Von Schierke über den Brocken

Diese Wald- und Aussichtswanderung führt durch das Naturparadies Harz auf den Brocken; der Eckerlochstieg erfordert festes Schuhwerk. (Autor: Chris Bergmann)
14 km
500 m
6.00 h
Vom Großparkplatz am nordwestlichen Ortsrand von Schierke weisen die Brocken-Richtungsschilder bergwärts im Tal der Kalten Bode. Die Aufstiegsroute folgt zunächst wenige Minuten der Brockenstraße, die ab hier für den öffentlichen Verkehr gesperrt ist, und zweigt am alten Wasserwerk rechts hinauf in die Wälder ab. Im Hang über dem Schwarzen Schluftwasser führt der Waldweg stetig aufwärts, quert die Brockenstraße und weiter oben die Trasse der Brockenbahn, dann laden im naturschönen Eckerloch Bänke und Tische zur Rast. Hier beginnt ein breiter Fels- und Wurzelsteig, der an nassen Stellen mit Planken ausgelegt ist und in mäßiger Steigung durch eine märchenhaft schöne Waldlandschaft aufwärts führt. Weiter oben mündet der Steig auf die Brockenstraße, auf der der Schlussspurt zum Brocken erfolgt.

Vom Brocken zum Adlerfelsen

Vom Brocken leitet die Brockenstraße teilweise sehr aussichtsreich abwärts im Hang der Heinrichshöhe, des Quellbergs der Ilse. An einer Stelle mit hohem Borkenkäferbefall und gutem Blick zum Wurmberg befinden sich eine Waldschädens-Informationstafel und eine Toilette, wenig später zweigt ein die Brockenstraße etwas abkürzender Waldweg Richtung Schierke ab, dann zeigt sich der Renneckenberg, und wir erreichen den Rastplatz am Brockenbett auf der Wasserscheide zwischen Elbe und Weser. Hier wechseln wir bei der Schutzhütte auf den ungeteerten »Glashüttenweg« in die Richtung Drei-Annen-Hohne/Bahnhof Schierke und folgen diesem bequemen, fast eben verlaufenden Wanderweg durch die von mächtigem Granitblockwerk durchsetzten Wälder, bis rechts das pfadartige Weglein zum Doppelfelsturm Arne- bzw. Ahrensklint (Adlerfelsen) abzweigt.

Der westliche Felsturm ist auf Eisenleitern ersteigbar und bietet ein vorzügliches Panorama, das vom Wurmberg bis zum Achtermann und zum Brocken reicht und auch die Hohneklippen umfasst. Vom Ahrensklint leiten namentliche Ausschilderung und die Markierung »gelbe Scheibe« hinab zur Trasse der Brockenbahn, und dort verzweigt sich der Weg: Längs der Brockenbahn geht es links zum Bahnhof Schierke, steil geradeaus abwärts führt der Pfarrstieg hinab nach Schierke.

Höllenspektakel am Fuße des Brocken

Schierke am Fuß des Brockens ist an Walpurgis die Hexenhauptstadt des Harzes mit einem Besucherandrang von meist mehreren zehntausend Menschen, von denen sich viele als »Hexen« und »Teufel« ausstaffieren. Im Jahr 1896 wanderte erstmals eine organisierte Walpurgis-Gesellschaft auf den Brocken: Um Mitternacht wurde auf der Teufelskanzel Feuer entzündet und mit einer Ansprache der Mai begrüßt. Innerhalb weniger Jahre avancierte Walpurgis zum touristischen Höhepunkt des Brockenjahrs: 1902 wurden erstmals Sonderzüge eingesetzt, 1903 versammelten sich an Walpurgis rund 500 Zugfahrer und Wanderer auf dem Brocken. Als sich 1904 auch Frauen unter die Walpurgismänner mischten, schritt die fürstliche Kammer ein und verbot derartige Feiern, da »der Höllenspektakel dicht an den groben-Unfugs-Paragraphen« grenze. Offiziell wurden die Walpurgisfeiern 1908 wieder aufgenommen, nachdem Brockenwirt und Verkehrsamtsleiter zugesichert hatten, die Feier würde »nicht in der Weise früherer Jahre« stattfinden.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour14 km
Höhenunterschied500 m
Dauer6.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktParkplatz (640 m) am Beginn der für den öffentlichen Verkehr gesperrten Brockenstraße am nordwestlichen Ortsrand von Schierke; wer sich für den bequemen Glashüttenweg als Aufstiegsroute entscheidet, startet am Schierker Bahnhof.
EndpunktWie Ausgangspunkt
TourencharakterDer steile, gut ausgebaute Eckerlochstieg durch den Nationalpark Hochharz ist einer der naturschönsten und traditionsreichsten Zustiege zum Brocken; der bequeme Rückweg folgt mit schönen Aussichtsstellen dem Glashüttenweg.
Beste Jahreszeit
KartentippWandern im Westharz (Landesvermessungsamt Niedersachsen).
MarkierungenGrün-x und namentliche Ausschilderung, ab Ahrensklint gelbe Scheibe. Verkehrsanbindung: Brockenbahn und Busverkehr.
GastronomieSchierke, Brocken.
Unterkunft
Als heilklimatischer Kurort und Wintersportplatz verfügt Schierke über ein breites Angebot an Hotels, Gasthöfen und Pensionen. Eine weitere Übernachtungsmöglichkeit bildet die Brockenherberge.
Tourismusbüro
Kurverwaltung Schierke, Brockenstraße 10, 38879 Schierke, Tel. 039455/3 10, Fax 039455/4 03.

Lust bekommen? Noch mehr Touren finden Sie in unserem Buchtipp:

Chris Bergmann

Harz

40 Touren quer durch den Harz! Hinweise zu Naturhighlights sowie zu Einkehrmöglichkeiten machen diesen Wanderführer zu einem praktischen Begleiter.

Jetzt bestellen
Mehr zum Thema