Von Wüstensachsen zum Schwarzen Moor

Ins Blumenmeer der Langen Rhön (Autor: Norbert Forsch)
19 km
110 m
5.00 h
Nach der schweißtreibenden Besteigung des Stirnbergs öffnen sich die weiten Matten der Langen Rhön, die sich im Frühling in ein Blumenmeer verwandeln. Dann überrascht ein Wasserfall des Eisgrabenbachs, bevor das Schwarze Moor auf einem Bohlenpfad erkundet wird. Bei dieser Wanderung lohnt die Mitnahme eines Pflanzenbestimmungsbuches. Im Frühling blüht im Schwarzen Moor das Wollgras und auf den Rhönmatten kann man Trollblumen, Orchideen und viele weitere seltene Pflanzen entdecken.
Die Lange Rhön wurde 1982 unter Naturschutz gestellt und bildet seit 1991 eine Kernzone des UNESCO-Biosphärenreservates Rhön. Sie ist eine einmalige Kulturlandschaft mit großen Heufeldern und Weideflächen mit knorrigen Schatten spendenden Buchen. Kilometerlange Lesesteinwälle grenzen die Heufelder von den Flächen ab, die ausschließlich als Weiden, als sogenannte Hutungen, genutzt werden. Sie dienen bereits seit Jahrhunderten den Rhönschafen als Weide.
Auf den Melpertser Rasenberg.
Wir starten unsere Wanderung bei der Kirche in Wüstensachsen und schlagen bei der unterhalb ge-legenen Bushaltestelle die Forsthausstraße ein. Bis zum Eisgraben leitet uns nun der rote Keil. Wir verlassen den Ort, überschreiten die Ulster und wandern auf einem Asphaltweg bergan durch die Flur, geradeaus über eine Kreuzung und auf einsetzendem breiten Kiesweg den bewaldeten Stirnberg hinauf. An der Gabelung hinter der scharfen Rechtskurve des Kiesweges halten wir uns links, steigen auf die folgende Anhöhe hinauf und biegen links ab. Zur Linken öffnet sich der Wald für einen herrlichen Blick. Den folgenden Querweg nehmen wir links. Beim nahen Gabelwegweiser schwenken wir nach rechts und gehen am Rastplatz vorbei. Wir befinden uns nun kurz unterhalb des Stirnberggipfels.
Wir durchqueren einen Waldstreifen, kommen in die locker mit Bäumen bestandene Wiesenflur und gehen geradeaus auf breitem Feldweg über den Melpertser Rasenberg.
Über den Eisgraben zum Schwarzen Moor.
Der Feldweg führt allmählich zur Hochrhönstraße hinab. Sie wurde in den 1930er-Jahren zur Erschließung der Langen Rhön erbaut. Wir queren die Straße und biegen links in einen parallelen Wiesenpfad ein. Dann queren wir die Straße nach Hillenberg. Die Route führt nun sanft bergab zum Rastplatz am Rand eines Waldstückes und dort rechts auf einen Feldweg. Auf dem Feldweg schlagen wir den gleich folgenden Linksabzweig ein und er-reichen den Wasserfall des Eisgrabenbaches. Zeit für eine kurze Rast.
Der Eisgrabenbach ist der östliche Haupt-abfluss des Schwarzen Moores nach Osten. Bevor er aus dem Wald austritt, wird er Aschelbach genannt. Da der Eisgraben in seiner Talrinne die Kaltluft aus dem Schwarzen Moor mit sich führt, herrschen im Eisgraben noch im Frühjahr frostige Temperaturen, denen er seinen Namen verdankt.
Wir überschreiten beim Wasserfall auf einem Steg den Eisgrabenbach, biegen rechts ab und schlagen den folgenden Linksabzweig ein. Nun richten wir uns nach dem blauen Keil gegen die Spitze, der uns bis zum Schwarzen Moor leiten wird.
Erst wandern wir am Waldrand entlang, dann in den Wald zur Gabelung eines Forstweges. Wir halten uns links und wandern zu Beginn geradeaus bergan. Nun müssen wir aufpassen. Die Markierung leitet nun bald rechts in den dunklen Fichtenwald und an einer Waldwiese entlang. Die Rhönhofstraße querend kommen wir in einen Mischwald. Kurz vor der Hochrhönstraße biegen wir rechts ab und wandern etwa 750 m parallel zur Straße. Der Wanderweg ist teilweise mit Holzbohlen befestigt, die sumpfige Stellen überbrücken. Das Schwarze Moor kündigt sich an. Dann überqueren wir die Hochröhnstraße und gehen über eine Wiese. Linker Hand ist das alte Steintor des einstigen Reichsarbeitsdienst-lagers und der Beginn des etwa 2,2 km langen Holzbohlenpfades zu sehen, der das Schwarze Moor erschließt.
Nach einem Rundgang durch das Moor queren wir die Straße nach Seiferts/Fulda und stehen gleich vor dem sogenannten Haus zum Schwarzen Moor. Es beherbergt eine Informationsstelle mit Souvenirladen und einen Imbiss mit leckeren Thüringer Rostbratwürsten. Wer ausgiebiger einkehren will, macht einen Abstecher und folgt dem offenen grünen Tropfen etwa 500 m entlang der Hochrhönstraße zur Sennhütte.
Über das Dreiländereck zurück.
Wir setzen unsere Wanderung Richtung Dreiländereck fort und orientieren uns an dem grünen Tropfen gegen die Spitze. Er leitet uns auf einen Weg, der parallel zur Straße nach Seiferts auf den 804 m hohen Querenberg führt. Am Querenberg hat die natürliche Wiederbewaldung die Rhönmatten in eine Parklandschaft verwandelt, nachdem der Mensch die Vegetation über Jahrzehnte sich selbst überlassen hat.
