Von Stepfershausen auf die Hohe Geba

Zum Abbild der Hohen Rhön (Autor: Norbert Forsch)
10 km
300 m
3.00 h
Die Hohe Geba, der höchste Berg der nordöstlichen Vorderrhön, gilt als verkleinertes Abbild der Hohen Rhön. Auf dem unbewaldeten Gipfelplateau beeindruckt sofort die Weite. Der Berg schenkt eine herrliche Rundumsicht zur Hohen Rhön, ins Grabfeld und bis hin zum Thüringer Wald.Hier gibt es einiges zu entdecken: die Meininger Hütte, eine Infostelle, eine Gaststätte, das Museum »Drushba« zum Leben der bis 1991 auf dem Berg stationierten Sowjetarmee und nicht zuletzt der ungewöhnliche Rhönkulturgarten, ein besonderes Erlebnis für die ganze Familie. Dem Besucher werden auf einer Fläche von ca. 3,5 Hektar die einzigartige Pflanzenwelt der Rhön sowie die künstlerische und historische Landschaftsgestaltung im harmonischen Nebeneinander vermittelt. Die Hohe Geba wird auch im Winter gerne besucht. Manchmal bedeckt meterhoher Schnee den Gipfel. In Stepfershausen steht der einzige Skilift der Thüringer Rhön.
Auf die Hohe Geba.
Wir beginnen die Wanderung am Sportplatz von Stepfershausen. Das Dorf wurde 863 erstmals als »Starefrideshusen« erwähnt. Es liegt am Nordhang der Geba und besitzt 13 öffentliche Laufbrunnen, die alle einen Namen und Brunnenspruch besitzen. Zahlreiche alte Fachwerkhäuser und die um 1600 erbaute Dorfmauer prägen das Ortsbild.
Ein besonderes Wahrzeichen des Ortes und weithin sichtbar sind der Kirchturm der Trinitatiskirche und der Torturm, auch Wächter und Hüter genannt.
Wir gehen an der Kirche vorbei zum nordwestlichen Ortsrand, biegen links in den Weg Kniebreche ein und folgen dem grünen Winkel und RR. Der Wanderweg macht seinem Namen alle Ehre. Er führt stramm geradeaus bergan. Bald wandern wir auf einem von Ahornbäumen beschatteten Schotterweg, dann auf einem von Geländern gesäumten Wiesenweg. Wir durchqueren ein Waldstück und passieren einen Rastplatz. Hinter einem Waldstreifen erreichen wir schließlich den Querweg vor der offenen Flur auf der Hohen Geba.
Auf dem Gipfelplateau.
Schon vor über 100 Jahren stand auf der Hohen Geba ein kleines Bretterhäuschen. Als die Besucherzahlen ständig stiegen, errichtete der Meininger Rhönklub-Zweigverein eine erste ordentliche Berghütte, die ab 1932 bewirtschaftet wurde. 1945 diente das Haus als Jugenderholungsheim. Als 1962 die Hohe Geba von der Sowjetarmee zum Sperrgebiet erklärt wurde, war der Zugang zur Meininger Hütte verwehrt. Sie brannte zehn Jahre später nieder. Die heutige Hütte wurde 1998 errichtet. Sie wird an Wandergruppen vermietet.
Wir biegen rechts in den Querweg ein und gehen am Haus »Geba-Treff« vorbei. Im »Geba-Treff« befindet sich eine Infostelle, die Tipps für Wanderungen und Übernachtungen sowie Souvenirs und Karten bereithält. Von dort ist es ein Katzensprung zum Rhönkulturgarten. Er ist in zwei Sektoren eingeteilt und stellt die unterschiedlichen Landschaften und Biotope der Rhön dar. Im Zentrum des Gartens finden wir den zweireihigen »Steinkreis«, für den 150 Tonnen Basalt aufgeschichtet wurden. Er erinnert an eine keltische Festung und wird als Treffpunkt und Veranstaltungsort genutzt. An den Steinkreis schließt sich der »Weg der 13 Steine« an, der auf einen Hügel führt. Von hoch oben blicken wir weit in die Ferne und auf den Rhönkulturgarten hinab.
