Wandern in der Fränkischen Schweiz

Wanderung von Zoggendorf zur Heroldsmühle

Die vielfältige Karstlandschaft der oberen Leinleiter zwischen Heiligenstadt und Hohenpölz in der Fränkischen Schweiz bietet sich für eine abwechslungsreiche Wanderung an. Während der erste Teil der Strecke als Höhenweg auf einem sehr schönen und abwechslungsreichen geologischen Lehrpfad verläuft, führt der zweite Teil der Wanderung durch das liebliche Leinleitertal zur Quelle der Leinleiter und der Heroldsmühle. Dieses beliebte Ausflugsziel ist wegen seiner Fischspezialitäten berühmt und empfehlenswert.
12 km
10 m
3.00 h

Von Zoggendorf auf die Höhe

Wir starten bei der Bushaltestelle in Zoggendorf und folgen beim ehemaligen Irish Pub Zoggendorf (geschlossen) dem Wegweiser Neumühle, Markierung grüner Ring, auf einer Teerstraße aufwärts. Wir gewinnen allmählich an Höhe und können rechts das Schloss Greifenstein auf einem Bergsporn sehen. An einer Kreuzung geht es weiter geradeaus auf die Höhe, wo wir beim Wegweiser »2« mit der Markierung grüner Ring nach links schwenken. Auf einem breiten Weg zwischen Feldern und Wiesen kommen wir zu einem kleinen Wanderparkplatz, wo eine Tafel über die Landwirtschaft der Region informiert.

Nachdem wir einem Feldweg mit schöner Aussicht weiter gefolgt sind, gelangen wir bald in den Wald. Dem Wegweiser »Geologischer Lehrpfad« folgend, Markierungen abwechselnd grüner Ring und diagonal rot-weiß geteiltes Rechteck, können wir von einem Felsen die schöne Aussicht in das Lein- leitertal genießen. Unser Weg führt nun zum Feldrand, wo wir uns nach links wenden und am Feld entlangwandern. An einem Pfad leitet uns die Markierung grüner Ring nach links, der wir zum Kreuzstein mit schönem Sitzplatz und herrlicher Aussicht auf Oberleinleiter folgen.

Heroldstein und Heroldsmühle

Vom Kreuzstein geht es mit dem Wegweiser »Geologischer Lehrpfad« weiter zum Naturdenkmal Basaltbruch, wo eine Lehrtafel über die geologischen Gegebenheiten dieser Landschaft informiert. Zurück von diesem Abstecher setzen wir unsere Wanderung fort und stoßen auf eine Asphaltstraße. Hier schwenken wir nach links und folgen nach etwa 200 Metern dem Wegweiser »Hohenpölz« nach rechts. Indem wir auf Hohenpölz zuwandern, erkennen wir die schöne Lage des Ortes mit seiner geduckten Wehrkirche. Das Gotteshaus ist dem heiligen Laurentius geweiht und mit dem Friedhof von einer gut erhaltenen Wehrmauer umgeben. Allerdings wandern wir nicht in den Ort hinein, sondern verlassen die Straße kurz danach scharf nach links (spitzer Winkel).

Auf einem Feldweg gelangen wir zum Heroldstein, einer Felsgruppe aus Dolomitgestein, die mit Steilhang zum Leinleiter-Trockental abbricht. Auf einem schönen Wiesenweg wandern wir abwärts, schwenken am Wegweiser »Leinleiterquelle« nach links und nehmen nach ca. 300 Metern den schmalen, nach links abzweigenden Pfad, der etwas schwer zu erkennen ist (keine Markierung, erst kurz danach ist der grüne Ring sichtbar). Der Pfad mündet auf einen Feldweg, wo wir dem Wegweiser »Heroldsmühle, Leinleiterquelle« nach links folgen. Es erwartet uns ein reizvoller Weg durch das stille Leinleitertal, ein liebliches Trockental, das von den Gletschern der Eiszeit geformt wurde.

Die meisten Quellen des Tales führen nur nach starken Regenfällen oder zur Zeit der Schneeschmelze Wasser und werden deshalb im Volksmund auch Hungerbrunnen genannt. Die Leinleiterquelle rechts des Weges ist dagegen immer wasserführend, aus ihr sprudeln 150 Liter Wasser in der Sekunde. An der folgenden Gabelung wählen wir den rechten Weg und kommen zur Heroldsmühle. Hier folgen wir dem Wegweiser nach Oberleinleiter (Markierung gelber Querstrich wechselt ab mit grünem Ring), wo in der Ortsmitte der Brauerei-Gasthof Ott zur Rast einlädt. Zu deftigen Speisen und Brotzeiten aus eigener Schlachtung wird selbst gebrautes Bier serviert.

