Wanderrunde am Annalper Joch, 1997 m

Beschauliche, aber lange Bergwanderung - Fahrwege und gut markierte Bergpfade, leicht (Autor: Siegfried Garnweidner)
7 km
1210 m
6.00 h
Auf Alpwegen zum Annalper Joch Vom Gemeindehaus in Au geht es neben der Autostraße kurz gegen Osten und hinter dem Lift nach rechts auf einen schmalen asphaltierten Fahrweg. Er steigt zu ein paar Hütten an, danach muss man etwas links abdrehen und über eine Wiese zum Waldrand hinüber. Dort wird eine Alpstraße erreicht, auf der die Route nach rechts weiterführt. Bald schwenkt sie gegen Osten ab und steigt durch den Wald an. Nach rund 1 Std. Gehzeit verzweigt sie sich. Dort rechts abdrehen und dem Wegweiser zur Godlachenalpe (die manchmal auch Goßlachenalpe genannt wird) folgen. Die Straße führt aus dem Wald heraus und erreicht bald darauf die Alpe. In den ausgedehnten, feuchten Wiesenhängen beschreibt der Fahrweg einen weiten Linksbogen, gabelt sich (dort geradeaus weiter) und führt an der Brendler Alpe vorbei. Die Straße endet nach einem langen Wegstück bei der Säckelalpe. Nun geht es auf einem breiten Bergweg zum Sattel gleich über der Alm hinauf und bei den Wegtafeln links ab. Gegen Süden auf einem breiten Rücken mäßig steil zu einem rund 1900 m hohen Vorgipfel, kurz eben weiter und dann über einen steilen Grasrücken aufs Annalper Joch hinauf. Über die Annalpe zurück Am Gipfel des Annalper Jochs dreht man gegen Osten ab und geht über einen Grasgrat in den Gratsattel auf 1975 m Höhe. Dort zweigt nach rechts eine markierte Trittspur ab, die am steilen Grashang zu einem kleinen trüben See stößt. Sie fällt gegen Südosten zur Annalpe ab und erreicht dort wieder einen Fahrweg. Er führt in einem weiten Bogen um ein Kreuz herum und zur Annalperaualpe hinab. Von ihr Richtung Norden talauswärts, an der Abzweigung zur Tobelalpe vorbei und kurz aufwärts nach Bodenvorsäß (Bergkristallhütte). Wer Zeit hat, kann noch die kleine Michaelskapelle besuchen. Beim Abstieg bleibt man dann auf dem Sträßchen und geht an allen Abzweigungen geradeaus, bis unter der Godlachenalpe die Aufstiegsroute erreicht wird, auf der man nach Au absteigt. Michaelskapelle in Boden Marokkanische Truppen der französischen Armee haben am Himmelfahrtstag, dem 8. Mai 1945, den Ort Au besetzt. Im Kampf mit dem Rest einer SS-Division äscherten sie am 15. Mai 1945 die Alphütten Vorder- und Hintergräßalpe, Tobel und sämtliche Hütten mit der Kapelle Vorsäß ein. Die damaligen Besitzer haben ihre Hütten unter großen Opfern wieder aufgebaut, zuletzt im Jahre 1953 die Michaelskapelle in der Annalper Au. Hexen am Gräshorn Ein schmaler Bergpfad verläuft vom Annalper Joch über den Annalper Grat nach Süden und über den markanten Annalper Stecken zum Grünen Gräshorn, 2201 m. Südlich davon steht – noch schärfer geschnitten – das Wilde Gräshorn. Weil diese beiden Berge nicht so leicht zu erreichen sind, konnte sich dort bis in unsere Tage ein stiller Hexenplatz erhalten. Die Druden aus der ganzen Gegend treffen sich in diesem Gefilde so oft, dass kein Gras auf ihrem Versammlungsort wachsen kann. Der Grund für ihr eigentümliches Verhalten ist nicht bekannt, doch wird berichtet, dass sie schwere Steine auf den Grat hinaufwälzen, die sie umdrehen und mit Gepolter den Hang wieder hinunterrollen