Wannsee und Grunewald

Der Havelhöhenweg – Berlins schönster Wanderweg Waldwanderung auf Wegen und zuweilen schmalen Pfaden mit geringen Auf- und Abstiegen, nicht für Fahrräder zu empfehlen. (Autor: Bernhard Pollmann)
13 km
100 m
3.00 h
Strandbad Wannsee Nach Verlassen des S-Bahnhofs Nikolassee durch den Ausgang »Strandbad Wannsee« führt links bei den Bushaltestellen eine Fußgängerbrücke über die Avus-Autobahn, wobei nun die Markierung »gelbes X« des Europäischen Fernwanderwegs 11 die Route vorgibt. Mitten durch den Grunewald wurde ab dem Ersten Weltkrieg als Automobilrennstrecke die Avus (AutomobilVerkehrs- und Übungsstraße), die heutige Bundesautobahn A 115, gebaut. Nach Überqueren der Avus geht es auf dem autofreien Rosemeyerweg – benannt nach Bernd Rosemeyer, einem der bekanntesten deutschen Automobilrennfahrer († 1935) – zu einer Ampelkreuzung und dahinter geradeaus auf der Wander- und Radallee neben dem Wannseebadweg. Hier tritt neben »gelbes X« die zusätzliche Markierung »blaues Dreieck«. Der Wannsee ist eine 2,74 qkm große Havelbucht am Rand des Grunewalds. Das 1907 eröffnete Strandbad mit seinem 1275m langen Sandstrand ist eines der bekanntesten Binnenstrandbäder Europas. Havelhochufer Vor dem Eingang des Strandbads Wannsee geht es rechts, am Ende halb links auf einem Waldweg, der zur Havel führt, wobei schon bald Sitzbänke an einer Aussichtsstelle mit Blick zur Pfaueninsel zur Rast einladen. Vor der Insel Schwanenwerder treffen wir bei den »Wannseeterrassen« auf die Straße, queren sie und folgen der Richtungsangabe »Havelhöhenweg« auf Stufen aufwärts im Wald. An der Abbruchkante des Hochufers geht es im Wald über den halbinselartigen Vorsprung Großes Fenster, zwischen den Bäumen bieten sich immer wieder Ausblicke auf den Wannsee. Schließlich geht es an der Badebucht Große Steinlanke längs der oberen Straße (Havelchaussee) links weiter unter alten Eichen bis zur Bushaltestelle »Große Steinlanke«, dort halb rechts hinauf auf den Stufen und weiter längs der Abbruchkante des Hochufers. Nach dem ersten Zwischenabstieg zeigt ein Schild rechts zum Schlachtensee; der Forstweg zum Schlachtensee ist zwar schnurgerade (und langweilig), bildet aber eine Möglichkeit, die Wanderung nach dem Besuch des Grunewaldturms mit dem Schlachtensee zu einer Rundwanderung zu verbinden. Vorerst geht es aber weiter auf dem Havelhöhenweg Richtung Grunewaldturm - Bald nach Passieren einer Sitzbank mit Blick auf die Insel Lindwerder führt der Weg waldeinwärts, bis die Markierung »gelbes X« unvermittelt links zeigt und zu den Sandstränden der Lieper Bucht hinabführt. Grunewaldturm An der Lieper Bucht gehen wir kurz rechts, bis der E 11 bei zwei kleinen Sitzbänken rechts in den Wald wechselt – nun nicht mehr identisch mit dem Havelhöhenweg (die Havelhöhenweg-Stufen führen links aufs Hochufer, der E 11 waldeinwärts) – und zuletzt steil hinauf zum Grunewaldturm führt. Der Grunewaldturm auf dem Karlsberg (79m) über dem Havelsteilufer ist einer der meistbesuchten Aussichtstürme Berlins. Der von Franz Schwechten erbaute, 55m hohe Turm wurde am 5.6.1899 als Kaiser-Wilhelm-Turm eingeweiht und am 15.9.1948 umbenannt ohne Entfernung der Inschriften »Koenig Wilhelm I zum Gedaechtniss« und »Der Kreis Teltow baute mich 1897«. 204 Stufen führen zur Aussichtsplattform, die einen herrlichen Blick auf das Havelland mit Potsdam und auf den Grunewald bietet. Der Grunewald ist das rund 30 qkm große Waldgebiet im Südwesten des Bundeslands Berlin zwischen der buchtenreichen Havel und den bebauten Gebieten der Bezirke Charlottenburg-Wilmersdorf und Steglitz-Zehlendorf. Zu den bekanntesten Ausflugszielen zählen der Grunewaldsee mit dem Kunstmuseum im Jagdschloss Grunewald, der Grunewaldturm als Aussichtsturm, der aussichtsreiche Teufelsberg als höchste Erhebung, mehrere Rinnenseen (Schlachtensee, Krumme Lanke usw.) und Moorseen (Teufelssee, Pechsee) und die zahlreichen Badebuchten an der Havel, darunter die Lieper Bucht und im Süden der Wannsee. Schildhorn Vom Grunewaldturm geht es auf demselben Weg zurück in Richtung der Lieper Bucht und nun rechts weiter auf dem Havelhöhenweg. Mit