Wandern in der Fränkischen Schweiz

Wanderung auf den Schlossberg mit Altarstein

Der Schlossberg mit seiner Ruine ist als reizvolles Wanderziel mit schöner Aussicht berühmt. Der Weg dorthin ist abwechslungsreich und je nach Jahreszeit reizvoll. Im Mai sind die blühenden Obstbäume eine Augenweide und im Sommer spenden die Bäume des Markgräflichen Waldes Schatten. (Autor: Tassilo Wengel)
11 km
213 m
3.00 h

Durch den Markgräflichen Wald

Vom Wanderparkplatz mit der großen Wanderwegtafel am Ortsausgang von Egloffstein aus überqueren wir die Brücke, gehen die Talstraße entlang bis zum Gasthof Zur Post, wo man auf der großen Sonnenterrasse gut verschnaufen kann. Eine reichhaltige Speisekarte und vorzügliche Küche laden zum Verweilen ein. Beim Gasthof treffen wir auf den Wegweiser »Schlossberg, Haidhof« und folgen der Markierung grüner Ring. Zunächst steigen wir durch die Haidgasse zum Marktplatz auf und schwenken dort nach links. Nun wandern wir die Markgrafenstraße entlang, Obstplantagen begleiten unseren Weg bis zu einem Wegweiser. Ab hier nehmen wir einen Feldweg und genießen die Weite der Landschaft. Nachdem wir einen Schotterweg überquert haben, gelangen wir in den Markgräflichen Wald. Auf einer Forststraße kommen wir zum Abzweig Schlossberg und schwenken nach links. Bald können wir die schöne Aussicht genießen.

Der Burgstein

Auf dem 569 Meter hohen, bewaldeten Schlossberg ragt der Dolomitfelsen Burgstein über die Baumkronen hinaus und beschert von oben einen wunderschönen Blick auf Haidhof. Ein verschlungener Pfad führt zur schroffen Bergnase, einst der Standort eines mittelalterlichen Burgstalls, an Mauerresten und einem Opferstein – auch Altarstein genannt – vorbei zum beschaulichen Sitzplatz.

Über den Schlossberg nach Thuisbrunn

Vom Schlossberg folgen wir der Markierung grüner Ring weiter auf einem breiten Forstweg, wenden uns bei einer Bank nach links und biegen beim nächsten Abzweig, der etwas schwer erkennbar ist, nach rechts ab. Wenig später geht es wieder nach links, und wir treffen auf einen Plattenweg, wo wir wieder nach links einbiegen. Nun wandern wir an einer Linde mit Bank vorbei geradeaus auf einem Schotterweg zwischen Obstbäumen weiter. Unser Weg führt an einem Sitzplatz vorbei zu einer Asphaltstraße und nach Thuisbrunn. Dieses kleine Bauerndorf liegt in einem Seitental der Trubach und fällt schon aus der Ferne durch den schmalen, hoch aufragenden Kirchturm von St. Katharinen auf. Sie wurde 1855 begonnen und 1857 eingeweiht. Ihr Name geht auf die im 4. Jh. in Ägypten lebende heilige Katharina zurück, die wegen ihrer Weisheit und Standfestigkeit geschätzt wurde.

Unweit der Kirche fällt in der Ortsmitte ein schönes fränkisches Haus mit rot-weiß gestrichenen Fensterläden auf, das Gasthaus Seitz. Es besteht seit 1885 und lädt in die gemütliche Gaststube zur Rast ein. Angeboten wird fränkische Küche und als Spezialität »Baggers«, eine fränkische Variante der Reibekuchen. Im Bauerngut gleich da- neben fällt ein typischer Bauerngarten auf, in dem verschiedene Gemüse und Blumen wirkungsvoll nebeneinanderstehen. Über dem Ort befindet sich eine Burgruine, die allerdings innerhalb eines Privatgeländes liegt und deshalb nicht zu besichtigen ist. Die Burg wurde schon im 14. Jh. bei Auseinandersetzungen zwischen dem Burggrafen Friedrich V. und der Stadt Nürnberg zerstört, wieder aufgebaut und abermals zerstört. Das endgültige Aus kam im zweiten Markgräflichen Krieg 1553, seitdem verfiel sie allmählich. Erhalten blieben bis heute ein etwa 20 Meter hoher Bergfried und einige Mauern. Erwähnt wurde Thuisbrunn bereits im Jahr 1007 in einer Urkunde von Kaiser Heinrich II., aber der Ort selbst ist älter. Seine Wurzeln reichen bis in die mittlere Steinzeit zurück, aus der Spuren einer Besiedlung nachgewiesen wurden.