Auf einem Panoramaweg über dem Leinleitertal

Am Ortsende von Oberleinleiter schwenken wir nach rechts, überqueren eine Brücke und gelangen dem Wegweiser Heiligenstadt folgend auf einem Wiesenweg zur Landstraße in Burggrub. Bereits 1136 urkundlich erwähnt, fallen hier mehrere schöne Fachwerkhäuser auf. So auch der Gasthof Hösch, der sofort ins Auge fällt. Hier biegen wir nach links in eine Teerstraße ein und wenden uns nach wenigen Metern nach rechts. Nun können wir auf einem Panoramaweg (Splittweg) über dem Leinleitertal die Aussicht genießen. An der Kreuzung mit einer Teerstraße, an der wir zu Beginn der Wanderung geradeaus aufwärts gingen, wenden wir uns nach rechts und gelangen mit dieser zurück zum Ausgangspunkt in Zoggendorf.

Gehzeiten: Zoggendorf – Heroldstein 1 1/2 Std. – Heroldsmühle 3/4 Std. – zurück nach Zoggendorf 1 1/4 Std.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour12 km
Höhenunterschied10 m
Dauer3.00 h
Schwierigkeit
StartortZoggendorf
AusgangspunktZoggendorf, Ortsmitte Bushaltestelle.
EndpunktZoggendorf, Ortsmitte Bushaltestelle.
TourencharakterAbwechslungsreiche Wanderung auf Feld- und Wiesenwegen, im Wald teilweise auf Pfaden, nur geringe Steigungen. (Autor: Tassilo Wengel)
Hinweise
Die Heroldsmühle. Erstmals 1150 erwähnt, gehörte die Heroldsmühle einst zur Burg Heroldstein bei Hohenpölz. Früher diente sie zum Mahlen von Getreide, später wurde sie zur Erzeugung von Strom genutzt. Das oberschlächtige Eisenmühlrad gilt mit einem Durchmesser von 7,20 Metern als das größte in der Fränkischen Schweiz. Es wird von einer nahe gelegenen Karstquelle gespeist und ist noch funktionsfähig. Die Mühle selbst wurde1975 zur Gaststätte umgebaut und ist heute ein beliebtes Ausflugsziel im oberen Leinleitertal. Neben fränkischen Speisen sind vor allem Fischspezialitäten berühmt, zu denen Forellen und Karpfen gehören.
KartentippFritsch Wanderkarte Naturpark Fränkische Schweiz – Veldensteiner Forst – Hersbrucker Alb, Blatt Süd, Maßstab 1 - 50000.
VerkehrsanbindungAuto: Auf der A 70 bis zur Anschlussstelle Schirradorf oder Stadelhofen, über Hollfeld, Aufseß und Neumühle nach Zoggendorf.
Bahn: Bahnstation Bamberg oder Ebermannstadt, weiter mit dem Bus nach Zoggendorf.
GastronomieBurggrub - Gasthof Hösch, Nr. 7, Tel. 09198/ 391 (Di Ruhetag).
Oberleinleiter: Brauereigasthof Ott mit Biergarten, Oberleinleiter Nr. 6, Tel. 09198/271 (Mo Ruhetag).
Heroldsmühle mit Biergarten, Tel. 09198/641 (Mo/Di Ruhetag).
Tipps
Brauereigasthof Ott. Seit 1678 wird in der Brauerei Ott Bier gebraut und in der rustikal ausgestatteten gemütlichen Gaststube ausgeschenkt. Von den sechs Biersorten sind Export (malzaromatisch und goldgelb) und Pils (mit ausgesprochenem Hopfenaroma) die beiden Haupt- sorten. Dazu werden das Obladara, ein dunkles vollmundiges Bier mit feinem Hopfenaroma, Bockbier und Weizen ausgeschenkt. Während der kalten Jahreszeit (von November bis Januar) gibt es das Festbier, ein etwas stärkeres, vollmundiges Bier. Als Spezialitäten der Küche sind vor allem die leckeren Brathendl berühmt, aber auch Schäufele und fränkische Braten aus eigener Hausschlachtung.
Informationen
SLAWISCHE DÖRFER. Die vom Heroldstein sichtbaren Dörfer Hohenpölz, Tiefenpölz und Teuchatz sind slawischen Ursprung, hier gab es bereits zur Zeit Karls des Großen um 800 n. Chr. slawische Siedlungen. Im Jahr 1096 wurde Tiefenpölz als Bolence in einer Urkunde erwähnt, Teuchatz um 1288 und Hohenpölz erstmals 1345. Östlich von Hohenpölz wurden keltische Grabhügel entdeckt, wo 2004 Ausgrabungen stattfanden.
Unterkunft
Heiligenstadt - Hotel Heiligenstadter Hof, Marktplatz 9, mit Biergarten, Tel. 09198/781 und 782; www.hotel-heiligenstadter-hof.de.
Tourismusbüro
Tourismusbüro Markt Heiligenstadt, Hauptstraße 21, 91332 Heiligenstadt i. OFr., Tel. 09198/929932, E-Mail: tourismus@markt-heiligenstadt.de, www.markt-heiligenstadt.de.

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