Von Wandlitz zum Liepnitzsee

Im Herzen des Naturparks Barnim Bequeme Waldwanderung auf zum Teil wurzeligen Pfaden. (Autor: Bernhard Pollmann)
13 km
100 m
3.30 h
Wandlitzsee Der restaurierte Bahnhof Wandlitzsee, 1923–1927 von Wilhelm Wagner in den Formen der Neuen Sachlichkeit errichtet, steht heute als Denkmal der Bauhausarchitektur unter Schutz. Der Bau dieses Gebäudes unterstrich den Aufschwung, den Wandlitz als Erholungsort, Ausflugsziel und Villenkolonie seit der Eröffnung der Heidekrautbahn 1901 genommen hatte. Westlich des Bahnhofs liegt hinter einem Park das Strandbad Wandlitz am Wandlitzer See, der dem Dorf seinen Namen gegeben hat - Angeblich stammt der Name von der altslawischen Göttin Wanda, der hier eine Kultstätte gewidmet gewesen sein soll. Heilige Pfühle Südlich des Bahnhofs Wandlitzsee (in Fahrtrichtung Berlin) führt der mit dem Zeichen »Blaupunkt« markierte 66-Seen-Weg über die Gleise der Heidekrautbahn, folgt dem Bahnhofsweg kurz links, zweigt rechts ab An der Bogenheide in Richtung des Wasserturms und wendet sich gleich darauf halb rechts (An den Pfühlen). Der Name des Gasthauses »Versunkene Glocke« erinnert an die sagenhafte Entstehung der Drei Heiligen Pfühle. Diese sind drei sagenumwobene Seen in der Schmelzwasserrinne zwischen Wandlitzer und Liepnitzsee. Der Legende zufolge entstanden sie, als der Teufel mit fünf riesigen Felsbrocken um sich warf, um die Kirche im benachbarten Prenden zu zerstören. Drei der steinernen Geschosse landeten im Wandlitzer See, durch das herausspritzende Wasser entstanden die drei Pfühle, die beiden anderen Steine landeten als die »Teufelssteine« bei der Kirche in Prenden. Nach einer anderen Legende soll an den Drei Heiligen Pfühlen einst das Dorf Arendsee bzw. ein Kloster gestanden haben; wegen des sündigen Treibens der Bewohner musste es durch ein Erdbeben untergehen. Um Mitternacht sind zuweilen in der Tiefe der Pfühle die Glocken des versunkenen Dorfs bzw. Klosters zu hören. Der Name des Gasthauses »Versunkene Glocke« erinnert daran. 1907/08 wurde die Jugendstil-Villenkolonie im Nordbereich der Pfühle erbaut und mit zentraler Wasserversorgung versehen. Das damalige Wahrzeichen des Ortsteils ist der Wasserturm. Liepnitzsee Am Ende der Villenkolonie und der Straße An den Pfühlen taucht der Weg in den Wald ein und führt an den beiden östlichen Pfühlen vorbei. Nach Queren einer für den öffentlichen Verkehr gesperrten Teerstraße (ihr folgt der Radweg Naturpark Barnim Meridian) geht es auf einem Waldpfad zum kleinen Regenbogensee und durch leicht sumpfiges Gebiet zum Liepnitzsee. An der Fähranlegestelle vorbei führt der Blaupunkt-Weg ostwärts in den Weiler Ützdorf. Dort überqueren wir auf der Wandlitzer Straße das Verbindungstief zwischen Obersee und Liepnitzsee und wenden uns am Parkplatz beim Forsthaus rechts und folgen dem Weg am Südufer des Liepnitzsees. Parallel zu diesem Uferweg verläuft auf dem Steilufer der Naturlehrpfad Liepnitzsee. Das Ufer mit seinen steilen Hängen vermittelt ein beeindruckendes Bild von den Kräften des Eises, das diese Rinne schuf. Buchen und Traubeneichen, oft mehrere 100 Jahre alt, bestimmen das Bild. Im Südwestbuchtbereich entfernt sich der Weg etwas vom Ufer, mündet auf einen breiten Forstweg und erreicht eine große Verzweigung: Wer hier geradeaus geht, gelangt durch die Wälder der Kehlheide zurück nach Wandlitz und zum Haltepunkt Wandlitz der Heidekrautbahn. Wer zum Ausgangspunkt zurück muss, wendet sich an der Verzweigung rechts (Radweg Naturpark Barnim Meridian), bis in der Rechtskurve wieder die bekannte Blaupunkt-Markierung des 66-Seen-Wegs auftaucht: Auf der bekannten Route an den Heiligen Pfühlen vorbei geht es zurück zum Bahnhof Wandlitzsee.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour13 km
Höhenunterschied100 m
Dauer3.30 h
Schwierigkeit
StartortDer Ausflugsort Wandlitz liegt inmitten von Wäldern und Seen auf der Barnim-Hochfläche und ist Verwaltungssitz des Naturparks Barnim.
AusgangspunktBahnhof Wandlitzsee (60m) an der Heidekrautbahn.
TourencharakterDer von Buchenwäldern umgebene Liepnitzsee bei Wandlitz ist einer der schönsten und saubersten Badeseen des Naturparks Barnim. Mitten in dem 3km langen und bis zu 1km breiten See liegt der Große Werder, eine 34 ha große Insel mit Campingplätzen und Badestellen. Vom Nord- und vom Südufer des Liepnitzsees fährt von April bis Oktober stündlich eine Personenfähre zum Großen Werder, wo die Inselklause zur Einkehr lädt. Während der See im Sommer fest in der Hand der Badegäste ist, erobern ihn im Herbst Wanderer und Angler zurück.
Beste Jahreszeit
KartentippTopografische Karrte 1 - 50000 mit Wanderwegen Naturpark Barnim (Landesvermessung und Geobasisinformation Brandenburg), oder Kompass-Wander- und Radtourenkarte 1:50000, Blatt 744 Schorfheide/Uckermark/Barnim.
VerkehrsanbindungDie in den Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB) integrierte Heidekrautbahn fährt vom Norden Berlins über die Barnimhochfläche bis in die Schorfheide.
GastronomieWandlitz, Ützdorf, Liepnitzsee.
Tourismusbüro
Tourismusverein Naturpark Barnim, Prenzlauer Chaussee 157, 16348 Wandlitz, www.wandlitz.de

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