Von Wolfratshausen nach Bad Tölz

Lange, sehr abwechslungsreiche Talwanderung. Die Orientierung ist nicht ganz einfach, deshalb ist ein gründliches Studium der Karte empfehlenswert. Sorgfältig auf die Wegmarkierung achten! (Autor: Eva-Maria Troidl, Stefan Lenz, Ludwig Graßler)
26 km
120 m
7.00 h
Vom Ortskern Wolfratshausen aus gilt es als Erstes, den Bahnübergang der Sauerlacher Straße zu erreichen. Er liegt südlich der S-Bahn-Station. An seiner Südostseite beginnt ein Fuß- und Radweg, der uns nach etwa 1,5 Kilometern über den Loisach-Isar-Kanal führt. Ihn begleiten wir bis zum dritten Übergang. Südlich des Eisenstegs biegt die Route nach Süd-osten ein und verläuft damit parallel zur Isar. Wanderer, welche östlich der Isarbrücke übernachtet haben, wechseln zuerst auf deren Westseite. Dort führt ein Fahrweg flussaufwärts zur Kanalmündung und weiter zu dem erwähnten Eisensteg.
Dann bringt uns unser Wanderweg zunächst nach Geretsried-Gartenberg. Dort treffen wir auf die Isardammstraße, die wir aber bald wieder nach links verlassen, um in die Isarauen zurückzukehren (hier unbedingt auf Markierungen achten!). Jetzt durchwandern wir den Bereich des ehemaligen Wolfratshauser Sees, der sich zum Ende der letzten Eiszeit gefüllt hat. Durch die Gletscherwasser wurden weite Schotterfelder aufgeschüttet. Der ehemalige Seeboden, der sehr ärmlich ist und nur wenige Zentimeter Humus trägt, beherbergt artenreiche Pflanzengesellschaften. Bäume wachsen hier allerdings nur langsam, und manche bizarr geformte Schirmföhre ist schon mehrere hundert Jahre alt. An einer Stelle ist das aussichtsreiche, aber schmale Hochufer der Isar, an dem wir jetzt entlangwandern, leider mit einem Haus verbaut, und wir müssen nun fast einen Kilometer lang die Straße benutzen, um dieses Grundstück zu umgehen. Ein kleines Hinweisschild und Markierungen auf der linken Straßenseite zeigen an, wo wir diese wieder verlassen können. Jetzt trennen uns noch knapp vier Kilometer von der Tattenkofener Brücke.
Wir überschreiten die Brücke jedoch nicht, sondern halten auf der südlichen Straßenseite nach einem Forstweg Ausschau, der einige Meter vor der Brücke beginnt und zunächst oberhalb der Flussböschung verläuft. Die Beschilderung »Radweg R2 Bad Tölz« ignorieren wir; unser Wegzeichen ist ein gelber Punkt, im weiteren Verlauf dann auch eine gelbe Raute bzw. gelbe Pfeile. Nach etwa 15 Minuten erreichen wir ein Weidegatter der Hofstelle Einöde. Direkt am Zaun öffnet sich vor uns ein schmaler Pfad, in den wir nun einbiegen. Die Zufahrtsstraße zum Hof queren wir und erreichen schließlich über zum Teil steile Holztreppen den »Malerwinkel«, dessen heute allerdings recht zugewachsener Ausblick zum Fluss und auf die nahe Bergkette vor dem Zweiten Weltkrieg Maler anlockte (Bank). Ein Trampelpfad über eine mit Büschen bestandene Waldlichtung bringt uns schließlich zu einer Forststraße, der wir nach links folgen.
Jetzt heißt es aufgepasst! Kurz nach einer Einmündung – man folgt der Radwegmarkierung Richtung Schuß – müssen wir unsere bequeme Waldstraße wieder verlassen. Ein gelber Pfeil weist uns den Weg nach links zwischen einem Forstzaun und mehreren Bänken hindurch. Nach wenigen Schritten stehen wir an einer Abbruchkante und steigen steil über Treppenstufen hinunter zum Rothbach.
Über einen Steg geht's ans andere Ufer. Wenige Meter nach dem Steg wenden wir uns auf einer Lichtung nach rechts. Der Pfad trifft erneut auf das moorige Bachwasser und freies Wiesengelände. An einem Naturschutzgebietschild folgen wir nicht dem Weg geradeaus, sondern halten uns stets an die Pfadspuren, die links am Rand des Gehölzes entlang verlaufen (unbedingt auf gelbe Markierungen achten!). Zwischendurch verlieren sich die Pfadspuren fast, und wir gehen weglos geradeaus durch die Wiesenlandschaft, bis wir an deren Ende wieder auf unsere vertrauten gelben Wegzeichen stoßen. Bei einem Naturschutzgebietschild mit München-Venedig-Zeichen befindet sich links ein Steg, der uns nochmals über einen Bach führt. Etwa 80 Meter danach wenden wir uns nach rechts und folgen der schmalen steinigen Wirtschaftsstraße. Bald kommen wir direkt an die Isar, wo sich der Weg schließlich zu einem Trampelpfad verengt. Nach dem Schild »Flusskilometer 193« erreichen wir eine Abzweigung. Wir biegen nun rechts ab und gelangen über den Einödhof Lochen und die Weiler Rimslrain, Fiecht, Nodern, Prösteln und Abberg schließlich zum Isarstausee. Unsere Route bietet herrliche Ausblicke, verläuft allerdings weitgehend schattenlos auf einem Teersträßchen. Zusätzlich hat man kurze Anstiege von insgesamt etwa 80 Höhenmetern auf den Moränenrücken zu bewältigen. Nachdem wir den Fluss verlassen haben, erreichen wir eine Lichtung mit einem Kreuz sowie einem Gedenkstein für die Verunglückten einer Isarwanderung (geradeaus Rastplatz mit mehreren Bänken). Der Weg knickt rechts ab und führt zur verkehrsreichen Alten Tölzer Landstraße, die wir überqueren. Zwischen dem Waldrand und den Weiden des Einödhofs Lochen führt uns der Trampelpfad zu einem Durchgang Richtung Hof, den wir am Obstgarten vorbei rechts passieren.
Geradeaus gehen wir hinab in die Senke der Rothenrainer Moore und folgen dort am Waldrand dem schmalen Weg. Über eine Wiese erreichen wir schließlich nach etwa 80 Metern einen Wirtschaftweg und auf diesem die Teerstraße nach Rimslrain. Am besten hält man hier nach den gelben Rauten Ausschau, die weit sichtbar an Strommasten angebracht sind. Über Moore, Wiesen und Wälder streift der Blick zur Zugspitze, den Oberammergauer Bergen, den Lechtaler und Allgäuer Alpen. Nach drei Kilometern halten wir uns an einer Einmündung mit dem Wegweiser »Leitzing, Fiecht, Rothenrain« links und gleich darauf wieder rechts. Vom Wegweiser »Isarstausee« lassen wir uns hier nicht beirren, denn dieser führt nur wieder zur Alten Tölzer Landstraße zurück.
Beim Gehöft Thal, das wir links passieren, finden wir den Wegweiser Richtung Abberg und Prösteln. Oben auf der Kuppe angekommen verlassen wir die Teerstraße nach rechts und durchqueren das Gehöft. An der kleinen Kapelle auf dem Hofgrund wenden wir uns nach links und steuern an zwei betagten Bänken vorbei auf einen verwitterten Wegweiser zu. Hier beginnt rechts abbiegend ein uralter Wiesenpfad, der uns durch einen Gehölzstreifen (Markierungen) in das Nachbardörfchen Abberg bringt. Dort zweigt man auf der Teerstraße rechts ab. Das Sträßchen steigt nur kurz an und wird dann zu einem steinigen, steil nach unten zum Isarstausee führenden Hohlweg. Am Stausee wenden wir uns nach rechts und erreichen über den Gehweg an der Landstraße und die schöne Isarpromenade (Ausschilderung beachten) unser Tagesziel Bad Tölz.

