Von Priùla nach Bocca Callalta

Leichte Wanderung durch die Ebene, teilweise weglos am Piavebett, stellenweise über viel befahrene Straßen; Orientierung im ersten Streckenteil nicht ganz einfach: Priùla – Salettuol – Maserada – Candelù – Saletto – Bocca Callalta (Autor: Eva-Maria Troidl, Stefan Lenz, Ludwig Graßler)
Obwohl wir den Gefahren des Hochgebirges nun entronnen sind, ist diese Etappe in Hinblick auf die Orientierung stellenweise nicht weniger abenteuerlich als eine weglose Wanderung in den Alpen. Zunächst arbeiten wir uns zwischen den Häusern der Siedlungen entlang des Piave und dem Flussbett vor. Beim Ortsausgang von Priùla überqueren wir die große Piavebrücke, um auf die südliche Flussseite zu gelangen. Dort wenden wir uns links auf den Hochwasserdamm. Nach wenigen Metern erreichen wir eine Bahnbrücke, bei der wir den Damm verlassen. Die kleinen Wege im breiten Piavebett leiten uns den Fluß entlang, schließlich durch ein Kieswerk, das wir mutig durchqueren (stets Richtung Fluss halten!) und bis zur Autobahnbrücke der A27.
Hier müssen wir den Fluss verlassen, da uns der Canale di Visnadella, der hier in den Piave mündet, den Weg abschneidet. Das Teersträßchen hinter der Autobahn führt uns jedoch zu einer kleinen Brücke. Nach der Überquerung des Kanals schwenken wir bei der ersten Möglichkeit wieder nach links. Unser Weg knickt zunächst rechts ab, wendet sich aber kurz darauf wieder nach links Richtung Fluss. Nach der Überquerung des Kanals wenden wir uns links in die Strada delle Grentone (ein Verbotsschlid verwehrt uns den direkten Weg zurück zum Fluss), passieren ein großes landwirtschaftliches Anwesen, wandern ca. 2 km stets geradeaus, bis kurz vor einer scharfen Biegung der Straße nach rechts, linker Hand ein Feldweg abbiegt. Wir folgen diesem Feldweg und erreichen schließlich das Dorf Salettuol.
Am Ende des Weges wenden wir uns nach rechts und wandern auf dem verkehrsarmen Sträßchen Via Spartaco Lantini nach Maserda, in dem wir drei Stunden nach unserem Aufbruch ankommen. Unsere Route verläuft jetzt noch ein kurzes Stück weiter auf der viel befahrenen Landstraße nach Saletto, beim Kreisverkehr hinter dem Ortsausgang wechseln wir aber auf den deutlich sichtbaren Hochwasserdamm. Die Dammkrone ist zwar mehr oder weniger weglos, aber dennoch gut begehbar und wir kommen recht zügig voran. Der nördliche Ortseingang von Candelù liegt nach weiteren 11/2 Stunden vor uns. Ab hier trägt der Damm nun eine Fahrstraße, der wir folgen, auch, nachdem die Straße sich vom Damm trennt. Vorbei an Gärtnereien und Baumschulen laufen wir nach Saletto. Hinter der Ortschaft treffen wir wieder auf den Damm und wandern auf ihm bis zu seinem Ende vor Fagarè. Dort müssen wir dann zurück auf die Straße. Vor Bocca Callalta verlassen wir sie nach rechts, um die Eisenbahnbrücke zu unterqueren. Um zur einzigen Übernachtungsmöglichkeit am Ort, dem Albergo Desiderio, zu gelangen, biegen wir an der Hauptstraße links in Richtung der Piavebrücke ab (von Candelù 11/2 Std.).

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour26 km
Dauer6.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktPriùla.
EndpunktFagarè/Bocca Callalta.
TourencharakterDas Veneto, durch das wir in den folgenden drei Etappen wandern, ist eine Region mit zwiespältigem Charakter. Zwar gibt es Gegenden von großer landschaftlicher Schönheit, vor allen Dingen aber ist es seit der Antike einer der wirtschaftlich am intensiv- sten genutzten Landstriche Italiens. Zersiedelung ist ein Preis, der dafür zu zahlen ist, die Begleiterscheinungen ungehemmter Mobilität ein anderer. Die Routen des heutigen Tages und der noch folgenden Wanderetappen sind so ausgewählt, dass wir – soweit es eben geht – hiervon verschont bleiben. Deswegen nehmen wir auch nicht den kürzesten Weg über Treviso und Mestre nach Venedig, sondern folgen dem Verlauf des Piave Richtung Jesolo. Leider hat hier – anders als im Isartal – kein Wanderverein für Markierungen und Wege gesorgt. Deswegen müssen wir uns zum Teil weglos durch diese Wildflusslandschaft vorarbeiten und auch ab und zu auf Straßen ausweichen.
Beste Jahreszeit
KartentippBelletti V222 Treviso ed il Piave, 1:50 000; Carta d'Italia 105 (Treviso) und 106 (St. Donna di Piave), 1:50 000.
MarkierungenKeine.
VerkehrsanbindungBusverbindung z. B. in Bocca Callata und Priùla.
GastronomieIn den am Weg liegenden Ortschaften oder am Tagesziel.
Tipps
Einen Abendspaziergang wert ist das am südwestlichen Ortsausgang von Bocca Callalta gelegene Kriegerdenkmal (Via Postumia Est 89, 10 Min. vom Albergo), mit dem der Gefallenen der blutigen Piave-Schlachten in den Jahren 1917/18 gedacht wird. Die unvorstellbare Zahl von 10 541 Toten ist hier bestattet, die Hälfte davon ist unbekannt. Obgleich das monumentale Gebäude und die heroischen Inschriften heutzutage nicht mehr ganz unserem Empfinden entsprechen, vermögen sie doch die Gräuel des Krieges zu vermitteln. Sie erinnern zudem daran, dass die italienische Geschichtsschreibung bei der Errichtung des Denkmals im Jahre 1935 den Ersten Weltkrieg auch als Befreiungskrieg vom österreichisch-ungarischen Kaiserreich verstanden hat. Der Piave, an dessen Ufern die entscheidenden Kämpfe ausgetragen wurden, ist seit dieser Zeit für die Italiener der »heilige Fluss des Vaterlandes«.
Unterkunft
Albergo Ristorante Callalta, Via Postumia Est 160, I-30024 Fagarè, Tel. 0422/09 02 42 od. 89 57 51, Mittwoch Ruhetag.
Tourismusbüro
Fremdenverkehrsamt Treviso, Piazza Monte di Pietà, I-31100 Treviso, Tel. 0422/54 76 32.

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Region:
Italien