Von Visperterminen nach Visp

Gemütliche Bergabwanderung auf durchwegs guten Wegen. Hübsche Ausblicke auf die Berge rund um Visp mit dem Bietschhorn als Blickfang. Der Reblehrpfad informiert über den höchsten Weinberg der Alpen und verschiedene Aspekte des Weinanbaus. (Autor: Eugen E. Hüsler)
10 km
590 m
2.00 h
»Strohgelbe Farbe, außerordentlich feines, delikates Bukett mit Aromen von Nüssen, Honig und exotischen Früchten. Auf dem Gaumen körperreich mit schöner Lebhaftigkeit und lang anhaltendem Abgang.« So formuliert es die St. Jodern Kellerei, uns schmeckt der »Heida« einfach prima. Vielleicht liegt’s ja auch an der Höhenluft – der Weinberg von Visperterminen ist der höchstgelegene der Alpen (bis 1100 m). Und ein uralter. Die Anfänge des Rebbaus reichen vermutlich bis in vorrömische Zeit zurück; insgesamt werden heute auf dem Gebiet der Gemeinde Visperterminen 42 Hektar bewirtschaftet. Die südwestseitige Ausrichtung des terrassierten Hanges hat hier ein ganz spezielles Binnenklima entstehen lassen, in dem sich auch Smaragdeidechsen und Gottesanbeterinnen wohlfühlen. Dorf am Hang Die Bergabwanderung startet in Visperterminen. Bevor man den Weg in den Rebberg unter die Füße nimmt, lohnt sich ein kleiner Spaziergang durch den alten Dorfkern. Der »Kunstführer durch die Schweiz« von 1976 schreibt dazu: »Das wie in einer Arena um die Kirche gescharte Dorf in aussichtreicher Steillage besitzt eines der eindrücklichsten Ortsbilder im Wallis. Allerdings wird das harmonische Bild durch den unorganischen Neubau der Kirche und die überhandnehmenden Eternitbedachungen empfindlich gestört. In Dorfnähe schießt eine wenig erbauliche Ferienhausarchitektur aus dem Boden.« An dieser Einschätzung ist auch heute nicht zu rütteln, das historische Ensemble verdient aber allemal einen Besuch. Kunstliebhaber werden anschließend über den Kreuzweg hinaufsteigen zur Marienkapelle (1586 m), etwa 40 Minuten. Der spätbarocke Bau besitzt eine bemerkenswerte Ausstattung (Hochaltar von 1665); die Orgel von 1619 gilt als älteste unverändert erhaltene der Schweiz. Weinwandern Vom Postbushalt spaziert man zunächst auf der Hauptstraße im Dorf abwärts. An der großen Linkskehre weisen die gelben Wegzeiger geradeaus. Auf Asphalt geht’s über den Graben des Riedbachs. Gleich dahinter, beim Hof Unners Ried (1372 m), verlässt man die Straße nach links und folgt dem Weg, der, erst über Wiesen, dann im Wald sanft bergab führt, jenseits des Bächjigrabens kurz parallel zu einer Suone. Er mündet auf die Lichtung von Hohtenn (1234 m), einem idyllischen Platz über Visp mit schöner Aussicht. Blickfang im Norden, hoch über dem breiten Graben des Rhonetals, ist das Bietschhorn (3934 m) – einer der mächtigsten Gipfel der Berner Alpen. Hier knickt der Pfad nach links ab; durch den Telwald leitet er hinunter zum Heida-Rebberg, wo man auf eine Asphaltstraße stößt. Sie windet sich in weiten Schleifen hinab zur Straße nach Visperterminen. Dabei kommt die gegenüberliegende Steilflanke des Vispertals mit ihren Weilern und Höfen allmählich näher; im Südwesten, über dem Mattertal, ragt die ebenmäßige Pyramide des Weisshorns (4505 m) in den Himmel. Man quert den Asphalt bei der Bushaltestelle Bächji (851 m), wo der Reblehrpfad beginnt. Schautafeln vermitteln Wissenswertes rund um den Wein; mit etwas Glück entdeckt man zwischen den Rebstöcken eine Gottesanbeterin. Im Vispertal nennt man die Fangschrecke übrigens Wii-Grill. Am Turihubel ist das Siedlungsgebiet von Visp (651 m; 2.30 Std.) erreicht. Begleitet von (viel) neuen und (wenig) alten Bauten geht’s im Städtchen hinunter zum Busbahnhof.

weinwandern

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour10 km
Höhenunterschied590 m
Dauer2.00 h
Schwierigkeit
StartortVisperterminen (1336 m)
AusgangspunktBushalt in Visperterminen
EndpunktVisp (651 m)
Tourencharakter»Heida« heißt das Zauberwort auf dieser Bergabwanderung, und das hat nichts mit dem Heidi der Johanna Spyri zu tun. Es handelt sich vielmehr um einen Weißwein, der ausschließlich im Rebberg von Visperterminen angebaut wird und als echter Walliser gilt, obwohl er erwiesenermaßen auf den Traminer bzw. den Sauvignon blanc zurückgeht
KartentippSwisstopo 1:50 000, Blatt 274 T
MarkierungenGelbe Rhomben, gelbe und braune Wegzeiger
VerkehrsanbindungVisp liegt im Rhonetal, 8 km von Brig, nach Visperterminen fährt ein Postbus.
GastronomieEinkehrmöglichkeiten in Visperterminen und Visp
Tipps
St. Jodern Kellerei Eine gute Adresse für Weinliebhaber ist die Kellerei an der Straße nach Visperterminen. Hier kann man die Weine des Vispertals probieren, neben dem Heida natürlich auch andere fürs Wallis typische Sorten wie den Fendant (Gutedel), den Johannisberg, den Pinot Noir und den Dôle. Die Kellerei ist Montag bis Freitag 8–12 und 13.30–17.30 Uhr geöffnet. St. Jodern Kellerei, Unterstalden, CH-3932 Visperterminen, Tel. 027/946 41 46, E-Mail: info@jodernkellerei.ch, www.jodernkellerei.ch
Informationen
Tourist-Info Visp Tourismus, Bahnhofstr. 10, CH-3930 Visp, Tel. 027/946 18 18, E-Mail: info@visp.ch, www.vispinfo.ch