Kurz vor der Höhe schwenken wir rechts auf einen Waldweg. Wir halten uns geradeaus und wandern bald auf einem aussichtsreichen Wiesenweg zum Wegweiser am Drei-ländereck, wo sich Hessen, Bayern und Thüringen treffen. Die Route führt nun weiter geradeaus im Waldschatten auf breitem Kiesweg bergab. Der Wald öffnet sich für einen Blick auf Seiferts. Nun müssen wir Obacht geben. Wir biegen gleich rechts in einen Wiesenpfad ein und gehen durch ein Fichtenwäldchen zu einer Ruhebank. Dort biegen wir links in einen Wiesenweg ein. Wir gehen abwärts, queren die Straße nach Seiferts, folgen dem einsetzenden Asphaltweg und passieren einen Abzweig nach Seiferts. Nun übernimmt der grüne Ring die Führung.
Wir schlagen den nächsten Linksabzweig ein und gehen einen Feldweg abwärts. Den folgenden Querweg nehmen wir links und gehen wieder aufwärts. Dann schlagen wir den nächsten Rechtsabzweig ein. Die Route führt nun einen Wiesenweg hinab und geradeaus auf einen Kiesweg. Den nächsten Querweg nehmen wir links, den darauffolgenden Abzweig rechts. Er führt uns bergab und über eine Kreuzung. An der nächsten Kreuzung schwenken wir links auf einen Wiesenweg und überschreiten auf Stegen zwei Bäche. Nun gehen wir erst rechts Richtung Bauernhof, dann links zum nahen Teerweg und biegen rechts ein. Kurz vor der B 278 schlagen wir den links abzweigenden Teerweg ein und wandern bergan. In der folgenden Linkskurve schwenken wir nach rechts auf einen Feldweg und kommen geradeaus nach Wüstensachsen zurück.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour19 km
Höhenunterschied110 m
Dauer5.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktDie Kirche in Wüstensachsen
EndpunktDie Kirche in Wüstensachsen
TourencharakterSehr steil zu Beginn, überwiegend breite Forst- und Wirtschaftswege; Bohlenpfad im Schwarzen Moor; auf weiten Strecken schattenlos; Fernblicke.
Beste Jahreszeit
KartentippUK L 14 »Naturpark Rhön«, 1:50 000, Südblatt, Bayer. Landesvermessungsamt; oder Fritsch Wanderkarte »Die Rhön, Naturpark und Biosphärenreservat«, 1:50 000
MarkierungenRoter Keil bis Eisgraben; blauer Keil gegen die Spitze bis Schwarzes Moor; grüner Tropfen gegen die Spitze und anschließend grüner Ring zurück
VerkehrsanbindungMit dem Auto von Fulda auf der B 458 nach Hilders-Batten; rechts auf die B 278 und nach Wüstensachsen, Ortsteil der Gemeinde Ehrenberg.
GastronomieWüstensachsen: Haus zur Wasserkuppe, Schafsteiner Str. 25, Tel. 06683/275, www.haus-zur-wasserkuppe.de. Unterwegs: Berggasthof Sennhütte, Tel. 09778/91 01-0, www.sennhuette-rhoen.de. Schwarzes Moor: Imbiss im Haus zum Schwarzen Moor
Tipps
DAS SCHWARZE MOOR Das Schwarze Moor liegt auf dem Hochrhönplateau zwischen dem Querenberg, der thüringisch-bayerischen Grenze, und der Hochrhönstraße. Mit 60 Hektar Fläche ist es das größte Hochmoor der Rhön und eines der bedeutendsten Hochmoore Europas. Weite Teile des Schwarzen Moores gingen durch Abtorfung ver- loren, um Brennmaterial für Heilbäder zu gewinnen. Das verbliebene Moorgebiet wird heute streng geschützt. Es gilt als Archiv für die Rekonstruktion der nacheiszeitlichen Waldgeschichte und ist Rückzugsgebiet für eine zum Teil alpine Flora sowie Schutzraum bedrohter Tiere wie Kreuzotter und Birkwild. Ein 2,2 km langer Lehrpfad erschließt das Gelände. Er ist als Bohlensteg angelegt und wird von 23 Infotafeln begleitet, die sich auch an Kinder richten. EINKEHR-TIPP: BERGGASTHOF SENNHÜTTE Ein wenig abseits der beschriebenen Strecke liegt der Berggasthof Sennhütte. Das auf 753 m Höhe liegende Haus schenkt einen herrlichen Panoramablick über die Rhön bis hin zum Thüringer Wald. Es ent- wickelte sich aus einer Schutzhütte des 19. Jh., die der ländlichen Bevölkerung während der Heuernte als zeitweilige Unterkunft diente. Das in dritter Generation familiengeführte Haus versteht sich als Komforthotel, das seine Gäste in einer persönlichen Atmosphäre verwöhnen will. Das Restaurant bietet frisch zubereitete Klassiker, regionale und saisonale Speisen, aber auch Ausgefallenes. Zur Kaffeezeit werden selbst gebackene Kuchen und Torten angeboten. In der warmen Jahreszeit lädt ein Biergarten ein.
Unterkunft
Wüstensachsen: Haus zur Wasserkuppe, Schafsteiner Str. 25, Tel. 06683/275, www.haus-zur-wasserkuppe.de. Unterwegs: Berggasthof Sennhütte, Tel. 09778/91 01-0, www.sennhuette-rhoen.de. Schwarzes Moor: Imbiss im Haus zum Schwarzen Moor

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