Von Palu im Fersental nach Levico Terme

Faszinierend schöne Kammwanderung rund um Palu mit alpinem Charakter. Steile, kraftraubende Anstiege auf den Monte Gronlait und den Fravort; Ausdauer und Trittsicherheit notwendig. Bei Schlechtwetter tiefer liegende Variante wählen. Unbedingt Getränke mitnehmen, da erst nach der Malga Massi die erste Quelle kommt! Kinder und Genießer: Eine schöne, aber lange Etappe, die nur mit der Schlechtwettervariante gekürzt werden kann. Nur für trittsichere Kinder bei guten Bedingungen geeignet. Um die Etappe abzukürzen, in Vetriolo Terme übernachten oder den Bus nach Levico benutzen. (Autor: Robert Mayer)
In Palu im Dorfteil Battisti am Albergo Rosa Alpina vorbei und auf dem Weg Nr. 325 hinauf nach Frotten. Weiter auf einem Versorgungsweg in Richtung Süden zum Lago Erdemolo (2015 m; 1.45 Std.) und von dort steil empor auf schmalem Steig zur Forcella del Lago (2213 m; 2.15 Std.), mit schönem Tiefblick auf den eiszeitlichen Gletschersee.
Variante nach Übernachtung im Rif. Sette Selle.
Von der Hütte steigt man am Nordhang des Cima Sette Selle steil auf und dann knapp am Cima Sasso Rotto (2396 m; 1 Std.) vorbei nach Süden. Unter dessen Porphyrwänden ist der Weg etwas verblockt, und erste Kriegsstellungen säumen den Weg. Nach dem Passieren der Forcella delle Conelle (2198 m; 1.15 Std.), der Cima de Cave (2292 m) und dem Monte de Lago (2327 m) erreicht man am Forcella del Lago (2.15 Std., 450 Hm) wieder den E5.
Auf teils gesicherten Pfaden geht es weiter zum Passo la Portella (2152 m). Absätze auf frei stehenden Rücken bieten Tiefblicke nach Norden ins grüne, waldreiche Fersental. Im Süden, etwas unterhalb, steht bei den sieben kleinen Seen (Sette Laghi) eine Kuhalm. Auf unserem Gratweg halten sich oft Ziegenherden mit stinkenden Böcken auf. Der Anstieg auf den Monte Gronlait (2383 m; 3.30 Std.) ist fast weglos und führt sehr steil durch Schotter hinauf. Nur vereinzelt sind rot-weiße Markierungen zu erkennen. Oben flach über große Porphyrblöcke zum unauffälligen Gipfel.
Vor dem ebenfalls steilen Anstieg zum Monte Fravort (2347 m; 4.30 Std., 8,8 km) geht es leider wieder 200 Höhenmeter hinunter. Der Gipfelrücken ist von Schützengräben durchfurcht und mit einer Baracke bebaut. Es folgt ein ausgesprochen ausgetretener, rutschiger Abstieg auf dem La Fontanella genannten Höhenrücken bis zum Weitjoch La Bassa (1834 m; 5.45 Std., 11,4 km). Auf dem kleinen Pfad durch die Wiesen folgen wir den rot-weiß markierten Pfählen und gelangen, die serpentinenreiche Kiesstraße abkürzend, hinunter zur Malga Massi (1719 m; 6.15 Std., 12,2 km; eventuell geschlossen). Weiter auf der Straße südwestlich durch den Wald. Nach 1 Kilometer passiert man rechts einen Brunnen, die Sorgente Chizzole.
In Vetriolo Terme (1481 m; 7.15 Std., 16,5 km) stoßen wir direkt auf die Bar La Maso (Unterkunft). Einige der Hotels hier haben inzwischen geschlossen, und auch die Therme ist für die Öffentlichkeit nicht zugänglich. Bushaltestellen gibt es bei der Bar und vor der Therme. Der letzte Bus hinunter nach Levico Terme fährt um 18 Uhr; man kann es natürlich auch mit Trampen versuchen oder ein Taxi rufen. Wer lieber zu Fuß geht, findet den Weg kurz vor der Therme links abzweigend. Erst östlich, dann genau nach Süden führt er steil durch Wald hinunter in die sehr schön am Levicosee gelegene Kurstadt (507 m; 9.15 Std., 21 km). Geht man gerade in Richtung Süden weiter, trifft man auf die Piazza San Francesco und die Piazza San Rocco. Dort liegt rechts das empfehlenswerte Albergo Al Parco. Im Westen liegt der Kurpark mit einer der zwei Tourist-Informationen. Dort erhält man einen Stadtplan und das Unterkunftsverzeichnis (geöffnet Mo–Sa 9–12.30 Uhr und 15.30–19 Uhr, So 9–14 Uhr).
Variante bei Schlechtwetter.
Von Palu auf der Teerstraße in Richtung S. Felice über die Brücke nach Macleri (1300 m, 1,5 km). Dort links auf dem Weg Nr. 324 zu den Almen Rinder und ai Meus. Weiter auf der Forststraße zur Baita Forestale (1697 m; 1.45 Std., 4,3 km) und mit einer Rechtsschleife auf dem Weg Nr. 371 zur Malga Brenstal und zum Cima di Mezzodi (1688 m; 12 km). Dieser wird links umrundet, bevor man über den restaurierten Hof Stoana (14,2 km) das Weitjoch La Bassa (1834 m; 5 Std., 16 km) erreicht. Diese Variante ist 40 Minuten kürzer als der Gipfelweg. Weiter siehe oben.

