Von Schenkenzell nach Wolfach

Abwechslungsreiche Wald- und Aussichtswanderung auf Wegen jeglichen Belags, teils auch auf wurzeligen Pfaden, passagenweise steil. (Autor: Chris Bergmann)
22 km
890 m
6.00 h
Vom Bahnhof Schenkenzell geht es rechts durch die Bahnhofstraße ortseinwärts in Richtung der Ulrichskirche. Nach Überqueren der Kleinen Kinzig, die hier in die Kinzig mündet, weisen die Muschel-Markierungen des Kinzigtäler Jakobswegs und die Schlapphut-Markierung des Hansjakobwegs links talaufwärts durch die Reinerzaustraße, wechseln bald auf die gegenüberliegende Seite der Kleinen Kinzig und führen im Hang nach Vortal (412m). Hier verlassen der Jakobsweg und der Hansjakobweg das Kinzigtal und wechseln links hinauf zum ehemaligen Clarissenkloster Wittichen im Klosterbachtal. Bequem geht es in dem ehemaligen Flößertal aufwärts und schließlich beim ehemaligen Bergbaustollen Am Zundelgraben links hinauf zur Wegespinne Salzlecke mit einem Pilgerkreuz vor der Schutzhütte. An der Salzlecke kreuzt der zum Teisenkopf (Aussichtsturm) weiterführende Mittelweg (rote Raute), vom Teisenkopf kann man mit der blauen Raute absteigen ins Kleine Kinzigtal. An der Salzlecke verzweigen sich außerdem Jakobs- und Hansjakobs-Weg, ehe sie am Teufelsstein wieder zusammentreffen:
Kinzigtäler Jakobsweg: Der Kinzigtäler Jakobsweg führt in gleicher Routenführung wie der Wanderweg blaue Raute zur Wegeverzweigung Auf der Hex, wechselt hier links auf den Kammpfad zwischen Kinzig- und Wolftal und führt über Hinterhals und Vorderhals zum Naturdenkmal Teufelsstein, wo er sich wieder mit dem Hansjakobweg vereinigt.
Hansjakobweg: Der Hansjakobweg führt, teilweise mit Aussicht, hinab in das schluchtartig eingetiefte Heubachtal, begleitet von Lehrtafeln zur Holzflößerei. In der Heubachtalschlucht, die als »Hölle der Holzflößer« galt, lädt die alte Flößergaststätte Auerhahn zur Rast. Vor der Gaststätte überquert der Hansjakobweg den Bach, führt steil im Wald aufwärts, wechselt am Forsthaus auf ein Sträßchen und zweigt wenig später zum Teufelsstein ab, wo er sich mit dem Jakobweg vereinigt.
In gemeinsamer Routenführung verlassen die beiden Wege wenig später den Wald und führen an der Wallfahrtskirche vorbei in das idyllisch gelegene Höhendorf St. Roman. Hinter dem Gasthof Adler in St. Roman weisen die Muschelmarkierungen rechts hinauf zum Kreuzacker mit Pilgerkreuz, dann geht es durch die Wiese zum Wald hinab und in das Ippichental, wo wir der kleinen Fahrstraße am Jakobshof und anderen alten Höfen abwärts folgen ins Kinzigtal.
Hier überqueren wir die B294 und den hölzernen Kinzigsteg (Serresteg), wandern kurz abwärts zwischen Fluss und Bahnlinie und erreichen dann die eindrucksvolle Jakobskapelle oben im Wald. Von der Jakobskapelle führt ein Pfad hinab in die historische Altstadt von Wolfach. Bahnhof und Busbahnhof liegen wenige Gehminuten weiter südlich: Man geht durch die Haupt- und die Bahnhofstraße (ehemalige B294).