Durch das Todtsfeldtal zurück

Wir setzen unsere Wanderung auf der Hauptstraße im Ort fort und schwenken bei der Bushaltestelle »Die Alte Schule« nach links. Nach der Kirche wenden wir uns beim folgenden Abzweig nach rechts und wandern durch das Todtsfeldtal, das sich zwischen Thuisbrunn und dem Trubachtal erstreckt. Es handelt sich hier um eine Laune der Natur mit bizarren, steil aufragenden Felsen, die bei Kletterern beliebt sind. Unser Weg führt allmählich abwärts bis zu einer Wegkreuzung. Hier biegen wir nach links und kommen auf einem herrlichen Panoramaweg mit schönen Aussichten in das Trubachtal nach Egloffstein, das wir auf der Talstraße unweit des Wanderparkplatzes erreichen.

Rundgang durch Egloffstein

Nach der Wanderung bietet sich ein Rundgang durch den Ort an, der am Wanderparkplatz beginnt. Nach der Brücke geht es die Talstraße entlang bis zum Feuerwehrhaus. Links steht die ehemalige Ziegelhütte aus dem 19. Jh., ein Fachwerkhaus, in dem sich die Galerie des Hobbymalers Detlef Klar befindet. Nach etwa 100 Metern stehen wir vor dem Hotel Zur Post, einem traditionsreichen Gasthof, in dem früher die Pferde für die Postkutsche unter- gestellt wurden. Die erste Postkutsche von Egloffstein nach Gräfenberg fuhr 1866. Gegenüber steht ein Haus aus dem Jahr 1762, das Wohnhaus der früheren Schmiede. Wenn wir die Talstraße weitergehen, kommen wir zur Pension Café Mühle. Der alte Mahlstock der 1811 gegründeten Mühle ist in der Pension noch zu besichtigen.

Am Café ist ein kleines Wasserkraftwerk und die erste Stromtankstelle Bayerns in Betrieb. Von der Mühle führt der Weg zum modernen Kindergarten. Dort führen Treppen aufwärts zu den Felsenkellern, die offen sind und besichtigt werden können. In diesen lagerten bis Ende des 19. Jh. die Egloffsteiner Wirte und Brauer ihr Bier, die Metzger das Fleisch und die Bauern Rüben und Kartoffeln. Durch die Felsenkellerstraße führt der Weg zum früheren Gasthof Zur schönen Aussicht. Hier befinden sich Tourist-Information und Raiffeisenbank. Die Felsenkellerstraße führt weiter zum Marktplatz, wo ein großes dreigeschossiges Haus von 1775 mit Walmdach auffällt. Es ist die ehemalige Zehntscheune und der Witwensitz der Freiherrn von Egloffstein. Oberhalb vom großen gelben Haus steht der Agilolfbrunnen, 1988 von Hermann Leitherer aus Bamberg geschaffen. Durch die Markgrafenstraße führt der Weg am alten Pfarrhaus vorbei zum »Waschbrunnen«. Über die Schmiedgasse geht es dann über die Burgbergstraße in den Kirchenweg und vorbei an der Kirche zur Burg. Über die Burgbergstraße gelangen wir zurück zum Marktplatz und durch das Heidgässchen zum Ausgangspunkt.

