Von Torbole nach Nago

Gemütliche Wanderung mit kurzen Steigungen. Auf einer alten Römerstraße geht es nach Nago und über einen Treppenweg und einen Pfad von hier zum Castello. Über Stufen und einen Schotterweg erreichen wir die ersten Häuser von Torbole. Da der Weg wenig Schatten bietet, empfiehlt sich an warmen Tagen eine Kopfbedeckung. (Autor: Joachim Lutz, Sabine Malecha)
6 km
200 m
1.00 h
Das Tal Santa Lucia war einst die einzige Verbindung zwischen dem Etschtal, dem Gardasee und der Poebene. Die Olivenbäume hier zählen zu den ältesten des Gardasees. Eine schöne Rastbank lädt zum Verweilen ein, mit Blick auf die zahlreichen Surfer von Torbole. Wir wandern weiter aufwärts durch den natürlichen botanischen Garten zu den ersten Häusern von Nago. Nago wurde 1171 erstmalig urkundlich erwähnt. Am ersten alten Haus, einst Zollstätte, befindet sich ein venezianisches Fresko. Kurz nach dem Parkplatz gehen wir links durch den Torbogen und folgen dem Weg »Al Castello « über Treppen aufwärts. Wo der Pfad auf einen breiten Weg stößt, gehen wir links zu den Rastbänken des Dosso di Penede, dann weiter zur Ruine des Castello di Penede (45 Min.). Es wurde erstmals 1210 erwähnt und schon 1701 zerstört. Auf gleichem Weg geht es zurück und nach dem Torbogen nach links Richtung Kirchturm. An der nächsten Kreuzung halten wir uns links am Hotel Zanella vorbei. Nach einem Parkplatz wandern wir weiter auf dem Weg abwärts zwischen der Staatsstraße zur Bar »6 grado«. Kurz links und gleich wieder rechts kommen wir hinunter zu den »Marmitte dei Giganti« (10 Min.). Die Marmitte dei Giganti sind runde, tief in den Fels eingeschliffene Gletschermühlen aus der Eiszeit. Nachdem wir sie ausgiebig bestaunt haben, geht es wenige Schritte zurück, dann rechts dem Wegweiser Richtung Torbole nach. Wir gehen nun über Stufen hinunter, vorbei an den Kletterfelsen, und auf einem Schotterweg durch Olivenhaine. Wir wandern am Bachlauf entlang und wenden uns bei den ersten Häusern dann rechts. Nun folgen wir nach links der Fahrstraße bis zum Kreisverkehr an der Hauptkreuzung von Torbole (35 Min.). Von hier sind es nur noch wenige Meter zurück zum Ausgangspunkt. Von der Beschaulichkeit zu Goethes Zeiten ist heute in Torbole nichts mehr zu spüren. Der Ort ist zu einem quirligen Platz für Surfer geworden, die die von den Höhen von Nago einfallenden starken Winde schätzen.

Wandern Gardasee

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour6 km
Höhenunterschied200 m
Dauer1.00 h
Schwierigkeit
StartortTorbole
AusgangspunktParkplatz beim Tourismusbüro an der Uferstraße in Torbole
EndpunktParkplatz beim Tourismusbüro an der Uferstraße in Torbole
TourencharakterAuf den Spuren von Goethe wandern wir vom Parkplatz Richtung kleiner Hafen, dann nach rechts in die Altstadt und an Goethes Schlafstätte und am Hotel Central vorbei. Danach kommen wir zur Kirche Sant’Andrea, die bereits 1175 geweiht und im 18. Jh. dann barockisiert wurde. Wir nehmen den Weg durch die Via Pontalti Richtung Passegiate S. Lucia. Der Parco degli Olivi lädt zum Verweilen ein. Hier finden wir auch eine Gedenktafel, die an den Flottentransport von Venedig nach Garda im Jahre 1439 erinnert, sicher einer der sensationellsten Schiffstransporte der Geschichte. Wir wandern ins Tal hinein vorbei am herrlich ruhig gelegenen Aktivhotel Santa Lucia, dann durch Olivenhaine aufwärts.
Hinweise
SO SAH GOETHE TORBOLE. Am 12. September 1786 notierte Goethe nach Tisch in seinem Tagebuch - »Wie sehr wünschte ich meine Freunde einen Augenblick neben mich, dass sie sich der Aussicht freuen könnten, die vor mir liegt. Heute Abend hätte ich können in Verona sein, aber es lag mir noch eine herrliche Naturwirkung an der Seite, ein köstliches Schauspiel, der Gardasee, den wollte ich nicht versäumen, und bin herrlich für meinen Umweg belohnt. Nach fünf fuhr ich von Roveredo fort, ein Seitental hinauf, das seine Wasser noch in die Etsch gießt. Wenn man hinaufkommt, liegt ein ungeheurer Felsriegel hinten vor, über den man nach dem See hinunter muss. Hier zeigten sich die schönsten Kalkfelsen zu malerischen Studien. Wenn man hinabkommt, liegt ein Örtchen am nördlichen Ende des Sees und ist ein kleiner Hafen oder vielmehr Anfahrt daselbst, es heißt Torbole. Die Feigenbäume hatten mich schon den Weg herauf häufig begleitet, und indem ich in das Fels-Amphitheater hinabstieg, fand ich die ersten Ölbäume voller Oliven. Hier traf ich auch zum ersten Mal die weißen kleinen Feigen als gemeine Frucht, welche mir die Gräfin Lanthieri verheißen hatte. Aus dem Zimmer, in dem ich sitze, geht eine Türe nach dem Hof hinunter; ich habe meinen Tisch davor gerückt und die Aussicht mit einigen Linien gezeichnet. Man übersieht den See beinah in seiner ganzen Länge, nur am Ende links entwendet er sich unsern Augen. Das Ufer, auf beiden Seiten von Hügeln und Bergen eingefasst, glänzt von unzähligen kleinen Ortschaften. [...] Der Wirt verkündigte mir mit italienischer Emphase, dass er sich glücklich finde, mir mit der köstlichsten Forelle dienen zu können. Sie werden bei Torbole gefangen, wo der Bach vom Gebirge herunter kommt und der Fisch den Weg hinauf sucht. Der Kaiser erhält von diesem Fang zehntausend Gulden Pacht. Es sind keine eigent - lichen Forellen, groß, manchmal fünfzig Pfund schwer, über den ganzen Körper, bis auf den Kopf hinauf punktiert; der Geschmack zwischen Forelle und Lachs, zart und trefflich.«
KartentippKompass-Wanderkarte 1 - 35 000, Blatt 096 Alto Garda, Val di Ledro
MarkierungenPassegiate S. Lucia, alte Römerstraße; Wegweiser »Pozzo Glaziale Marmitte dei Giganti«
VerkehrsanbindungANFAHRT Brennerautobahn A 22, Ausfahrt Rovereto Sud, und der Beschilderung nach Riva del Garda folgen; in Nago weiter auf der SS 249 Richtung Malcesine bis Torbole. Parkplatz gegenüber der Touristeninformation.
GastronomieIn Torbole und Nago
Tourismusbüro
IAT-Ufficio Informazioni Nago-Torbole, Via Lungolago Verona 19, 38069 Torbole (TN), Tel. 0039/0464/50 51 77, Fax 0039/0464/50 56 43, E-Mail - info@gardatrentino.it, www.gardatrentino.it

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