Von Waldbronn nach Marxzell

Hoch über dem Albtal.
Überwiegend bequeme Forst- und Waldwege. Wer die Wanderung teilen und in absteigender Richtung begehen will, fährt mit der S-Bahn (S 11) bis zur Endhaltestelle in Ittersbach. (Autor: Chris Bergmann)
16 km
250 m
5.00 h
Kurpark Waldbronn.
Ein Kleinod ist der Kurpark mit Kräutergarten, Vogellehrpfad, Minigolf und schönem Baumbestand. In unmittelbarer Nachbarschaft befindet sich die Albtherme, deren vier Thermalbecken mit Wasser der staatlich anerkannten Heilquelle I gespeist werden, darüber hinaus findet sich in der Albtherme eine großzügige Saunalandschaft. Von der Terrasse des Kurhauses, von der sich das weitläufige Gelände des idyllisch in einer waldumrahmten Wiesenmulde gelegenen Kurparks gut überblicken lässt, führen gepflegte Wege zum Konzertpavillon hinab und an der Minigolfanlage vorbei zum Kursee. Dahinter führt die Rauten-Markierung hinauf zur S-Bahn-Haltestelle Reichenbach-Kurpark und auf einem Schotterweg zur Etzenroter Straße. Hier geht man ein kurzes Stück links und dann geradeaus in den Wald und auf einem Forstweg an der Kuckuckseiche vorbei in sachtem Anstieg zu einer Wegespinne. Man wählt hier den Weg halblinks und geht dann begleitet von herrlichen Aussichten oberhalb von Langensteinbach am Waldrand entlang.
Langensteinbach.
Der Ort Langensteinbach wurde 1719 weithin bekannt als »Fürstenbad«, als Markgraf Karl III. Wilhelm von Baden-Durlach, der Gründer von Karlsruhe (»Karls Ruhe«), die Heilquelle unterhalb der Barbarakapelle fassen und ein Badegebäude errichten ließ. Die Trinkschale im Wappen der heutigen Gemeinde Karlsbad (»Karls Bad«) erinnert an das einstige Fürstenbad. 1826/27 wurde im Ortskern die klassizistischen Dorfkirche im Weinbrennerstil errichtet. Das Ortsbild wird heute überragt vom Gebäude des 1909 gegründeten Bibelheims Bethanien, an dem sich die nach der Kapellenruine benannte S-Bahn-Haltestelle St. Barbara befindet.
Barbarakapelle.
Die imposanten Ruinen der Barbarakapelle stehen oberhalb von Langensteinbach und des Bibelheims. Mönche des Zisterzienserklosters Herrenalb errichteten 1330 auf einer Anhöhe oberhalb von Langensteinbach die spätgotische Wallfahrtskapelle, in der ein Bild der heiligen Barbara als wundertätig verehrt wurde. Nach der Reformation verfiel die Kirche, während des Pfälzischen Erbfolgekriegs wurde sie von Soldaten des französischen »Sonnenkönigs« Louis XIV. geschändet und teilweise zerstört. Um die stattlichen Reste der Kirche ranken sich zahlreiche Legenden. Der Chorflankenturm wurde 1966 als Aussichtsturm begehbar gemacht. An der Außenseite des Turms befindet sich der Eingang zur tonnengewölbten Krypta - Dieser Gang, der unter dem Chor hindurchführt, war Teil des einstigen Prozessionswegs. Im Sommer finden an der Barbarakapelle Freilichtgottesdienste und Konzerte statt.
Nach Ittersbach.
Von der Barbarakapelle führt die Rauten-Markierung des Nordrandwegs auf dem Kirchenwegle durch den Hinterwald Richtung Ittersbach, wechselt kurz auf einen Teerweg, verlässt ihn wenig später links und bietet bei der Wohnsiedlung Spielberg bald nach Überqueren einer Straße am Waldrand einen hervorragenden Ausblick auf die Berge des Nordschwarzwalds. Bald nach Überqueren der S-Bahn-Gleise taucht der Weg wieder in den Wald ein und erreicht den Tornadostein (1968). Der PforzheimTornado vom 10. Juli 1968 war der erste schwere Tornado in Deutschland. Zwei Menschen starben, über 200 Menschen wurden zum Teil schwer verletzt und 1750 Häuser beschädigt, als der Tornado eine 30 Kilometer lange und bis zu 500 Meter breite Schneise der Verwüstung durch den Nordschwarzwald schlug. Am Tornadostein geht es zunächst rechts weiter, später führt der Weg nach links, wo alsbald die geräumige Jakobshütte am Jakobsbrunnen zur Rast einlädt. Wenig später verlässt der Weg auf der Fritz-Erler-Höhe mit erstklassiger Aussicht den Wald. Während der Nordrandweg nach Ittersbach hinabführt, folgen wir nun der Markierung »Gelbpunkt« rechts Richtung Marxzell. Nun geht es wieder durch Wald.
