Von Pregasina auf den Nodice

Leichter Steig, Trittsicherheit und Schwindelfreiheit sind nötig. Kurze Strecke, aber sehr steiler Auf- und Abstieg. (Autor: Joachim Lutz, Sabine Malecha)
3 km
350 m
2.00 h
Im Ledrotal begannen die ersten Kriegshandlungen mit der Evakuierung der Bevölkerung. Alle Bewohner mussten in größter Eile das Tal räumen. Meist zu Fuß mit nur wenigen Habseligkeiten erreichten die Bewohner Riva del Garda. Von dort wurden sie mit dem Zug nach Rovereto verfrachtet und weiter über den Brenner geschickt in die vorgesehenen Flucht - bestimmungsorte in Böhmen und Mähren. Das Tal blieb leer zurück, in der Hand der sich gegenüberstehenden kriegsführenden Streitkräfte. Das österreichische Heer nahm auf der linken Talseite Stellung, die einzige österreichische Stellung auf der rechten Talseite des Ledrotales blieb Pregasina, ein ausgezeichneter Beobachtungsposten über das obere Gardaseegebiet, mit der befestigten Cima Nodice im Rücken.
Die Eroberung der Cima Nodice stellte eines der wichtigsten Gefechte am Gardasee dar. Im Oktober 1915 eroberten die Alpini diesen Gipfel, entzogen ihn damit den Österreichern und besaßen jetzt den wirksamsten Beobachtungsposten über das untere Ledrotal und den Gardasee. Heute ist der Ort Pregasina eine ruhige Oase über dem Gardasee und der Nodice kein strategischer Berg mehr, aber noch immer ein Berg mit »sakrisch« schöner Aussicht, wie der Bayer sagen würde.
Von Pregasina auf den Nodice und zurück.
Vom Parkplatz gehen wir zuerst zur Kirche San Giorgio und folgen dann der Wanderfahrstraße am Friedhof entlang mit herrlichem Blick. Kurz nach einer Rechtskurve sehen wir schon den ausgeschilderten Abzweig auf den Nodice und die Bocca di Lè (Weg Nr. 422), der rechts abgeht. Anfangs steigen wir über eine sehr steile Betonstraße an bis zu einem Abzweig. Nun folgen wir Weg Nr. 429 (bis auf 630 m), dann geht es über einen Schotterweg schön im Wald bis zu dem Holzschild »Scala Santa« (40 Min.). Es weist uns den Weg (780 m) nach rechts. Bald erreichen wir auf teilweise ausgesetztem Weg einen markanten Felsspalt aus Kalkstein, den wir durchschreiten. Dahinter sehen wir auch schon die wenigen Kehren der »Scala Santa«. Die berühmten Treppen wurden im Ersten Weltkrieg in den Fels geschlagen. Unglaublich, was für eine Arbeit die Menschen damals verrichten mussten. Durch ein Stahlseil gesichert gelangen wir nach oben. Wir kommen zu einem Laufgraben, der rund um den Gipfel des Nodice verläuft. Über den »Senter del Toni« steigen wir weiter zum Gipfel des Nodice. Unvermutet eröffnet sich uns dort ein grandioser Ausblick auf das gegenüberliegende Rocchetta-Massiv, den Gardasee und das Ledrotal. Wir sehen die Kirche San Giovanni, an der Tour 31 vorbeiführt. Rechts kann man den Furchen der Schützengräben mit zahlreichen Stollen folgen (Taschenlampe mitnehmen). Nach dem Gipfelrundgang steigen wir über einen schmalen Weg zur Bocca di Lè (780 m; 55 Min.) ab. Dort befindet sich das Kriegerdenkmal (Erster Weltkrieg). Hier folgen wir den Wegweisern nach Pregasina und stoßen bald wieder auf den Aufstiegsweg, der uns zurück zum Ausgangspunkt bringt (30 Min.).

Wandern Gardasee

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour3 km
Höhenunterschied350 m
Dauer2.00 h
Schwierigkeit
StartortPregasina
AusgangspunktParkplatz unterhalb der Kirche von Pregasina
EndpunktParkplatz unterhalb der Kirche von Pregasina
TourencharakterPregasina und der Nodice. Der Gipfelkrieg 1915–1918 während des Ersten Weltkriegs war ein groß angelegter Stellungskrieg im Berggelände an der Grenze zwischen Österreich-Ungarn und Italien – und ein dunkles Kapitel der Geschichte. Besondere Gefahren drohten den Soldaten beider Seiten nicht nur vom Feind, sondern auch durch die Natur. Teilweise kamen mehr Soldaten durch Lawinen, Felsstürze und sonstige Unfälle ums Leben als durch feindlichen Beschuss. Aufgrund des schwierigen Geländes wurde auch wieder auf Minen zurückgegriffen, wobei feindliche Stellungen, zum Teil sogar ganze Berggipfel, untergraben und in die Luft gesprengt wurden.
Hinweise
Klettern möglich
KartentippKompass-Wanderkarten - 1:25 000, Blatt 690 Alto Garda e Ledro; 1:35 000, Blatt 096 Alto Garda, Val di Ledro
MarkierungenWeg Nr. 422 und 429, Hinweis »Scala Santa«
VerkehrsanbindungBrennerautobahn A 22, Ausfahrt Rovereto Sud/Lago di Garda Nord, weiter nach Riva del Garda und von dort durch den Tunnel ins Ledrotal; Abzweig nach Pregasina. Die Zufahrt nach Pregasina ist zwar gut zu fahren, jedoch teilweise sehr eng (Kurven), sodass sie für größere Wohnmobile nicht zu empfehlen ist.
GastronomieKompass-Wanderkarten - 1:25 000, Blatt 690 Alto Garda e Ledro; 1:35 000, Blatt 096 Alto Garda, Val di Ledro
Tipps
EINKEHR IM HOTEL PANORAMA. Nach der Wanderung lädt das Hotel Panorama zur Einkehr ein. Auf dessen Terrasse sitzend, sind die Strapazen der Tour gleich vergessen. Vor der Heimfahrt sollte man noch vor dem Straßentunnel am Parkplatz halten und zur Madonna und dem groß - artigen Aussichtspunkt hinaufsteigen. Hier sehen Sie auch die alte, abenteuerliche Straßenführung, die früher vom Gardasee nach Pregasina hinaufführte.
Tourismusbüro
Consorzio Pro Loco Valle di Ledro, Via Nuova 9, 38060 Pieve di Ledro, Tel. 0039/0464/59 12 22, Fax 0039/0464/59 15 77, E-Mail - info@vallediledro

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