zahlreichen Aussichtsstellen folgt er dem Steilufer und dann dem Uferbereich. Imposante Eichen und Kiefern begleiten den Weg, der Blick fällt hinüber auf das bewaldete Gatower Ufer der Havel. Später passieren wir weitere Badestellen, darunter die unterhalb des Grunewaldturms und die am Kuhhorn. Immer dem Uferbereich folgend, gelangen wir zur Badestelle Schildhorn an der aussichtsreichen Nordspitze der gleichnamigen Halbinsel; ein Pfad führt zum Schildhorn-Denkmal (1845) von Friedrich Stüler. Der Name der Havel-Halbinsel Schildhorn erinnert an den Entscheidungskampf zwischen dem brandenburgischen Markgrafen Albrecht dem Bären und dem Wendenfürsten Jaczo von Köpenick im Jahr 1157. Nach der Rückeroberung der Brandenburg besiegte Albrecht den Wendenfürsten vernichtend bei Spandau. Während der Flucht gelangte Jaczo an die seeartig weite Havel, durchschwamm sie mit seinem Ross und schüttelte auf diese Weise die Verfolger ab. Als ihn kurz vor einer Halbinsel die Kräfte verließen, gelobte er, sich taufen zu lassen, sollte ihm das Erreichen des Ufers gelingen. Gerettet, hing er Schild und Schwert an einen Baum und ließ sich taufen. Zur Erinnerung an diese Sage ließ König Friedrich Wilhelm IV. 1845 auf der Halbinsel einen Pfeiler aus schlesischem Sandstein nach einem Entwurf von Friedrich Stüler errichten: Stüler gab dem Pfeiler die Form eines Baumstumpfs, an dessen angedeuteten Zweigen die Waffen des Wendenfürsten hängen; auf halber Höhe hängt der Schild, den krönenden Abschluss bildet ein Scheibenkreuz. Zurück zum Grunewaldturm Vom Schildhorn-Denkmal weiter der Wasserlinie folgend, erreichen wir wenig später den Parkplatz am »Wirtshaus Schildhorn«. Hinter dem Ende des Parkplatzes wechseln wir rechts auf den Pfad im Wald, folgen oben der Straße rechts an der Bushaltestelle »Havelweg« vorbei und zweigen schließlich vor der Rechtskurve geradeaus auf den Forstweg Richtung »Forsthaus Alte Saubucht« ab. An der Wegespinne mit der Schutzhütte geht es rechts weiter und zurück zur Bushaltestelle am Grunewaldturm.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour13 km
Höhenunterschied100 m
Dauer3.00 h
Schwierigkeit
StartortNikolassee liegt im Westberliner Villenbezirk Steglitz-Zehlendorf.
AusgangspunktS-Bahnhof Nikolassee.
TourencharakterDer Havelhöhenweg längs des abwechslungsreichen Steilufers zwischen Wannsee und Schildhorn am Rand des Grunewalds zählt zu den attraktivsten Wanderrouten in Berlin, vom Wannsee bis zur Lieper Bucht und dann zum Grunewaldturm folgt ihm auch der Europäische Fernwanderweg 11, der dann allerdings landeinwärts zum Ökowerk am Teufelssee und zum aussichtsreichen Teufelsberg leitet. Der Havelhöhenweg wurde in den 50er-Jahren im Rahmen einer Arbeitsbeschaffungsmaßnahme angelegt und geriet in Vergessenheit - Viele Aussichtsstellen wuchsen zu, Stufenanlagen wurden zerstört, an einigen Gefahrenstellen musste dieser schöne Wanderpfad sogar gesperrt werden. Als einer der schönsten Wanderwege Berlins wurde er nach der Jahrtausendwende saniert und im Mai 2004 auf der Strecke vom Strandbad Wannsee zur Schildhorn-Halbinsel neu eröffnet: 15 Aussichtsstellen wurden frei geschnitten, 35 Stufenanlagen erneuert und ein 3,6km langes Teilstück rollstuhlgerecht gestaltet. 30 Informationstafeln längs des Wegs bieten Erläuterungen zu Flora und Fauna, Kultur und Geschichte.
Beste Jahreszeit
KartentippKompass Wander- und Radtourenkarte 1 - 50 000, Blatt 745 Havelland. Die aktuelle Karte nach Wiedereröffnung des Wegs ist bei der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung als pdf-Datei erhältlich (www.stadtentwicklung.berlin.de) unter dem Menüpunkt »Forsten«.
VerkehrsanbindungS-Bahn-Linien S1 Potsdam – Westkreuz – Oranienburg und S7 Charlottenburg – Westkreuz – Wannsee. Mit dem Auto A 115 (Avus), Ausfahrt Spanische Allee.
GastronomieNikolassee, Wannseeterrassen, Grunewaldturm, Schildhorn.
Tourismusbüro
Berlin Tourismus Marketing GmbH, Am Karlsbad 11, 10785 Berlin, Reservierungsservice Tel.: 030/25 00 25, www.btm.de, www.berlin-tourist- information.de und www.berlin.de

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