Wallfahrt nach Maria Birnbaum

Herzstück dieses Ausflugs ist eine Radtour, die von Erdweg durch stilles Bauernland zur Wallfahrtskirche Maria Birnbaum im benachbarten Schwaben führt. Zuvor aber ist ein Besuch in Dachau und danach eine Fahrt durch das Dachauer Hinterland eingeplant, wo wir interessante Punkte aufstöbern. (Autor: Armin Scheider)
37 km
460 m
2.00 h
Schlossbesuch in Dachau. Wichtigste Anlaufpunkte eines kurzen Rundgangs in der Altstadt sind die Pfarrkirche St. Jakob von 1625, das Bezirksmuseum im Minucci-Palais u. a. mit handwerklichen, bäuerlichen und religiösen Sammlungen sowie die Dachauer Gemäldegalerie mit fast 500 Bildern vor allem aus der Dachauer Malschule. Sehenswerte Häuser sind noch das »Hafenhaus« (ehemaliges Bezirksamtsgebäude) und das Rauffer-Anwesen, in dem die Kanzlei Ludwig Thomas untergebracht war. Das Dachauer Schloss war einst erste Sommerresidenz der bayerischen Wittelsbacher und besteht heute aus nur noch einem Flügel, dem so genannten Festsaaltrakt. Er blieb verschont, als 1809 die verwahrloste Anlage abgebrochen wurde. Im Innern ragen vor allem das Treppenhaus von Joseph Effner und der Festsaal im Obergeschoss heraus. Er zählt zu den »bedeutendsten Renaissance-Sälen nördlich der Alpen« (Dehio). Glanzstück ist eine Prunkkassettendecke, die 1565 aus farbigen Hölzern gefertigt wurde. Machen Sie auch einen kurzen Rundgang durch den Hofgarten, denn er bietet eine herrliche Aussicht bis hin zu den Alpen. Attraktionen rund um Bergkirchen. Von Dachau geht es zunächst nach Bergkirchen, wo man versuchen kann, den Schlüssel für die meist versperrte Pfarrkirche St. Johannes Baptista aufzutreiben. Sehenswert sind vor allem der Bandelwerkstuck, der prächtige Hochaltar mit Schnitzfiguren von Johann Baptist Straub und eine Reihe von Grabsteinen. Zwei Kilometer westlich liegt der Weiler Eisolzried. Dort ist eine mächtige Eiche zu bewundern, die 600 Jahre alt sein soll. Auffallend die etwas zerzaust wirkende Krone und die tiefe Aushöhlung am Unterstamm, die Blitzeinschläge vermuten lässt. Wenn man von Eisolzried über Deutenhausen Richtung Kreuzholzhausen fährt, erreicht man nach 1,5 Kilometern eine Aussichtshöhe mit einer Bank, wo sich bei klarem Wetter ein imponierender Landschaftsrahmen öffnet und die Sicht bis nach München und hinüber zur Gebirgskette reicht. Im Huttermuseum Großberghofen. In Großberghofen ist seit 1996 im Alten Pfarrhaus das Huttermuseum untergebracht. Die Sammlung zeigt bäuerlichen Hausrat, Arbeitsgeräte, eine Schusterwerkstatt, außerdem Trachten, Andachtsgegenstände und ein Heiliges Grab aus der Kirche St. Georg. Öffnungszeiten - April bis Oktober jeden zweiten Sonntag im Monat von 13–16 Uhr. Radtour zur Wallfahrtskirche Maria Birnbaum. Ausgangspunkt der Radtour ist Erdweg, zugleich S-Bahnstation, sodass man bei der Anfahrt nicht unbedingt auf das Auto angewiesen ist. Kunstinteressierte Radler werden sicher vor dem Start noch auf den Petersberg hochschieben, denn dort steht eine der ältesten Kirchen des Münchner Umlandes: St. Peter wurde 1104 errichtet und besitzt im Chor noch Fresken aus dieser Zeit, u. a. die Thronende Muttergottes und das Martyrium der Apostelfürsten. An der Südwand eine anmutige Muttergottesfigur (16. Jh.) aus dem Umkreis des Meisters der Blutenburger Apostel. Jetzt aber erfolgt der Start zur Radtour. Über Eisenhofen, Kleinberghofen und Stumpfenbach wird Altomünster angesteuert. Wir radeln durch ein flaches Tal, das von bäuerlich genutzter Landschaft geprägt ist. Keine Sensationen am Wegesrand, dafür nur geringer Verkehr und friedliche Atmosphäre. Schon von weitem begrüßt uns der hochragende barocke Turm der Klosterkirche St. Alto in Altomünster. »Dies ist der schönste Turm in meinem Königreich«, soll König Ludwig I. bei seinem Anblick gesagt haben. Neu erbaut wurde die Kirche 1763–73 von Johann Michael Fischer, dem führenden deutschen Architekten der Barockzeit. Von der reichen spätbarocken Einrichtung beeindrucken die Deckengemälde, der Wessobrunner Stuck und Schnitzwerke von Johann Baptist Straub. In den angrenzenden Konventsbauten ist seit 1841 wieder ein Birgittenkloster untergebracht, das einzige seiner Art in Deutschland. Der Geschichte dieses Ordens widmet sich das Museum Altomünster (Mi-Sa 13–16, So 13–17 Uhr). Wer profaneren Dingen zugetan ist, vereinbart unter Tel. 0 82 54/12 22 eine Führung im Brauereimuseum Altomünster. Im Biergarten des Kapplerbräu schließlich können wir Kraft für den folgenden Abschnitt tanken. Halmsried, Rudersberg und Wollomoos sind die nächsten Stationen in stiller ländlicher Gegend. Dann treffen wir in Sielenbach ein. Am Südrand des Straßendorfs steht die Wallfahrtskirche Maria Birnbaum. Es war nach 1632, als ein geschnitztes Vesperbild in einen hohlen Birnbaum eingesetzt wurde, zu dem sich – nach Heilerfolgen – bald eine rege Wallfahrt entwickelte. Das war wohl 1661 Anlass für den Bau einer Kirche. Heute entfaltet der Barockbau eine nachhaltige Innenwirkung. Das Gnadenbild, jene nur gut einen halben Meter hohe Schnitzfigur aus dem Birnbaum, ist auf dem Hochaltar angebracht. Jetzt geht es wieder heimwärts. Über Tödtenried, Kiemertshofen und Irchenbrunn kommen wir mit stellenweise weiten Ausblicken nach Langengern, wo wir rechts auf ein etwas ruppiges Schottersträßchen abbiegen und nach längerer Waldfahrt zur Kapelle Geiselwies kommen. Sie ist eine sehr beliebte und gern besuchte Andachts- und Marienwallfahrtsstätte. Der Restweg verläuft über Sittenbach, Oberhandenzhofener Mühle, Welshofen und dem schmucken Walkertshofen nach Erdweg zurück. Macht zusammen 38 Kilometer. Die Steigungen sind zu bewältigen.

