Von Steinbach am Wald nach Grumbach

Streckenwanderung auf bequemen Wegen, vorwiegend im Wald. (Autor: Tassilo Wengel)
12 km
290 m
3.00 h
Von der Brücke über die Eisenbahn in Steinbach am Wald folgen wir dem Rennsteig weiter, bis wir neben einer überdachten Sitzgruppe in den Wald gelangen. Ein Schild mit der Aufschrift »Hier auf dem Rennsteig kam D. Martin Luther vorbei, als er am 5. Oktober 1530 mit kurfürstlichem Geleit von Coburg über Judenbach nach Lehesten reiste und dort in der Kirche predigte.« erinnert hier oben daran, dass Luther dem Rennsteig bis zu dieser Höhe folgte. Wir überqueren die Straße nach Ludwigsstadt und steigen hinter der früheren »Ziegelhütte« zum Sattel auf die Lauenhainer Höhe mit Wasserbehälter, wo sich eine schöne Aussicht auf Lauenhain und die Schieferbrüche von Lehesten genießen lässt. Wir folgen dem Rennsteig nach rechts in den Wald, halten uns an der nächsten Gabelung links, dann rechts und wandern nun von Grenzsteinen begleitet weiter. Hier reihen sich auf einem Kilometer vier der bedeutendsten Wappensteine aneinander, weshalb dieser Abschnitt des Rennsteigs »Schönwappenweg« genannt wird. Zuerst sehen wir links den Dreiwappenstein am Kießlich, ein Dreiherrenstein von 1717 mit dem Wappen des Bamberger Hochstifts; auf der Rückseite prangt das schöne Rautenkranzwappen Sachsens. Nach 200m kommen wir zum Grenzstein zwischen Bayern und Thüringen, der 1935 aufgestellt wurde, und nach weiteren 200m steht der Kleine Bischofsstein von 1651 mit dem sächsischen Rautenkranz und dem Bamberger Löwen. Hier verlassen wir den breiten Waldweg und folgen dem Rennsteig als Pfad geradeaus weiter zum Großen Bischofsstein von 1619. Er trägt auf der einen Seite einen Löwen mit Rad, das Bamberger Wappen, und auf der anderen Seite wieder den sächsischen Rautenkranz.
Wir folgen dem Rennsteig geradeaus weiter und schwenken dann nach links. Bevor der Rennsteig den ehemaligen Grenzstreifen der DDR überquert, steht der wohl älteste Wappenstein im deutschen Sprachraum: der Kurfürstenstein von 1513. Nachdem wir den ehemaligen Grenzstreifen überquert haben, stehen wir vor der Schutzhütte mit Sitzplatz und einer Infotafel mit sehr interessanter Darstellung über diese historischen Grenzsteine. Hier folgen wir dem Rennsteig in den Wald, kommen an einem Rastplatz mit Schutzhütte vorbei und erreichen Brennersgrün. Wir durchqueren den Ort auf der Hauptstraße, schwenken hinter dem Friedhof halb links und wandern durch den Wald. Wieder die einstigen Grenzanlagen querend, gehen wir links bergab und biegen am Wegestern halb links zur Hohen Tanne aufwärts. Oben angekommen, schwenken wir nach links und folgen dem Rennsteig – abermals die früheren Grenzanlagen überquerend – Richtung Grumbach. Über die Straße Brennersgrün–Grumbach erreichen wir den Ort am Friedhof.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour12 km
Höhenunterschied290 m
Dauer3.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktStreckenwanderung.
EndpunktWie Ausgangspunkt
TourencharakterZahlreiche Wappensteine begleiten den Wanderer auf dem gesamten Rennsteig als Zeugen der Geschichte. Besonders schöne und gut erhaltene Wappensteine erwarten uns auf diesem Abschnitt.
Beste Jahreszeit
KartentippFritsch-Wanderkarte Nr.48 1:50000, Naturpark Thüringer Schiefergebirge–Obere Saale.
Markierungen»R« für Rennsteig.
VerkehrsanbindungAutobahn A4, Abfahrt Weimar oder Apolda, bis Bad Berka, auf B85 über Saalfeld, Ludwigsstadt nach Steinbach am Wald.
GastronomieBrennersgrün: Gasthof Zum grünen Wald, Ortsstraße 4.
Tipps
Kurfürstenstein und Bischofsstein. Beide Steine gehören zu den bedeutsamsten Wappensteinen im Thüringer Wald, die sehr gut erhalten sind. Der Kurfürstenstein stammt von 1513 und zeigt auf der Vorderseite das kursächsische Wappen mit gekreuzten Schwertern und Rautenkranz, auf der Rückseite das bischöflich bambergische Wappen mit dem nach links gewandten Löwen, fränkischen Rechen und Turnierkolben. Der Große Bischofsstein von 1619 trägt auf der einen Seite einen Löwen mit Rad, das Bamberger Wappen, und auf der anderen Seite wieder den sächsischen Rautenkranz.
Unterkunft
Brennersgrün: Gasthof Zum grünen Wald, Tel. 036652/25922; Grumbach: Grumbacher Bauernstube, Tel. 036652/22278; Pension Zum Frankenwald, Tel. 036652/22832.
Tourismusbüro
Frankenwald Tourismus Service Center, Adolf-Kolping-Straße 1, 96317 Kronach, Tel. 09261/6015-0, Fax 09261/601515, E-Mail: presse@frankenwald-tourismus.de, Internet: www.frankenwald-tourismus.de; Fremdenverkehrsamt Grumbach, Leutenberger Str. 10, 07343 Grumbach, Tel. 036652/30414, Fax 30416, E-Mail: fremdenverkehrsamt@wurzbach.de, Internet: www.wurzbach.de.

Buchtipp

Tassilo Wengel

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