Von Rheineck nach Bregenz

Flache, leichte Etappe immer am Bodenseeufer entlang. Wasser nur in Gasthöfen erhältlich. Kinder und Genießer: Eine schöne und interessante Etappe mit viel Natur. Etappen-Ende auch in Hard möglich (Autor: Robert Mayer)
22 km
20 m
5.00 h
Von Rheineck überquert man auf einer Holzbrücke beim Zollamt die braunen Fluten des Altenrhein nach Österreich. Am Fluss entlang führt der Seeweg zurück zum Ufer. Nicht dem Radwegschild rechts folgen, sondern am Gasthaus Schiff vorbei bis zum Bodenseeufer gehen.
Variante.
Wer etwas Zeit mitbringt, sollte den am Bodensee nur an wenigen Stellen noch erhaltenen Auwald des NSG Rheinholz besuchen (hin und zurück 4 km und 1 Std. zusätzlich). Dazu nach links den Wegweisern folgen. Am sumpfigen Ufer wächst wilde Pfefferminze, und im seichten Bodenseewasser stehen malerisch die Pfahlreihen.
Der Bodenseewanderweg führt nach rechts schwenkend auf den Polderdamm, der das Gaißauer Ried und die landwirtschaftlichen Flächen vor Überschwemmungen schützt. Auf dem Weg zum Rohrspitz passieren wir mehrere Pumpwerke und ein Kreuz mit der Inschrift: »Gott schütze vor Überschwemmungen und Unwetter«. Bei den Fischerhütten gibt es eine der zahlreichen Bade- und Einkehrmöglichkeiten des Tages. Nach dem NSG Rohrspitz (1.75 Std., 7,3 km) führt der Damm im Bogen durch die Fußacher Bucht am Boots-hafen vorbei zum neuen Rheinkanal. Diesem folgt man gegen die Fließrichtung bis zur Straßenbrücke (2.75 Std., 11 km) über den Rhein. Danach sofort wieder scharf links biegen und in Richtung Schleienlöcher (3 Std.) gehen, einer wildromantischen und sehr ursprünglichen Gegend zwischen Rheinkanal und der Ortschaft Hard. Ein besonders intensives Bodensee-Erlebnis erhält, wer hier, statt nach rechts über eine überdachte Holzbrücke auf den Bodensee-Wanderweg Richtung Hard abzubiegen, weiter geradeaus am Rheinkanal entlanggeht.
Variante.
Der karge, mit Bahnschienen belegte Schotterdamm des Rheinkanals, von anspruchslosem nach Heu duftendem Steinklee bewachsen, führt immer schmaler werdend mitten hinein in die Weite des »Schwäbischen Meeres« (hin und zurück 5 km). Am Ende ergießt sich der schmutzig graue Rhein in den grünlich schimmernden See; erstaunlicherweise durchfließt das kühle Rheinwasser den See dabei in seiner vollen Länge, ohne sich mit dessen grünem Wasser wesentlich zu vermischen. Viele Angler legen hier ihre Haken vom Boot oder Ufer aus und hoffen auf einen so großen Fang wie 2004, als ein Wels mit zwei Meter Länge und 96 Pfund am Blinker um sein Leben kämpfte.
Auf dem Rückweg kann man links haltend einen lauschigen Wanderweg über die Schleienlöcher wählen (dieser trifft später wieder genau auf den Rundwanderweg) – selten trifft man am dicht besiedelten Seeufer auf solch naturbelassene, unverfälschte Ecken.Auf dem Seeweg gelangt man nach der Brücke über die Dornbirner Ach ins Binnenbecken von Hard (399 m; 3.5 Std.). Am Ufer durchquert man Promenade und Hafengelände, bevor man die Bregenzer Ach flussaufwärts auf der Straßenbrücke (4 Std., 16 km) quert. Wir folgen der Bregenzer Ach auf einem schönen Waldweg bergab. Kurz vor Bregenz liegt rechts das oben erwähnte Kloster Mehrerau (5 Std.). Dann führt die lange Uferpromenade in Bregenz (5.25 Std., 21,5 km) direkt zur berühmten Seebühne.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour22 km
Höhenunterschied20 m
Dauer5.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktRheineck (398 m)
EndpunktBregenz (398 m)
TourencharakterDie Schweiz und Österreich bauten gemeinsam den Rheindurchstich bei Lustenau, damals noch von Hand und mit Pferdefuhrwerken, um den ständigen Überschwemmungen ein Ende zu setzen. Bis heute werden die notwendigen Ausbaggerungen am Ende des Lustenauer Reinkanals gemeinsam finanziert. Die jetzt schon massive Verlandung der Bregenzer Bucht durch Rheinsedimente würde sonst rapide voranschreiten.
