Von Reit im Winkl aufs Fellhorn

Reit im Winkl ist eines der großen Fremdenverkehrszentren der Chiemgauer Berge. Und dennoch ist das Fellhorn nie überlaufen, selbst zur Zeit der traumhaften Alpenrosenblüte im Juni begegnet man auf den Wegen nur sehr wenigen Wanderern. (Autor: Dr. Wilfried und Lisa Bahnmüller)
15 km
1040 m
5.00 h
Wir beginnen unsere Wanderung an der Hindenburghütte (1260 m) und wandern auf der Bergstraße geradeaus weiter. Der Weg führt in einer Schleife oberhalb der Hütte vorbei und dann geradeaus über die Almwiesen. Nach etwa 500 Metern biegt rechts der Filzenweg zum Straubinger Haus ab, den die meisten Wanderer gehen. Wir wandern aber weiter geradeaus über die Alm und erreichen die Annakapelle (1246 m), die 1906 von den Bauern der Oberen Hemmersuppenalm gebaut wurde. Von der Kapelle aus bleiben wir noch kurz auf der Almstraße und nehmen an der tiefsten Stelle den Weg aufwärts zum Straubinger Haus (1558 m), wo wir die erste Rast einlegen können.

Von dort aus gehen wir nach links an den zwei Almhütten vorbei, dann zweigt links der gemächlich ansteigende Pfad zum Fellhorngipfel (1764 m) ab. Hier erwartet uns nun die große Überraschung - Wer geglaubt hat, er sei auf einem harmlosen Grasbuckel unterwegs, hat sich gewaltig geirrt. Vom Gipfel fällt eine atemberaubend steile Wand fast senkrecht ins Tal nach Waidring ab. Entsprechend schön ist auch die Aussicht, die sich vom Fellhorn bietet.

Vom Gipfel gehen wir auf dem gleichen Weg zum Straubinger Haus zurück. Nun wählen wir nicht wie die meisten Wanderer wieder den Weg zur Hindenburghütte, sondern wandern auf dem alten Weg (der bereits fast vergessen war, bis ihn der Senner wieder gangbar machte) Richtung Zwerchenbergalm. Dazu gehen wir auf der Fahrstraße an der Alm vorbei und biegen nach etwa 250Metern links auf den Bergpfad ab, der mit »Neualm, Klausenbergalm, Blindau, Zwerchenbergalm« ausgeschildert ist. In einem kleinen Wiesental gabelt sich der Weg, und wir gehen nach rechts auf dem alten Weg Richtung Straubinger Haus und zur Zwerchenbergalm. Der schmale, teils etwas überwachsene, aber immer deutlich erkennbare Pfad führt zunächst fast eben zur Landesgrenze. Dort verzweigt er sich nochmals, und wir nehmen jetzt den Weg nach links (Hinweisschild).

Langsam senkt er sich und wird schließlich so breit, dass er mit dem Traktor befahren werden kann. In großen Schleifen geht es jetzt talwärts. Schließlich stehen wir vor einem Gatter, das uns von den Weidewiesen der Zwerchenbergalm trennt. Über die Wiesen erreichen wir in zwei Minuten die Alm, die uns zu einer ausgiebigen Brotzeit einlädt.

Das letzte Stück unseres Wegs ist ein sehr steiler Abstieg auf einem schmalen Waldweg. Wem das zu kritisch erscheint, wandert von der Alm auf der Almstraße nach Blindau zurück. Wir aber gehen von der Alm zum Gatter zurück und finden dort einen schmalen Pfad, der nach links abwärts führt. Schon nach wenigen Metern kommen wir in den steilen Berghang. In zahllosen Spitzkehren führt unser Weglein extrem steil abwärts, und schließlich erreichen wir den Großen Steinbach. Er macht seinem Namen alle Ehre, können wir doch über große Steine ganz einfach den Bach überqueren. Am anderen Ufer finden wir einen breiteren Weg und wandern auf ihm bachabwärts zum Parkplatz in Blindau zurück.

Gute Erreichbarkeit mit dem Öffentlichen-Personen-Nahverkehr (Bus/Bahn)

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour15 km
Höhenunterschied1040 m
Dauer5.00 h
Schwierigkeit
StartortReit im Winkl/Blindau
AusgangspunktReit im Winkl/Blindau, Parkplatz vor der Schranke an der Straße zum Hindenburghaus
EndpunktReit im Winkl/Blindau, Parkplatz vor der Schranke an der Straße zum Hindenburghaus
TourencharakterEinfache, schattige Ganztageswanderung auf Bergstraßen, Wanderwegen und Bergpfaden 
Hinweise
Gute Erreichbarkeit mit Bussen/Bahnen
KartentippKompass 1 - 50 000, Blatt 10 Chiemsee
Markierungen
VerkehrsanbindungAuto. Auf der A 8 München– Salzburg bis zur Ausfahrt Bernau und über Marquartstein nach Reit im Winkl. Oder über die A 93 (Inntalautobahn) bis zur Ausfahrt Oberaudorf und weiter über Niederndorf und Kössen. In Reit den Schildern Richtung Blindau folgen und dort den Wegweisern »Hindenburghütte/Fellhorn«. Parken am Ende der Straße, dann Auffahrt zur Hindenburghütte mit dem Kleinbus (mehrmals täglich ab 9–16 Uhr, gegen Gebühr entweder direkt von der Touristinfo oder vom Parkplatz Blindau), Fahrdauer ca. 10–15 Min., Info-Tel. 0171/5437923) Bahn. Bahnstrecke München - Prien, Weiter mit Bussen ab Prien
GastronomieHindenburghütte; Straubinger Haus (DAV); Zwerchenbergalm; in Reit im Winkl zahlreiche Restaurants, Bistros und Eisdielen
Verleih
Höchster Punkt
Tourismusbüro
Tourist-Information Reit im Winkl, Tel. 08640/800 20, www.reitimwinkl.de