lassen. Das war für einen leichtsinnigen Hirten Grund genug, eines Tages – seiner Neugier folgend – dort hinaufzusteigen. Frech wie er war, ließ er den Hexenplatz verunreinigt zurück. Das ließen sich die Hexenweiber natürlich nicht gefallen. Mit wildem Geheule schreckten sie den dreisten Hirtenknaben schon in der folgenden Nacht aus dem Schlaf und jagten ihn aus seiner bescheidenen Hütte in der Annalper Au. Sie kreischten gar schrecklich und holten mit wilden Tänzen aus einem grell lodernden Feuer einen glühenden Hammer hervor. Dieses grausige Werkzeug drückten sie dem Hirten in die Hände, der vor Schmerz jämmerlich aufschrie. Dann trieben sie ihn in wilder Fahrt den Berg bis an die Stelle hinauf, wo er den gemeinen Frevel begangen hatte. Erst als er den gleißenden Hammer am Gräshorn ablegte, fuhren die Hexen davon und der Hirte konnte – vor Schmerz gepeinigt – zu seiner Hütte absteigen. Seit dieser Zeit ist er ein stiller Sonderling geblieben, der seine Herde nie mehr in die Nähe des Gräshorns getrieben hat. Und wenn des Nachts mit Getöse große Steine vom Berg herunterrollen, liegt er starr vor Schreck in seinem Bett und seine Brandmale schmerzen ihn dann besonders stark.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour7 km
Höhenunterschied1210 m
Dauer6.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktAu, 820 m. Gemeindehaus
TourencharakterIrgendwie fühlt man sich auf dieser Tour wie im Bregenzerwald. Tiefe Wälder, beschauliche Bergeshöhen – einfach das gesamte Flair lässt diesen Eindruck entstehen. Nimmt man es alpingeografisch allerdings genau, muss die Tour eindeutig dem Lechquellengebirge zugeordnet werden. Die Grenze des Lechquellengebirges verläuft im Tal der Bregenzer Ache. Nördlich davon breiten sich die Allgäuer Alpen aus; das Bregenzerwaldgebirge liegt weiter im Westen. Das beschauliche Wanderziel am Annalper Joch ist einem imposanten Felsenbollwerk vorgelagert, dessen höchster Gipfel der Zitterklapfen ist (an dem schon mancher Bergsteiger tatsächlich ins Zittern gekommen sein soll). Dieses mächtige Felsenmassiv versperrt die Schau nach Süden. In alle anderen Richtungen fallen die Gipfelblicke frei aus, also in die Allgäuer Alpen, auf Teile der Lechtaler Alpen und natürlich in den Bregenzerwald.
Beste Jahreszeit
KartentippWanderkarte Freytag & Berndt, 1 - 50000, Blatt 364 (Bregenzerwald)
VerkehrsanbindungVon Bregenz oder Dornbirn gegen Osten über Alberschwende, Egg, Mellau (Bushaltestelle am Ausgangspunkt); auch über den Flexenpass oder aus dem Lechtal über Warth, Schröcken, Schoppernau.
GastronomieEinkehr in mehreren Jausenstationen auf der Route
Informationen
Dauer - ges. 61/2 Std. Au – Brendleralpe 11/2 Std., Brendleralpe – Säckelalpe – Annalper Joch 2 Std., Annalper Joch – Annalpe – Annalperau- alpe 11/4 Std., Annalperaualpe – Tobelalpe – Bodenvorsäß 1 Std., Bodenvorsäß – Au 3/4 Std. Höhenunterschied: ?? 1210 m Au – Brendleralpe ? 576 m, Brendleralpe – Säckelalpe – Annalper Joch ? 601 m, Annalper Joch – Annalpe – Annalperaualpe ? 633 m, Annalperaualpe – Bodenvorsäß – Au ? 33 m ? 544 m
Höchster Punkt
Annalper Joch, 1997 m
Unterkunft
Einkehr in mehreren Jausenstationen auf der Route
Tourismusbüro
Au, Tel.: 0043/(0)5515/2288
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