Seen- und Waldwanderung in Südtirol

Von St. Felix zum Tretsee

Einsamer Waldsee am Nonsberg. Einfache Rundwanderung auf Waldpfaden und geschotterten Wirtschaftswegen; durchgängig markiert; besonders gut für Senioren oder Familien mit Kleinkindern geeignet (Autor: Peter Mertz)
6 km
290 m
2.00 h

Zum Tretsee

Unsere Wanderung hat den lieblichen Tretsee zum Ziel, der eingebettet inmitten von herrlichen Lärchenwäldern eine ehemalige Gletscherwanne ausfüllt. Wer im Frühsommer kommt, wird sich an den zahllosen Blumen der Trockenrasen und Lärchenwiesen erfreuen, wer den Herbst wählt, wird begeistert sein vom strahlenden Orangebraun der Lärchenwaldungen. Wir folgen von der Gampenstraße bei St. Felix der Beschilderung zum Parkplatz, der einen Kilometer östlich des Orts liegt. Hier folgen wir dem Weg Nr. 9, einem breiten Waldpfad, der die 150 Höhenmeter bis zum See über mehrere Geländestufen bewältigt. Nach etwa 40 Minuten haben wir den Waldsee erreicht, wobei wir zuletzt bereits durch die den See umgebenden Lärchenwaldungen gewandert sind.

Am See können wir noch ein wenig dem Forstweg in Richtung Fondo-Alm folgen, biegen aber nach 500 Metern nach links auf den Pfad Nr. 512 ein, auf dem wir zur Gastwirtschaft Waldruhe gelangen, wo wir uns bei einer Jause entschließen, ob wir auf kürzestem Weg innerhalb einer Stunde zurückkehren wollen zum Ausgangspunkt oder noch Kräfte für die eineinhalb Stunden längere Variante besitzen.

Der Rückweg

Wollen wir auf der kürzeren Route zurückkehren, folgen wir vom Tretsee aus dem Wanderweg Nr. 512 in Richtung Tret, wobei wir stets durch Lärchenwaldungen wandern und Fernblicke auf die Brentadolomiten genießen. Bei der Kote 1437 benützen wir den Waldpfad 57, der nach links in 25 Minuten mit geringem Gefälle zum Ausgangspunkt zurückführt.

Für die längere Variante wählen wir den Weg nach Norden zur St.-Felix-Alm, von der aus wir bei der Weggabelung nach rechts auf leicht ansteigendem Forstweg in 90 Minuten zum Schönegg gelangen, einem Aussichtspunkt am Mendelkamm. Von hier folgen wir dem Weg Nr. 56 erst nach Osten, dann parallel westlich der Höllenschlucht entlang. Kurze Zeit später gelangen wir zu der Fahrstraße von St. Felix zur St.-Felix-Alm, auf der wir hinab zum Ausgangspunkt zurückkehren.

Dauer: St. Felix (Parkplatz) – Tretsee 40 Min. – Waldruh 15 Min. – St. -Felix-Alm 5 Min. – Parkplatz 1 Std.; Gesamtgehzeit 2 Std.; Variante über Schönegg und Höllental zusätzlich 1.30 Std. ;
Motto: Wandern am Wasser

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour6 km
Höhenunterschied290 m
Dauer2.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktSt. Felix am Nonsberg (1255 m), Parkplatz etwa 1 km östlich des Orts am Beginn des Almwegs zur St.-Felix-Alm
EndpunktWie Ausgangspunkt
TourencharakterDas Kalksteinmassiv des Nonsbergs südwestlich von Bozen gehört zu den weniger bekannten Regionen Südtirols. Zum Großteil liegt es ja auch bereits im Trentino. Hier entspringt der Noce, der südwärts ins Gebiet der Brenta abfließt. Auf dem Hochplateau liegen vier deutsche Gemeinden: Unsere Liebe Frau im Walde, Laurein, Proveis und St. Felix. Der kleine Ort St. Felix hoch über dem Tal des Noce ist der Ausgangspunkt für unsere Rundwanderung zu einem Naturdenkmal inmitten von strahlenden Lärchenwaldungen. St. Felix wurde einst vom Burggrafenamt aus als Hochweide besiedelt. Dabei überquerten die Hirten das Gampenjoch, das auf einer geologischen Bruchlinie liegt. Sie trennt den Bozener Quarzporphyr vom Mendeldolomit, der den gesamten Mendelkamm südlich von Bozen aufbaut. Er fällt steil zum Mittelgebirgsplateau um Kaltern ab und bildet einen eigentümlichen Naturraum. Der Deutschnonsberg ist ein leicht ansteigendes Plateau, das von Wäldern überzogen und von auffälligen Karstschluchten durchschnitten wird. Wir finden hier sogar die für Südtirol einzigartigen Dolinen. Koflertalschlucht und die Höllentalschlucht nahe St. Felix sowie das Gampenjoch sind ebenfalls als Naturdenkmal ausgewiesen.
Beste Jahreszeit
KartentippFreytag & Berndt Wanderkarte 1:50000, Blatt WKS 1 (Bozen–Meran); Kompass Wanderkarte 1:50000, Blatt 53 (Meran)
VerkehrsanbindungVon Bozen auf der SS 42 über Eppan zum Mendelpass, von dort über Fondo nach St. Felix; von Meran auf der SS 238 über das Gampenjoch nach St. Felix Busverbindungen von Lana und Eppan
GastronomieGasthaus Waldruh, Jausenstation von Mai bis Anfang November geöffnet, durchgehend warme, tirolerisch-italienische Küche, besonders empfehlenswert sind Kaiserschmarren und Pilzgerichte
Tipps
Weitere Sehenswürdigkeiten am Nonsberg: Eine tiefe Karstschlucht, die Koflertalschlucht, überquert man nördlich von Fondo auf einer Straßenbrücke, die einen atemberaubenden Tiefblick ermöglicht. In der Schlucht befindet sich der Wasserfall. Südlich davon führt eine Wanderwegbrücke über den Graben, der teilweise bewaldet ist. Kulturhistorisch sehenswert ist die Wallfahrtskirche »Unsere Liebe Frau im Walde« südlich des Gampenjochs, biologisch Interessierte wird das Widummoos hinter der Kirche anziehen.
Tourismusbüro
Tourismusverein Ultental-Deutschnonsberg, I–39040 Laurein, Tel.: 0473/530088, www.ultental-deutschnonsberg.info, info@deutschnonsberg.info

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