Von Zirchow zum Kachliner See

Aussichtsreiche Wiesenwanderung. (Autor: Bernhard Pollmann)
10 km
50 m
3.00 h
Das Thurbruch war bis zur Entwässerung im 19.Jh. eine wirtschaftlich nicht nutzbare Moor- und Bruchlandschaft, auf deren Inseln in den Sümpfen die Bewohner der umliegenden Höfe Zuflucht bei Krieg und Bedrohung suchten. Benannt ist das Bruch nach dem Auerochsen, slawisch thur, der sich in den Sümpfen und Gewässern heimisch fühlte; 1360 wurde der letzte in diesem Gebiet getötet. Im 19.Jh. initiierte der preußische Staat die Entwässerung des Thurbruchs und seine Umwandlung in eine landwirtschaftliche Nutzfläche: Der Gothensee sollte trockengelegt, die Moorwasser aus dem Thurbruch durch die Gothenseesenke der Ostsee zugeführt werden. Glücklicherweise blieb der Gothensee erhalten, die angrenzenden Teile des ehemaligen Thurbruchs stehen heute unter Naturschutz. Das Besondere an den erhaltenen Teilen des Thurbruchs ist sein Schmetterlingsreichtum: Dukatenfalter, Moorbürstenbinder und viele andere Arten, deren Namen nur Spezialisten kennen, geben sich hier ihren farbenfrohen Flatterspielen hin. Von der Kirche in Zirchow an die Straße tretend, gehen wir rechts hinauf, an der Verzweigung links und gleich wieder links und folgen der Gelbstrich-Markierung mit Richtungsangabe »Görke« hinaus in die Wiesen. Aussichtsreich führt der sandige Weg längs des Knüppelgrabens durch das Naturschutzgebiet; der Knüppelgraben ist einer der Kanäle, die zur Entwässerung des Thurbruchs gestochen wurden. Halb links reckt sich der Spitzhelm des neugotischen Kirchturms von Görke in den Himmel, doch kurz vor diesem kleinen Kirchdorf zweigt der Wanderweg rechts auf einen Sandweg mit Richtungsangabe Kachliner See ab und mündet in Sichtweite der Windkraftschöpfanlage auf eine Allee, der wir rechts folgen. Die Reetgürtel rund um den Kachliner See sind Brutheimat vieler Vögel. Das Windkraftschöpfwerk ist eine Windmühle, die Wasser schöpft: Das Windrad auf dem 12m hohen Turm treibt das Mühlrad an. Errichtet wurde diese Schöpfmühle während der Entwässerung des Thurbruchs, 1920 wurde sie als technisches Denkmal rekonstruiert und blieb bis 1960 in Betrieb. 1995 wurde sie wieder voll funktionstüchtig gemacht. Eine Schutzhütte lädt zur Rast ein. Auf einem zweispurigen Klinkerweg führt die Gelbstrich-Markierung weiter über den Thurdamm, erneut laden Sitzbänke zur Rast. Schließlich erreichen wir die kleine Verbindungsstraße Reetzow–Ulrichshorst und folgen ihr kurz rechts Richtung Ulrichsdorf.
Vor dem Ortsausgangsschild geht es auf einem zweispurigen Plattenweg wieder rechts hinaus in die Wiesen. Der holperige Weg folgt einem Wassergraben. Schließlich geht der Plattenweg in einen Wiesenpfad über, am Wegweiser Richtung »Zirchow«. An einem kleinen Wäldchen vorbei führt der Weg schließlich zurück nach Zirchow.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour10 km
Höhenunterschied50 m
Dauer3.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktZirchow Kirche; begrenzte Parkmöglichkeiten
EndpunktWie Ausgangspunkt
TourencharakterVom Kirchdorf Zirchow im Achterland führt diese Wiesenwanderung durch das Thurbruch, ein Paradies für selten gewordene Schmetterlinge und Ruhe suchende Wanderer – ein kleines Traumland mit blütenreichen Wiesen und uralten Bäumen fern vom Rasen der Welt.
Beste Jahreszeit
KartentippRad- und Wanderkarte 1:30000 Heringsdorf/Ahlbeck/ Bansin (Verlag Grünes Herz) oder Kompass-Wander- und Radtourenkarte 1:50000 Blatt 1005 Usedom/Wollin (Kompass Kartenverlag) oder Wander- und Freizeitkarte Usedom 1:75000 (Nordland Verlag).
MarkierungenGrüne Scheibe und namentliche Ausschilderungen.
VerkehrsanbindungB110 Anklam – Usedom – Zirchow – Ahlbeck, die nächste Bäderbahnhaltestelle befindet sich in Ahlbeck.
GastronomieZirchow.
Tourismusbüro
Usedom Tourismus GmbH, Bäderstraße 5, 17459 Ückeritz, www.usedom.de
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