Von Süden zum Risserkogel

Sehr schöne Bergwanderung, für die im Gipfelbereich Trittsicherheit angenehm ist; Aufstieg rein südseitig. (Autor: Horst Höfler, Gerlinde M. Witt)
13 km
1000 m
6.00 h
Vom Parkplatz westlich der Schwaigeralm in wenigen Minuten zu dieser und weiter auf dem Talsträßchen in Ostrichtung, bis vor der Langen Au der Weg zum Risserkogel links abzweigt. Erst noch durch Wald führt der Steig bald – teilweise recht steil – in Serpentinen zur Scheuereralm (etwa 1040 m) hinauf. Von dort mit vielen Kehren im freien Gelände, weiter oben wieder durch Waldstücke, zur schön gelegenen Ableitenalm (etwa 1440 m). Jetzt nicht dem nördlich zum Grubereck hinaufführenden Steig folgen, sondern rechts (östlich) ab und auf reizvollem Höhenweg so lange an den Risserkogel-Südhängen nach Osten, bis man sich direkt in Falllinie des Gipfels befindet (P. 1509, LVA-Karte). Hier weisen Pfadspuren nördlich über den Wiesenrücken empor. Weiter oben werden sie ausgeprägter, der Pfad leitet durch Latschen links vom Hangabbruch (Zaun!) steil empor in die Gipfelschrofen, über die man von Süden her das Kreuz erreicht. Der Nahblick auf den Plankenstein ist immer wieder interessant und im Südwesten steht mit dem mächtigen Kamm der Blauberge unser nächstes Tourenziel. Abstieg - Für den Abstieg können wir die Aufstiegsroute wählen. Oder wir steigen auf dem Alpenlehrpfad, dem üblichen Risserkogelweg also, so lange in Westrichtung hinunter und hinüber, bis noch vor der Höhe des Gruberecks links (südlich) der Weg nach Kreuth abzweigt. Auf ihm steil über den Wiesenhang zur Ableitenalm und damit wieder auf unseren Anstiegsweg zurück.

Dauer - Parkplatz – Scheuereralm 1 Std.; Scheuereralm – Ableitenalm gut 1 Std.; Ableitenalm – Risserkogel 1.15 bis 1.30 Std.; Risserkogel – Ableitenalm 45 Min.; Ableitenalm – Parkplatz 1.30 Std. Höhenunterschied: Parkplatz – Scheuereralm 247 m; Scheuereralm – Ableitenalm 400 m; Ableitenalm – Gipfel 383 m.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour13 km
Höhenunterschied1000 m
Dauer6.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktParkplatz (793 m) an dem von Kreuth zur Schwaigeralm führenden Sträßchen auf der östlichen Weißachseite.
TourencharakterDie beiden Hauptrouten auf den Risserkogel, der Alpenlehrpfad vom Wallberghaus herüber und der Anstieg aus dem Rottachtal, sind überlaufen. Wesentlich weniger begangen wird der Weg von Kreuth hinauf aufs Grubereck, doch trifft man ebendort wiederum auf den erwähnten Alpenlehrpfad. Die vielleicht lohnendste Möglichkeit, den Risserkogel zu erwandern, bietet der Steig von Wildbad Kreuth herauf. Hat man den zum Steinernen Kreuz führenden Fahrweg erst einmal verlassen, geht man auf einem Bergpfad, wie wir ihn mögen - schmal, auf Grund der vielen Kehren nicht allzu anstrengend, verläuft er überwiegend in freiem Gelände. Ich hab nicht gezählt, wie oft ich auf den Risserkogel hinaufgestiegen bin. Fest steht, dass ich ihn zu allen Jahreszeiten und auf all seinen Wegen besuchte – oft mit einem Abstecher auf den Plankenstein, den steilfelsigen Nachbarn. Sicher ist auch, dass ich meine erste Risserkogeltour vom Wallberg herüber unternahm. Auf der Hauptroute also. Wenn's zum Klettern an den Plankenstein ging, war es mir egal, ob da viele Wanderer über den Kammweg liefen oder nicht. Hauptsache, man konnte sie überholen! Es dauerte einige Jahre, bis ich nach anderen Möglichkeiten sann und bis es mir nicht mehr wichtig war, schnell – möglichst schneller als die meisten – unterwegs zu sein. Bis nicht mehr nur ein Gipfel oder irgendeine Felsroute als akzeptables Ziel galt, sondern auch der Weg; seine Schönheit, die kleinen Wunder an seinem Rand; Tiere, denen man sich lautlos-vorsichtig nähern konnte, wie einmal Anfang November auf der hier beschriebenen Südroute einem Rudel Gämsen. Ja, das »gedämpfte Saitenspiel«, wie Fritz Schmitt einmal die abgeklärte Phase des Bergsteigerlebens nannte, hat schon seine Vorzüge. Man ist in sich ruhiger geworden. Der Ehrgeiz ist nicht mehr »blind«. Es eilt nicht mehr so sehr. Man hat das Schauen gelernt – ich konnte es als sehr junger Mensch ganz und gar nicht. Aber vielleicht sieht man auch nur deshalb mehr, weil man langsamer geht . . . Man kann die Risserkogeltour mit vielen Schaurast-Aufenthalten gut und gerne zu einer tagesfüllenden Unternehmung ausweiten. Wer aber danach noch Zeit hat, sollte die Pfarrkirche St. Laurentius in Egern besuchen. In ihrem Hochaltar birgt sie ein Gemälde von Hans Georg Asam, im rechten Seitenaltar das aus dem 15. Jahrhundert stammende Gnadenbild. Im Egerner Friedhof ruhen Ludwig Ganghofer und Ludwig Thoma, auch der Tenor Leo Slezak. Selbstredend, dass sich bei der Weiterfahrt nach Norden ein nochmaliger Halt in Tegernsee lohnt. Nicht nur wegen des Bräustüberls und des süffigen Bieres, das dort ausgeschenkt wird. Das Stift Tegernsee wurde nach der Säkularisation zu mehr als der Hälfte abgerissen. Den Rest der Anlage gestaltete Leo von Klenze im Auftrag von Max I. Joseph zum Schloss um. Es dient heute als Gymnasium. Aber in die Klosterkirche mit ihrem von italienischen Künstlern gefertigten Stuck und den Fresken von Hans Georg Asam sollten wir allemal hineinschauen.
Beste Jahreszeit
KartentippTopographische Karte Mangfallgebirge, 1 - 50 000, Bayerisches Landesvermessungsamt München.
VerkehrsanbindungVon Norden über Rottach-Egern und Kreuth, von Süden über den Achenpass. Zufahrt zum Parkplatz entweder von Kreuth (Wegweiser »Schwaigeralm«) oder vom Großparkplatz Wildbad Kreuth. (Auch dort kann man den Wagen abstellen.) Nächstgelegene BOB-Bahnstation ist Tegernsee; von dort Busverbindung nach Wildbad Kreuth.
GastronomieGasthaus Schwaigeralm.
Tipps
Wissenswertes Im Ludwig-Thoma-Haus auf der Tuften in Rottach-Egern finden bisweilen Führungen statt; Information und Anmeldung im Kuramt Tegernsee, Tel. - 08022/180140.

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