Die Burg Egloffstein

Sie gehört zu den reizvollsten Burgen in der Fränkischen Schweiz, ist im Besitz derer von Egloffstein und nicht öffentlich zugänglich. Allerdings kann die Burg von Gruppen ab 10 Personen auf Anfrage besichtigt werden (Tourist-Information, Tel. 09197/202 oder Familie von Egloffstein, Tel. 09197/8780). Dagegen ist ein Besuch der Burgkirche St. Bartholomäus im äußeren Burghof möglich, die Mitte des 18. Jh. im barocken Formen- und Farbenreichtum gestaltet wurde. Bemerkenswert ist der Kanzelaltar, dessen Spitze ein Pelikan mit ausgebreiteten Flügeln und vier Jungtieren ziert, denn der Pelikan gilt seit der Antike als Symbol für Aufopferung und Fürsorge.

Gehzeiten: Egloffstein – Schlossberg 1 1/4 Std. – Thuisbrunn 1 Std. – zurück nach Egloffstein 3/4 Std.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour11 km
Höhenunterschied213 m
Dauer3.00 h
Schwierigkeit
StartortEgloffstein
AusgangspunktEgloffstein, Wanderparkplatz gegenüber vom Hotel Egloffsteiner Hof.
EndpunktEgloffstein, Wanderparkplatz gegenüber vom Hotel Egloffsteiner Hof.
TourencharakterAbwechslungsreiche Wanderung auf breiten Wald- und Feldwegen, teilweise zwischen Obstgärten, schöne Aussicht vom Schlossberg.
Beste Jahreszeit
KartentippFritsch Wanderkarte Naturpark Fränkische Schweiz – Veldensteiner Forst – Hersbrucker Alb, Blatt Süd, Maßstab 1 - 50000.
VerkehrsanbindungAuto. Auf der Autobahn A 73 bis zur Anschlussstelle Forchheim-Nord oder -Süd, auf der B 470 bis zum Abzweig Pretzfeld, über Pretzfeld nach Egloffstein. Bahn. Bahnstation Forchheim oder Ebermannstadt, mit dem Bus nach Egloffstein.
GastronomieThuisbrunn - Gasthof Seitz, Thuisbrunn Nr. 11, Tel. 09197/221 (Mi und Do Ruhetag).
Tipps
Metzgerei Meier in Thuisbrunn. Für Wanderer, die einen deftigen Imbiss mögen, bietet sich auch ein Besuch in der Metzgerei Meier (Tel. 09197/962) an. Täglich außer sonn- und feiertags gibt es frisches Holzofenbrot, dazu kann man aus dem reichhaltigen Angebot wohlschmeckender Wurstwaren aus eigener Herstellung auswählen, die direkt vom Bauernhof stammen. Fast alle Wurstwaren sind auch in Dosen oder Gläsern erhältlich. Eine reiche Auswahl an Getränken, Obst und Gemüse rundet das Angebot ab.
Informationen
Hotel Schlossberg in Haidhof. In Haidhof lädt das Hotel Schlossberg zum Verweilen ein. In gemütlich eingerichteten Gasträumen mit rustikalem Ambiente kann man sich bei fränkischen und internationalen Spezialitäten, Fisch aus eigenem Bassin und hausgemachten Wurstspezialitäten wohl fühlen. Zum Kaffee gibt es Kuchen und Torten aus eigener Herstellung. Beste Qualität garantiert auch der hausgebrannte Schnaps, denn die erlesenen Früchte für die exklusiven Obstbrände der Brennerei Familie Weisel stammen vor allem von den Südlagen der Fränkischen Schweiz. Verarbeitet werden Birnen, Himbeeren, Kirschen, Mirabellen, Schlehen, Walnüsse und Zwetschgen. Zum Hotel gehört auch die großzügige Schlossberganlage mit Kinderspielplatz, Streichelzoo, Teichanlage mit Wasserfall, Freilandschach und Tischtennis sowie Grillplatz und Bierkeller.
Unterkunft
Egloffstein - Gasthof Zur Post, Talstraße 8, Tel. 09197/555, www.gasthofzurpost-egloffstein.de.
Tourismusbüro
Tourist-Information Egloffstein, Felsenkellerstraße 20, 91349 Egloffstein, Tel. 09197/202, E-Mail: egloffstein@trubachtal.de, www.trubachtal.com.

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