Das Weinbrünnele.
Während des Abstiegs nach Marxzell lädt auf etwa halber Strecke am Weinbrünnele erneut eine Schutzhütte zur Rast. Der Name rührt aus den Zeiten des Zehnten her – damals lagen die Steuersätze noch christlich niedrig –, den die Weinbauern dem Kloster Herrenalb abzuliefern hatten. Um diese Abgaben möglichst niedrig zu halten, versetzten sie den abzuliefernden Wein mit Quellwasser. Irgendwann flog der Schwindel auf, dem Brünnele blieb der Name. Von der Schutzhütte führt der Weg hinab nach Marxzell im Albtal. Bleibt Zeit bis zur Abfahrt der S-Bahn, bietet sich das Vier-Sterne-Hotel »Marxzeller Mühle« für eine Erholungspause an oder man kann das Fahrzeugmuseum besichtigen. Das Fahrzeugmuseum Marxzell präsentiert historische Automobile, darunter einen »Adenauer-Mercedes«, Feuerwehrautos, einen Lanz-Traktor und einen alten Borgward.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour16 km
Höhenunterschied250 m
Dauer5.00 h
Schwierigkeit
StartortWaldbronn (250 m), Kurbad an der Schwarzwald-Bäderstraße am Nordwestrand des Schwarzwalds.
AusgangspunktParkplatz am Kurhaus in WaldbronnReichenbach (230 m) oder S-BahnHaltestelle Reichenbach-Kurpark auf der dem Kurhaus gegenüberliegenden Seite des Kurparks.
EndpunktS-Bahn-Haltestelle Marxzell (255 m) im Albtal.
TourencharakterDie leichte Erreichbarkeit von Waldbronn mit der S-Bahn und von der Autobahn aus, das gepflegte Ambiente einschließlich Gastronomie und Albtherme sowie das gut ausgeschilderte Netz an Spazier-, Wander- und Walking-Wegen haben den Kurort Waldbronn an der Schwarzwald-Bäderstraße zu einem beliebten Ausflugsziel werden lassen. Vom Kurpark des Thermalbads führen Wald- und aussichtsreiche Wiesenwege durch die sanften nördlichen Schwarzwaldberge zur eindrucksvollen Ruine der Barbarakapelle und nach Marxzell im Albtal. Das Albtal und seine Seitentäler stehen als landschaftlich herausragende und ökologisch besonders wertvolle Nordschwarzwaldtalschaft auf einer Fläche von 636 Hektar unter Naturschutz. Die dampflokbespannten Museumszüge der Albtalbahn verkehren von Mai bis Oktober ein- bis zweimal monatlich sowie an Nikolaus zwischen Ettlingen und Bad Herrenalb. Die Albtalbahn wurde 1897 als Schmalspurbahn gebaut, um Karlsruhe mit dem Hinterland und den Erholungsgebieten im Albtal zu verbinden. 1957 wurde die Strecke auf Normalspur umgebaut, heute fährt hier die S-Bahn.
Beste Jahreszeit
KartentippFreizeitkarte 1 - 50000 Blatt 516 Karlsruhe oder Freizeitkarte 1:50000 Blatt 501 Baden-Baden/Naturpark Schwarzwald Mitte/Nord, Blatt 1 (beide Karten: Landesvermessungsamt Baden-Württemberg).
VerkehrsanbindungVon Karlsruhe aus verbinden die S-Bahnlinien S 11 und S 1 den Ausgangs- und den Zielpunkt. Die Anfahrt zum Ausgangspunkt erfolgt mit der S 11 Karlsruhe – Busenbach – Waldbronn-Reichenbach – Karlsbad – Ittersbach. Die Rückfahrt von Marxzell via Busenbach (dort verzweigen sich die S-Bahn-Linien) erfolgt mit der Albtalbahn S 1. Wer mit dem Auto anreist, fährt auf der A 8 von Karlsruhe Richtung Stuttgart bis zur Ausfahrt Karlsbad und weiter nach Waldbronn.
GastronomieWaldbronn, Ittersbach (kurzer Abstecher), Marxzell.
Tourismusbüro
Kurverwaltung Waldbronn, Bergstraße 32, 76337 Waldbronn, Tel. 07243/ 56570, www.waldbronn.de

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