Länge - Autoroute ca. 25 km (Dachau-Erdweg) Radtour ca. 38 km

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour37 km
Höhenunterschied460 m
Dauer2.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktZentrum von Dachau Anfahrt auf B 304 über Moosach und Karlsfeld Bahnanfahrt mit der S 2
TourencharakterHerzstück dieses Ausflugs ist eine Radtour, die von Erdweg durch stilles Bauernland zur Wallfahrtskirche Maria Birnbaum im benachbarten Schwaben führt. Zuvor aber ist ein Besuch in Dachau und danach eine Fahrt durch das Dachauer Hinterland eingeplant, wo wir interessante Punkte aufstöbern.
Beste Jahreszeit
GastronomieDachau Brauereigasthof Zieglerbräu Terrasse, Biergarten kein Ruhetag Altomünster Brauereigasthof Kapplerbräu Biergarten, Mo Ruhetag Brauereigasthof Maierbräu Terrasse, Di Ruhetag Maria Birnbaum Klostergaststätte Biergarten, Mo und Di Ruhetage Langengern Gasthaus Schmaus Biergarten Mo/Do Ruhetage
Tourismusbüro
Dachau Tel. 08131/75-286 www.dachau.de Altomünster Tel. 08254/9997-0 www.altomuenster.de
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