Von Rohrmoos zum Besler

Steile Anstiege auf Bergpfaden, im Mittelteil leichter Spaziergang auf asphaltierten autofreien Alpstraßen. (Autor: Gerald Schwabe)
11 km
600 m
5.00 h
Liebliches Hochtal Bevor wir die Stiefel schnüren, sei noch das letzte Stück der Pkw-Anreise beschrieben. Ab Tiefenbach folgen wir der Straße Richtung Rohrmoos. Nach zwei Kilometern erwartet uns eine Schranke, die uns gegen einen Wegzoll von einigen Euro passieren lässt. Durch das enge Rohrmooser Tal fahren wir auf der Mautstraße nun aufwärts, ehe wir nach weiteren drei Kilometern die großartige, offene Almfläche mit dem kleinen malerischen Weiler Rohrmoos erreichen, wo wir unser Auto zurücklassen. Wir folgen der Beschilderung »Besler« ab der Ortsmitte und steigen steil und serpentinenfrei den Wiesenhang hinauf. Unter uns breitet sich das Rohrmooser Tal aus, überragt von den mächtigen Gottesackerwänden aus hartem Schrattenkalk, einem Gestein, auf das wir auch bei unserem heutigen Ziel treffen werden. Diese Wanderung ist Teil einer sehr beliebten Mountainbike-Runde, man sollte sich also nicht wundern, wenn auf diesem wahrlich halsbrecherischen Hang gelegentlich Biker entgegenkommen. Nach zehn Minuten erreichen wir einen Wald, der Anstieg wird nun flacher und schon kurze Zeit später gelangen wir auf die ersten Ausläufer einer großen und weitgehend baumfreien Hochebene, hinter der sich der Besler mit seinen hellen Felspartien erhebt. Auf einer Fahrstraße wandern wir genüsslich und ohne nennenswerte Steigungen zwischen Almwiesen und kleinen Bächen weiter, passieren einige Almhütten und biegen kurz vor der Freyburger Alpe auf einen Fahrweg. Steiler Anstieg zum Besler Nach 500 Metern geht der Fahrweg in einen Waldweg über, der uns steil durch lichten Fichtenwald bergwärts führt. Schließlich erreichen wir den Grat zwischen Beslerkopf und Besler, der überraschenderweise aus einer weiten Wiesenfläche besteht, die förmlich nach einer ausgiebigen Rast schreit. Das Panorama im Süden ist fantastisch: Über die gesamte Breite erstrecken sich die Gipfel des Allgäuer Hauptkamms von der Höfats bis zum Widderstein. Der eigentliche Weg verläuft nun knapp unterhalb des Grates über die Wiese, aber auch ein Blick über den Grat hinweg ist überaus lohnend: Unter uns sehen wir den Riedbergpass, dann das Riedberger Horn; der Blick reicht vom Illertal bis ins Balderschwanger Tal. Das Gipfelkreuz links von uns schmückt den Beslerkopf, wir aber wenden uns in die andere Richtung hinüber zum Besler. Nach zehn Minuten stehen wir vor einem mächtigen Felsklotz aus hellem Kalkgestein, dem eigentlichen Gipfel des Besler (1680m). Von dieser Seite ist er nicht zu erklimmen, vielmehr umrunden wir den Felsblock auf seiner rechten Flanke, gelangen schließlich nach 15 Minuten auf das felsige Gipfelplateau und genießen das sensationelle Panorama. Varianten für den Rückweg Der Abstieg beginnt mit einer Entscheidung: Wer die kurze und knackige Variante vorzieht, steigt direkt am Gipfel (ca. 20 Meter vom Gipfelkreuz entfernt) eine schmale, gesicherte und etwa 30 Meter lange Klettersteigpassage hinab. Auf der längeren Variante gehen wir unseren Hinweg etwa zehn Minuten bis zum Westende des Gipfelfelsblocks zurück. Am Wegweiser ignorieren wir das Schild »Rohrmoos« und folgen stattdessen den Pfeilen Richtung »Obermaiselstein« und »Grasgehren «. 20 Meter bergauf, dann haben wir den Grat erreicht und umrunden den Beslergipfel auf seiner linken, nördlichen Seite. Im Mai können unterhalb der hohen, schattigen Felswand noch Schneereste liegen, die aber gefahrlos zu queren sind. Nach wenigen Minuten sehen wir rechts an der Felswand das untere Ende des Klettersteigs, der vom Gipfelplateau herunterführt. Auf dem Grat wandern wir nun abwärts, biegen nach wenigen Minuten rechts ab und steigen steil den Hang zur Oberen und schließlich zur Mittleren Gundalpe hinab. Auf einem breiten Wirtschaftsweg geht es weiter bergab, ehe wir uns an der nächsten Abzweigung nach rechts Richtung Rohrmoos halten. Auf ebener Strecke erreichen wir nach wenigen Minuten die Freyburger Alpe und die Abzweigung, an der wir vor 2 Std. zum Besler aufgestiegen sind. Ab hier geht es auf dem gleichen Weg wie auf dem Hinweg zurück nach Rohrmoos. Variante Wer die Runde noch etwas sportlicher gestalten möchte, kann die Straße nach Rohrmoos mit dem Rad bewältigen. Die letzte Parkmöglichkeit befindet sich in Tiefenbach (ca. 850m). Nach knapp fünf Kilometern erreicht man auf der sehr wenig befahrenen und schönen Straße Rohrmoos (1070m). Und nach der Wanderung wartet eine rasante Abfahrt.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour11 km
Höhenunterschied600 m
Dauer5.00 h
Schwierigkeit
StartortTiefenbach-Lochwiesen
AusgangspunktRohrmoos, 1070m
EndpunktBesler, 1680m
TourencharakterDer Besler ist einer der schönsten Aussichtsgipfel des Allgäus, der allerdings wegen seiner relativ geringen Höhe auf der Liste vieler Alpinisten eher weit unten steht. Die wilde Gestalt des Beslers ist den meisten Besuchern vom Norden her bekannt, vom Illertal oder vom Riedbergpass, von wo sich der Berg wie ein gewaltiges Felsriff präsentiert. Wir wählen den längeren, aber stilleren Südanstieg vom Hochtal von Rohrmoos über sonnige Almflächen.
Beste Jahreszeit
KartentippUK L 8 Allgäuer Alpen 1:50 000, Bayerisches Landesvermessungsamt; Zumstein Wanderkarte Nr. 4 Oberstdorf
VerkehrsanbindungMit Pkw auf Mautstraße nach Rohrmoos; Bus ab Oberstdorf/Fischen nur bis Tiefenbach-Lochwiesen
GastronomieIn Rohrmoos: Berggasthaus Rohrmoos (1070m); Alpe Schattwald (1070m); unterwegs während des Alpsommers ab ca. Mitte Juni bew. Almhütten: Dinijörgenalpe, Freyburger Alpe, Toniskopfalpe (alle ca. 1300m)
Höchster Punkt
Besler, 1680m

Lust bekommen? Noch mehr Touren finden Sie in unserem Buchtipp:

Gerald Schwabe

Vergessene Pfade im Allgäu

Das Paradies vor der Haustür - die schönsten Panoramawege und Gipfel der wildromantischen Allgäuer Bergwelt auf stillen Pfaden neu entdecken!

Jetzt bestellen