Von Rathewalde zur Bastei

Rundwanderung mit reichlich Schatten; anstrengend wegen mehrerer An- und Abstiege; Aufstieg vom Amselsee zur Bastei über Treppen, sonst bequeme Waldwege (Autor: Tassilo Wengel)
Amselfall und Amselsee.
Unser Ausgangsort ist das Dorf Rathewalde, wo ein Freibad für Mußestunden zum Verweilen einlädt. Bei der – für ihre ausgezeichnete Küche bekannten – Gaststätte Lindengarten an der Straße in Richtung Amselgrund folgen wir dem Weg in das Tal des Grünbaches (Markierung blauer Querstrich) und steigen im Laubwald zwischen Buchen und Ahorn allmählich abwärts. Imposante Felsgebilde begleiten unseren Weg und Bänke laden zum Verweilen ein. Damit die Touristen auch bei Wassermangel infolge Trockenheit das Erlebnis des Amselfall-Rauschens haben können, wird der Grünbach angestaut. Nach Zahlung eines geringen Betrages (2007 waren es 30 Cent) stürzt das Wasser dann geräuschvoll in die Tiefe.
Beim Amselfall befindet sich die Amsel- fallbaude, in der auch die Nationalpark-Informationsstelle untergebracht ist. Hier erfährt man alles Wissenswerte über den Nationalpark Sächsische Schweiz. Weiter führt der Weg zum Amselsee. Das flache, 600 Meter lange Gewässer entstand 1934 durch Anstauen des Grünbaches und wird von majestätisch aufragenden Felsen umgeben. Wer Lust hat, kann die Schönheit dieser Landschaft bei einer Bootspartie genießen. Auf fast ebenem Waldweg führt unsere Wanderung am See entlang, bis wir bei der Felsenbühne Rathen auf die Markierung grüner Querstrich (Wegweiser Bastei) stoßen.
Zur berühmten Bastei.
Auf breiter Bohlentreppe wandern wir durch Buchenwald aufwärts, bis zum ersten Aussichtspunkt. Unter uns fließt die Elbe und wir blicken bis nach Rathen und zum Elbbogen mit der markanten Erhebung des Liliensteins. Wir gehen weiter aufwärts und erreichen die Burg Neurathen. Diese frühgeschichtliche Wehranlage bestand bis 1469 und bietet Einblicke in eine mittelalterliche Felsenfestung, von der nur noch Stufen, Mauerwerksreste und die Zisterne erhalten sind. Beim Rundgang über die alten Wehrgänge der Felsenburg kann man auf einem Felsen die große Steinschleuder – die originalgetreue Nachbildung einer im Mittelalter dort stehenden hölzernen Wurfmaschine – sehen. Sie ist heute ein beliebter Klettergipfel.
Wir überqueren die 76 Meter lange Basteibrücke, die seit 1851 die Bastei mit der Felsenburg Neurathen verbindet. Am Weg zur Basteiaussicht erinnert eine Tafel an Carl Heinrich Nicolai (1739–1823) und M. Wilhelm Lebrecht Goetzinger (1758–1818), die als Erste »die Blicke der Fremden auf diese Gegend leiteten«. Von dem 190 Meter hohen Plateau der Basteiaussicht bieten sich einmalige Rundblicke auf die bizarre und zerklüftete Felsenwelt rundum. Die Panoramaterrasse der Bastei oder der Kaffeegarten des Berghotels Bastei bieten sich für eine wohlverdiente Rast an. Danach führt unser Weg auf eine breite Straße – rechts bietet die Wehlgrundaussicht noch mal Gelegenheit zu einem kleinen Abstecher – zu einem Kiosk am Basteiparkplatz.
Im Reich eng stehender Felsen Wir verlassen die Straße und gelangen auf dem historischen Fremdenweg zum Gasthaus Steinerner Tisch, das 1710 für ein kurfürstliches Jagdfrühstück erbaut wurde. Hier bietet sich eine Möglichkeit zum Rasten und Genießen, bevor es in den Höllengrund hinabgeht. Imposante Felsengebilde begleiten uns auf diesem Schotterweg zum gerühmten, viele Male gezeichneten und beschriebenen Felsentor, wo sich drei herabgestürzte Blöcke verkeilt haben und dabei einen kleinen Durchgang frei ließen.