Träbes und das Träbeser Loch.
Wir verlassen den Rhönkulturgarten auf dem vorbeiführenden Asphaltweg, folgen seiner scharfen Linkskurve und befinden uns nun auf dem Julius-Greif-Rundweg. Er ist mit einem grünen Keil mit gefüllter Spitze markiert. In der kommenden Rechtskurve biegen wir links ab und gehen an einem Acker entlang zu einem Querweg.
Wir nehmen ihn links, erreichen die Kurve eines Feldweges und schwenken nach rechts. An folgender Kreuzung biegen wir links ab zur Waldecke. Dort folgen wir dem grünen Tropfen gegen die Spitze nach rechts und kommen auf einen abwärts führenden Pfad. Er geht in einen Wirtschaftsweg über, der nach rechts zur Straße zieht.
Auf der Straße wandern wir durch Träbes. Das auf 590 m Höhe liegende Dorf wurde erstmals im 14. Jh. als Wüstung des Ritters Johann von Fladungen erwähnt. Der Ortsname geht auf »Trageboto« (Hof des Trabo) zurück.
Wir folgen der Straße bergab zur scharfen Linkskurve. Dort biegen wir rechts ab und tauchen geradeaus in den Wald ein. Zur Rechten öffnet sich das Naturdenkmal Träbeser Loch, ein 27 m tiefer Erdfalltrichter mit 80 m Durchmesser. Das Träbeser Loch ist durch Auslaugung entstanden. Salz und Gips im Untergrund lösten sich und bildeten Hohlräume, die zur Erdoberfläche durchgebrochen sind. So entstand ein gewaltiger Erdfall im Unteren Muschelkalk. Das Loch ist teilweise bis zur Sohle mit Bäumen bewachsen. Es wird bereits im Jahr 1700 erwähnt.
Über die Kleine Geba zurück.
Wir treten aus dem Wald, wandern geradeaus am Waldrand entlang in die Waldecke und schwenken rechts auf einen schmalen Weg. Den breiten Forstweg in der folgenden Waldecke nehmen wir links und überqueren die Kleine Geba. Der Weg führt bald bergab. Nun müssen wir aufpassen und den Linksabzweig des von Herpf kommenden Wanderweges einschlagen. Er ist mit dem grünen Punkt markiert und führt durch die offene Flur zum Sportplatz von Stepfershausen zurück.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour10 km
Höhenunterschied300 m
Dauer3.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktSportplatz in Stepfershausen
EndpunktSportplatz in Stepfershausen
TourencharakterÜberwiegend breite Wirtschaftswege; weitgehend schattenlos; sehr steil zu Beginn; hervorragende Fernsicht.
Beste Jahreszeit
KartentippTK 50 W »Thüringische Rhön«, 1:50 000, Blatt 52, Thüringer Landesvermessungsamt
MarkierungenMit RR auf die Hohe Geba; mit grünem Keil mit gefüllter Spitze über das Gipfelplateau; dann grüner Tropfen gegen die Spitze bis Anschluss grüner Punkt
VerkehrsanbindungMit dem Auto auf der A 71 zur Anschlussstelle Meiningen und weiter über Herpf nach Stepfershausen und gleich links zum Sportplatz an der Träbeser Straße; mit der Bahn bis Meiningen und weiter per Bus über Stepfershausen auf die Hohe Geba.
GastronomieStepfershausen: Ferienwohnung Zur Maltenne, Hauptstr. 17, Tel. 036943/652 35, www.hohe-geba.de; Gasthaus Zum Grünen Baum, Hauptstr. 119, Tel. 036943/638 62. Träbes: Träbeser Bauernstube, Tel. 036943/633 62, www.gebaberg.de. Hohe Geba: Gaststätte Bergstübchen.
