr ausgesetzt. Beim Abstieg zur Wimbachgrieshütte können Orientierungsprobleme auftreten; unbedingt Übernachtung einplanen! Bei Vereisung extrem gefährlich! Dann komplette Bergsteigerausrüstung erforderlich.
Beste Jahreszeit
KartentippBerchtesgadener Alpen 1 : 50 000 (BLVA).
GastronomieMitterkaseralm (1400 m, im Sommer einfach bewirtschaftet); Watzmannhaus (1928 m, AV-Haus, von Pfingsten bis Mitte Oktober bewirtschaftet, 12 B., 157 L., Tel. 0 86 52/96 42 22); Wimbachgrieshütte (1327 m, TVN-Hütte, von Anfang Mai bis Ende Oktober bewirtschaftet, 12 B., 72 L., Tel. 0 86 57/3 44); Wimbachschloss (937 m, im Sommer einfach bewirtschaftet); evtl. Kührointhütte.
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