Thermentour

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour26 km
Höhenunterschied120 m
Dauer7.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktWolfratshausen, Bahnübergang Sauerlacher Straße, südlich des S-Bahnhofs.
EndpunktBad Tölz, Isarbrücke.
TourencharakterEin unvergessliches Erlebnis ist das Heranwandern an den Alpenrand, besonders wenn der Föhn die Bergkonturen scharf hervortreten lässt und im blauen Himmel weiße Wolkenfahnen hängen. Wir gehen auf stillen Pfaden abwechslungsreich über einsame Wiesengründe und karge Schotterlandschaften, vorbei an Einödhöfen und üppigen Weiden.
Beste Jahreszeit
KartentippTopografische Karte UK L1 Ammersee – Starnberger See und Umgebung, 1:50 000; Kompasswanderkarte 180 Starnberger See – Ammersee, 1:50 000.
MarkierungenDer Großteil der Strecke ist gelb markiert, an kniffligen Abzweigungen findet man auch das München-Venedig-Emblem.
VerkehrsanbindungBahnanschluss in Wolfratshausen und Bad Tölz; Wolfratshausen ist Endstation der Münchner S-Bahnlinie 7; mehrmals täglich Busverbindungen von Bad Tölz nach Wolfratshausen.
GastronomieUnterwegs keine.
Tipps
In Bad Tölz angekommen, sollte man nicht den kurzen Aufstieg auf den Kalvarienberg versäumen. Oben bietet sich einem ein herrlicher Ausblick über die Stadt und in den Isarwinkel. Die schöne und interessante barocke Doppelkirche mit ihren zwei Türmen enthält eine Nachbildung der Heiligen Stiege. Ihre ideale Lage über der Stadt hat sie zu einem Wahrzeichen von Bad Tölz werden lassen. Hier befindet sich auch die Leonhardikapelle, die das Ziel der alljährlich am 6. November stattfindenden Wallfahrt ist. Die Tölzer Leonhardifahrt ist eine der schönsten und traditionsreichsten Pferdewallfahrten Deutschlands. Mit über 70 festlich geschmückten vierspännigen Wagen sowie mehreren hundert Pferden ziehen Bauern und Bürger in alter Tracht durch die historische Marktstraße auf den Kalvarienberg. Bei der zweimaligen Umfahrung der Kapelle erhalten Pferde und Reiter den Segen.
Unterkunft
Gasthof Zantl, Salzstraße 31, Tel. 08041/97 94 (Vollwertkost); Gasthof Kolberbräu, Marktstraße 29, Tel. 08041/76 88 0; Jodquellenhof, Ludwigstraße 13, Tel. 08041/509-0 (direkter Durchgang vom Hotel zum Erlebnisbad Alpamare).
Tourismusbüro
Städtische Kurverwaltung Bad Tölz (Zimmernachweis): Tel. 08041/78 67 0.

Lust bekommen? Noch mehr Touren finden Sie in unserem Buchtipp:

Eva-Maria Troidl, Stefan Lenz, Ludwig Graßler

Traumpfad München – Venedig

Der Traumpfad von München nach Venedig – von seinem »Erfinder« Ludwig Graßler – als Wanderführer zum Mitnehmen für unterwegs

Jetzt bestellen
Mehr zum Thema