Tipps
FREIZEIT-TIPPS Unter der Bezeichnung »Outdoor Fun Geocaching« bietet die Infostelle auf der Hohen Geba eine Art Schnitzeljagd an. Es gibt drei Varianten: Schatzsuche über Koordinaten, Schatzsuche mittels Karte und über- regionale Schatzsuche mit Anbietern der Region. Die Strecken decken sich mit markierten und beschilderten Wanderwegen. Die Koordinaten der Ziele werden in ein GPS-Gerät eingegeben. Das nötige GPS-Gerät und Anleitungen zu den Touren erhält man bei der Infostelle. Auf Anfrage sind Führungen durch den Rhönkulturgarten, geführte Wanderungen sowie Workshops möglich. Es wird geflochten, getöpfert und geschnitzt. Regelmäßig finden auf der Hohen Geba Sonnwendfeuer, Sommer- und Mondfeste sowie eine Kirmes statt. EXTRA-TOUR: DER GEBAWEG Der Gebaberg ist Ausgangspunkt des Gebaweges, einer Extratour des Premiumwanderweges Hochrhöner. Der Rundweg berührt auf 15,3 km Länge 53 Erlebnispunkte. Er ist mit einem roten G auf weißem Grund markiert. Zuerst führt er auf der Trasse des Rhön-Rennsteig-Weges nach Stepfershausen, dann über den Bildstein zum Reitpark Dörrensolz. Über Oberkatz leitet er zum Aussichtspunkt Rhönfrieden und über das Dorf Geba zurück auf die Hohe Geba. Wer lediglich Lust auf eine Kurzwanderung hat, fährt mit dem Bus oder dem Auto vom Dörfchen Geba auf die Hohe Geba und erkundet auf dem 5 km langen Julius-Greif-Rundweg das Gipfelplateau. EINKEHR-TIPPS Das Gasthaus Zum Grünen Baum liegt direkt an der Hauptstraße in Stepfershausen. Es bietet seinen Gästen in einer gemütlichen Gaststube gutbürgerliche Küche, Kaffee und Kuchen. Der Berggasthof Träbeser Bauernstube, ein kleiner Familien- betrieb in Träbes, besteht seit 1987. Von der Gaststube mit knapp 100 Sitzplätzen genießt man einen herrlichen Blick zum Thüringer Wald. Die Küche bietet ordentliche Hausmannskost, hausgemachten Kuchen, Kaffee und Eisbecher. REZEPT: LÖFFELSALAT Der Löffelsalat, auch Schlappsalat genannt, ist außerhalb der Rhön kaum zu finden. Es handelt sich um eine warme Zubereitung des Kopfsalats. Zutaten: 1 Kopfsalat, 50 g Bauchspeck, 1 EL Mehl, 250 ml Milch, 250 g saure Sahne oder Schmand, 4 hartgekochte Eier, Schnittlauch, Dill. Zubereitung: Den Kopfsalat zerpflücken, waschen und abtropfen lassen. Speck würfeln und im Topf andünsten. Das Mehl dazu- geben und anschwitzen. Mit Milch ablöschen und die saure Sahne unterrühren. Die Eier in Scheiben schneiden und mit den klein geschnittenen Kräutern und den Salatblättern in eine Schüssel geben. Die heiße Specksoße darüber gießen. Als Beilage werden Salzkartoffeln gereicht.
Unterkunft
Stepfershausen: Ferienwohnung Zur Maltenne, Hauptstr. 17, Tel. 036943/652 35, www.hohe-geba.de; Gasthaus Zum Grünen Baum, Hauptstr. 119, Tel. 036943/638 62. Träbes: Träbeser Bauernstube, Tel. 036943/633 62, www.gebaberg.de. Hohe Geba: Gaststätte Bergstübchen.

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