Das Kloster Mehrerau, kurz vor Bregenz rechter Hand gelegen, wurde von dem Zisterzienserorden Ende des 11. Jahrhunderts gegründet. Mehrfach zerstört, wurden die Gebäude immer wieder aufgebaut, und der schöne Klostergarten nebst Gaststätte sind einen Besuch wert. In Bregenz sollte man abends dem Kunsthaus einen Besuch abstatten. Der Architekt Peter Zumthor schuf mit dem gläsernen Kubus einen beeindruckenden Leuchtkörper, der künstliches und natürliches Licht in sich vereint.
Beste Jahreszeit
KartentippKompass 1:50000, Nr.120, E5 Nord. Bayerisches Landesvermessungsamt 1:50000, UK L11, Lindau/Oberstaufen. Landesvermessungsamt Baden-Württemberg 1:50000, Freizeitkarte, Östlicher Bodensee
MarkierungenSehr gut markiert mit offenem schwarzem Kreis mit blauer Füllung auf weißem Grund (Bodensee-Rundwanderweg); E4- und E5-Wegschilder
VerkehrsanbindungBahnverbindung von Rheineck nach Bregenz. Busse in Fußach und Hard nach Bregenz
GastronomieFischerhütten; in Fußach und Hard; Campingplätze. Einkaufsmöglichkeiten in Fußach und in Hard
Tipps
Paradiesische Aussicht vom Pfänder, 1064 m. Um einen guten Überblick auf den Bodensee zu erhalten, bietet sich eine Auffahrt mit der Pfänderbahn von Bregenz aus an (Pfänderbahn AG, Steinbruchgasse 4, A-6900 Bregenz, Tel. +43/(0)5574/421600, www.pfaenderbahn.at; tägl. 8–19 Uhr). Der einzigartige Blick auf den Bodensee, nach Österreich, Deutschland und in die Schweiz hinein und auf 240 Alpengipfel der Region macht den Pfänder zum berühmtesten Aussichtspunkt der Gegend. Der am Gipfel gelegene Wildpark mit Steinböcken, Hirschen, Murmeltieren und anderen tierischen Alpenbewohnern wird vor allem Kinder begeistern. Auch eine Greifvogelschau mit Geiern, Adlern, Falken usw. findet bei der Adlerwarte statt (tägl. 11 und 14.30 Uhr). Die Greifvögel können vorab in ihren Volieren und Freiplätzen besichtigt werden. Naturschutzgebiet Rheindelta. Das Rheindelta am östlichen Bodensee ist eine beeindruckende Landschaft: Zwischen dem Altenrhein und der Dornbirner Ach sind rund 2000 ha Flachwasser, Schilfröhrichte, Feuchtwiesen und Auwälder geschützt. Das Feuchtgebiet ist ein bedeutendes Brut- und Rastgebiet für Vögel; es wurden hier über 330 Vogelarten beobachtet. Der Bodensee gilt als der größte Vogelrastplatz Deutschlands, und durch die Klimaerwärmung nisten hier inzwischen 15 neue Vogelarten. Zudem sind im Delta 700 seltene Schmetterlings- und 40 Libellenarten heimisch. Entwässerungen hinter dem Hochwasserdamm führen allerdings zu Austrocknung und Versäuerung der ehemaligen Feuchtgebiete. Das riesige, früher sumpfige Überschwemmungsgebiet wäre ein gigantisches Biotop ersten Ranges, das Zugvögeln, Amphibien usw. reichlich Lebensraum böte – Naturschützer würden es daher gern wieder unter Wasser setzen. Die wilde und raue Landschaft der Mündung des Rheinkanals ist mit ihren riesigen Sedimentablagerungen außergewöhnlich. Sie bietet die in Mitteleuropa einmalige Chance, Lebensraumentwicklungen zu beobachten und zu steuern. Das Problem dabei: Man muss menschliche Interessen mit denen der Natur in Einklang bringen.
Unterkunft
In Hard: JH Hard, Tel. +43/(0)5574/ 73435. In Bregenz: Jugend & Familiengästehaus Bregenz, Mehrerauerstr. 5, Tel. +43/(0)5574/42867, Fax 428678824, bregenz@jfgh.at (Ü/F 20 Euro im Familienzimmer). Campingplätze in Rohrspitz und vor Bregenz
Tourismusbüro
Bregenz Tourismus, Rathausstr. 35, A-6900 Bregenz, Tel. +43/(0)5574/495 90, Fax 49 59 59, tourismus@bregenz.at, www.bregenz.ws. In Fußach: Informationszentrum Rheindeltahaus, Tel. +43/(0)5578/74478

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