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour22 km
Höhenunterschied890 m
Dauer6.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktBahnhof Schenkenzell an der Kinzigtalbahn; wer abkürzen will, fährt vom Bahnhof bis Vortal mit dem Bus.
EndpunktBahnhof Wolfach an der Kinzigtalbahn.
TourencharakterVom Luftkurort Schenkenzell im Kinzigtal führt der Kinzigtäler Jakobsweg überwiegend in Gleichlauf mit dem Hansjakobweg zum ehemaligen Kloster Wittichen und am sagenumwobenen Teufelsstein vorbei zur Wallfahrtskirche in Sankt Roman. Von dort geht es hinab nach Wolfach, das eines der schönsten Altstadtbilder im Kinzigtal hat.
Beste Jahreszeit
KartentippSchwarzwaldvereins-Wanderkarte 1:50000 Blatt F5 Freudenstadt Schramberg (Landesvermessungsamt Baden-Württemberg).
MarkierungenMuschel (Jakobsweg), Schlapphut (Hansjakobweg) und namentliche Ausschilderungen.
VerkehrsanbindungKinzigtalbahn (Offenburg –) Hausach – Wolfach – Schenkenzell – Freudenstadt. A5 Basel – Karlsruhe Ausfahrt Offenburg, weiter auf der B33 an Offenburg vorbei durch das Kinzigtal bis Hausach, dort weiter auf der B294 via Wolfach nach Schenkenzell.
GastronomieWer die 20km lange Strecke teilen will, kann in Sankt Roman im Silencehotel »Adler« (www.adler-sanktroman.de) am Jakobsweg oder – deutlich preiswerter – in der Waldpension »Auerhahn« (Dienstag Ruhetag) in Heubach (www.waldrestaurant-auerhahn.de) am Hansjakobweg übernachten. Auch der idyllisch gelegene Benzenhof in Sankt Roman bietet Übernachtungsmöglichkeit an (www.benzenhof.de).
Tipps
Luitgardfest in Wittichen. Alljährlich am zweiten Sonntag im Oktober findet in Wittichen das Luitgardfest statt zur Erinnerung an den Todestag der Gründerin von Kloster Wittichen: Nach dem feierlichen Gottesdienst in der barocken Klosterkirche (1681) ziehen Pilger und Gläubige, Fahnen- und Trachtenträger und Musikkapellen in einer malerischen Prozession durch das Witticher Tal. Kloster Wittichen wurde 1324 von der später selig gesprochenen Mystikerin Luitgard († 16.10.1347), einer Begine, zusammen mit 33 Schwestern gegründet. Nach der Reformation wurden die Nonnen verjagt und die Klostergüter und -schätze verschleudert. Das Kloster wurde wieder hergestellt und errang ab 1629 wegen der Wunder, von denen an Luitgards Grab (in der Kirche) berichtet wurde, Zulauf von Hunderttausenden von Wallfahrern. Nach der Auflösung 1803 gehörte das Kloster den Fürstenbergern, 1979 übertrug Fürst Joachim zu Fürstenberg das ehemalige Kloster der katholischen Kirchengemeinde Wittichen. Im ehemaligen Klosterstall, einem schmucken Fachwerkbau, ist das Klostermuseum untergebracht. Die Jakobskapelle. Die Jakobskapelle ist eine Wallfahrtskapelle in malerischer Naturumgebung hoch über der Kinzig. Die erste Kapelle an dieser Stelle wurde 1433 errichtet, nachdem Wolfacher Hirtenkinder einen lieblichen Gesang aus einem Baum gehört hatten und in dem Baumstamm ein Bild des Apostels Jakobus gefunden worden war. Während der Reformation ließ der »wilde Graf« Wilhelm von Fürstenberg die Wallfahrtskapelle und das wundersame Bild 1533 zerstören, doch im Jahr 1655 entdeckten Kinder das alte Gemäuer wieder, und 1660 wurde eine neue Kapelle geweiht. Der Andrang der Pilger war so groß, dass 1680 eine größere Kapelle errichtet wurde; es ist die heutige Kapelle mit der Außenkanzel. Die Bilder im Inneren der Kapelle erzählen die Geschichte von derAuffindung des Bildes und der Wiedereinführung der Wallfahrt durch die Wolfacher Kinder. In der Mittelnische des Hochaltars (1705) steht die Statue des Hl. Jakobus mit Pilgerstab, Pilgermantel, Pilgerhut und Muschel.
Tourismusbüro
Gemeinde Schenkenzell, Reinerzaustraße 12, 77773 Schenkenzell, www.schenkenzell.de; Tourist-Info Wolfach/Oberwolfach, Hauptstraße 41, 77709 Wolfach, www.wolfach.de, Tel.: 07836/1041

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