Thermentour

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour25 km
Höhenunterschied1290 m
Dauer9.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktPalu im Fersental (1400 m)
EndpunktLevico Terme (507 m)
TourencharakterDas warme, frühe Licht fällt auf die sehr lebendigen, roten Porphyrwände der Cima Sette Selle und ihrer Nachbargipfel. Ziegen und Schafe ziehen als schwarze Silhouetten über die zackigen Grate der Fleimstaler Berge. Man fühlt sich unendlich weit entrückt von der Emsigkeit und Hektik der Täler, obschon sie nur wenig entfernt sind. Auf den Graten und Gipfeln der Fleimstaler Alpen lagen im Ersten Weltkrieg die Stellungen der Österreichisch-Ungarischen. Lang gezogene, mühsam ausgegrabene Schützengräben, Gefechtsstellungen, Militärstraßen entlang der Versorgungslinien – überall sind heute noch deutliche Spuren der Kämpfe am Berg zu sehen. Zum Teil erklären Schilder den militärischen Zweck des Standortes. Die wirklichen Gräuel dieser Vergangenheit aber sind für Außenstehende nicht mehr sichtbar: der einsame Schmerz, das Leid und der Tod so vieler Menschen auf beiden Seiten der Front.
Auf dem grandios schönen und aussichtsreichen Gratweg wandert man über viele Gipfel nach Levico Terme im Valsugana. Seit dem 16. Jahrhundert ist die sehr heilkräftige, arsen-, eisen- und kupferhaltige Quelle zur Behandlung von Immunschwächen und Nervenleiden bekannt. Zudem gibt es zwei herrliche, klare Badeseen in der Nähe des ausgesprochen entspannten Städtchens. Sehr gute Pizzas werden im »Millenium« mit Freigarten am Ende der Viale Vittorio Emanuele serviert. Oder Sie probieren in einem der anderen Restaurants die Spezialität der Region: »Strangula Pettri« (strangulierter Pater), eine mit Spinat gefüllte Kartoffel.
Beste Jahreszeit
KartentippKompass 1:50000, Nr. 121, E5 Süd. Freytag & Berndt 1:50000, WKS 14, Trento/Lagorai
MarkierungenNicht immer ausreichend, aber an neuralgischen Punkten sind Wegeschilder angebracht. Auf dem Kamm logischer Wegverlauf auf oder neben dem Grat
VerkehrsanbindungÖffentliche Busse vom Fersental ins Valsugana/Pergine. Keine Busverbindung über den Passo Redebus. Öffentliche Busse von Vetriolo Terme nach Levico Terme täglich außer So 8.55 und 18.05 Uhr. Infos bei Trentino Trasporti s.p.a., Tel. +39/0464/821000, www.ttspa.it (Region auswählen, dann erscheint Busfahrplan als pdf-Datei)
GastronomieKeine Einkehrmöglichkeit bis Vetriolo Terme; Rif. Erdemolo (evtl. geschlossen); Einkauf in Levico Terme
Tipps
Am Ende der Tour entspannen in den arsenhaltigen Thermen von Levico.
Unterkunft
Rif. Erdemolo am Erdemolosee (evtl. geschlossen), Tel. +39/0461/550077. In Vetriolo Terme: Bar Maso, am Ortseingang, Tel. +39/0461/701564 (DZ Ü/F ab 35 Euro); Hotel Compet, Tel.+39/0461/706466, Fax 707815, hotel@hotelcompet.it, www.hotelcompet.it (DZ Ü/F ab 35 Euro). In Levico Terme: Albergo Al Parco, bei der Piazza San Rocco, Tel. +39/0461/706183 (DZ Ü/F ab 21 Euro; vorher anrufen); Unterkunftsverzeichnis siehe Tourist-Info. Biwakieren beim Camping Levico, Tel. +39/0461/706491, www.campinglevico.com (ab 13 Euro)
Tourismusbüro
APT Valsugana Vacanze, Viale Vittorio Emanuele 3, I-38056 Levico Terme, Tel. +39/0461/70 6101, Fax 70 64 09, info@valsugana.info, www.valsugana.info. Terme di Levico, Viale Vittorio Emanuele 10, Tel. +39/0461/70 64 81, Fax 70 23 59, info@termedilevico.it, www.termedilevico.it

Lust bekommen? Noch mehr Touren finden Sie in unserem Buchtipp:

Robert Mayer

Fernwanderweg E5 - Vom Bodensee bis nach Venedig

Zu Fuß über das Dach Europas – wandern Sie auf den Spuren »Ötzis« über den grandiosen Alpenhauptkamm vom Bodensee bis nach Venedig!

Jetzt bestellen