Bei einem großen Felsen mit Inschriften biegen wir nach rechts ab, gehen an der »Waldidylle« vorbei (geschlossen) und weiter im Uttewalder Grund bis zum Abzweig (Wegweiser Bruno-Barthel-Weg). Bruno Barthel war der Sohn eines Steinbrechers aus Uttewalde, er lebte von 1885 bis 1956 und wurde als Mundarterzähler und Heimatforscher bekannt. Wir steigen über den Kluftsteig auf Stufen aufwärts und wandern durch Hochwald mit reicher Bodendecke aus Heidelbeeren bis zur Basteistraße (S166). Dort schwenken wir nach links, wenden uns kurz danach bei einer einzeln stehenden Birke wieder nach rechts und durchqueren nun auf dem Bruno-Barthel-Weg eine Ackerlandschaft. Allmählich nähern wir uns Rathewalde und erreichen bei der Kirche wieder unseren Ausgangspunkt.

GEHZEITEN.
Rathewalde – Amselfallbaude 3/4 Std. – Bastei 1 Std. – Rathewalde 13/4 Std.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour12 km
Höhenunterschied285 m
Dauer3.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktRathewalde, Kirche
EndpunktRathewalde, Kirche
TourencharakterDie berühmte Bastei mit ihrer bizarren Felslandschaft sowie den faszinierende Aussichten ins Elbtal mit Rathen und Wehlen sowie hinüber zum markanten, tafelartigen Lilienstein, aber auch die 270 Meter hoch gelegene Ruine der Burg Neurathen verleihen dieser Tour ihren besonderen Reiz.
Hinweise
EINKEHR-TIPP. Wer sich auf der Bastei einquartieren oder auch nur ein paar Stunden in schöner Umgebung genießen möchte, findet im Berghotel Bastei eine passende Möglichkeit. Vom Panoramarestaurant aus bietet sich ein traumhafter Blick auf die Elbe und vom Kaffeegarten aus lässt sich das quirlige Treiben der zahlreichen Besucher auf dem Basteiplateau beobachten. Für das leibliche Wohl sorgen verschiedene Variationen von Fisch, Geflügel und Wild, regionaltypische und hauseigene Spezialitäten sowie natürlich edle sächsische Weine oder das berühmte Radeberger Pilsner.
KartentippTopografische Karte 1 - 25000 mit Wanderwegen des Landesvermessungsamtes Sachsen, Blatt 43
VerkehrsanbindungMit dem Auto auf der A13 bis zur Anschlussstelle Radeburg und über Stolpen, Dobra und Lohmen nach Rathewalde. Mit der S-Bahn bis Pirna, weiter per Bus
GastronomieRathewalde - Gaststätte Lindengarten, Am Grünbach 1, Tel. 035975/81317. Amselfall: Amselfallbaude, Tel. 035975/81226. Bastei: Berghotel und Panoramarestaurant, Tel. 035024/7790 Gasthaus Steinerner Tisch, 035024/79622
Tipps
FELSENBÜHNE RATHEN. Sie gilt als Europas schönstes Naturtheater und wurde 1936 mit der Aufführung des »Basteispieles« von Kurt Arnold Findeisen eröffnet. Zwischen Großem Wehlturm und Kleiner Gans gelegen, bietet sie 2000 Zuschauern inmitten einer einzigartigen Felskulisse Platz. 1938 wurde zum ersten Mal »Der Schatz im Silbersee« aufgeführt, zur Freude der Karl-May-Fans bis heute im Programm. Auch der »Freischütz« von Carl Maria von Weber wird regelmäßig hier gespielt – eine wahrhaft passende Kulisse für die berühmte Wolfsschluchtszene.
Unterkunft
Rathewalde - LuK – Das kleine Landhotel, Basteiweg 12, Tel. 035975/80013, www.luk-landhotel.de Pension Kunert, Zum Amselgrund 10, Tel. 035975/81680, www.pension-kunert.de
Tourismusbüro
Touristinformation Hohnstein, Rathausstr. 9, 01848 Hohnstein, Tel. 035975/86813, gaesteamt@hohnstein.de www.hohnstein.de
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