Von Ottendorf zur Kleinsteinhöhle

Abwechslungsreiche und bequeme Wanderung, teilweise auf breiten Wald- und schönen Wiesenwegen; nur zum Arnstein kurzer steiler Anstieg (Autor: Tassilo Wengel)
12 km
100 m
3.00 h
Von Ottendorf zum Arnstein.
Wir beginnen unsere Wanderung am Ortsausgang von Ottendorf in Richtung Hinterhermsdorf, wo sich beim Räumicht neben der Straße eine Parkmöglichkeit bietet. Dort finden wir auch den Wegweiser Arnstein und die Markierung gelber Punkt. Zunächst folgen wir einem breiten Waldweg, der in Serpentinen allmählich aufwärts führt. Wir kommen an einer Lichtung vorbei, die mit zahlreichen Brombeer- und Heidelbeersträuchern bewachsen ist. Dazwischen leuchten im Sommer die karminroten Blüten des Großblütigen Fingerhutes und die leuchtend gelben Blüten des Kreuzkrautes.
An einer Gabelung halten wir uns rechts, wandern zunächst durch Buchenwald, der dann von Fichtenwald abgelöst wird. Etwa 30 Minuten nach Beginn der Wanderung kommen wir erneut zu einem Wegweiser, dem wir in Richtung Neumannmühle folgen. Schon wenige Minuten später genießen wir die herrliche Aussicht in das Kirnitzschtal. Dahinter erheben sich malerische Höhenzüge, die mit Laub- und Nadelwald bedeckt sind und im Oktober ein reizvolles Farbenspiel liefern.
Wir steigen auf einem schmalen Pfad allmählich abwärts, gehen teilweise über Wurzeln auf ausgewaschenem Pfad zum Fuß des Arnstein. Hier erwartet uns ein Wegweiser zum Arnstein. Es lohnt sich auf alle Fälle, zu diesem ehemaligen Raubritternest hinaufzusteigen. Etwas Trittsicherheit ist zwar notwendig, aber dafür wird man mit einem eindrucksvollen Ausblick auf das Kirnitzschtal und den Großen Zschand belohnt. Auch der einzeln stehende Falkenstein und der Tafelberg des Königstein sind in der Ferne zu erkennen. Der Arnstein war einst Signalfeste der Berken von der Duba und später im Mittelalter ein gefürchtetes Raubnest der Wartenberger aus Tetschen. Von der einstigen Felsenburg sind heute nur noch die in den Stein gehauenen Stufen, eine Zisterne und Falze zu sehen, außerdem zahlreiche Felszeichnungen, zu denen sich allerdings auch Einritzungen aus späteren Zeiten gesellten. Ihre Raubzüge führten die Wartenberger in mehrere Lausitzer Städte und auch die Kaufmannszüge blieben nicht verschont. Durch den Kauf der Felsenburg im Jahre 1451 gelang es endlich den reichen Wettinern und dem Bund der Lausitzer Städte, die Raubritter zu besiegen. Ein Modell der Burg ist im Museum in Bad Schandau zu sehen.
Nächstes Ziel - die Kleinsteinhöhle.
Vom Arnstein zurück, folgen wir dem Wegweiser zur Kleinsteinhöhle. Unser Weg führt an Felsen mit großen, durch den Bewuchs mit Schwefelflechte leuchtend gelben Flächen und imposanten Felsgebilden vorbei zu einem weiteren Wegweiser zur Kleinstein- höhle mit der Markierung roter Querstrich. Es folgt ein schöner breiter Waldweg, der bald in einen schmalen Pfad übergeht. Im lichten Mischwald fällt rechts des Weges ein gewaltiger Felsblock auf, der vor langer Zeit vom Felsen abgebrochen ist. Allmählich gewinnen wir an Höhe, den Wegrand säumen jetzt große Heideflächen. Wir erreichen einen Abzweig und es geht auf Treppen zur Kleinsteinhöhle hinauf. Da die Höhle zu beiden Seiten hin offen ist, ermöglicht sie einen interessanten Durchblick, der schon in früheren Zeiten so manchen Romantiker beeindruckte. Ludwig Richter z.B. fand sie wegen ihrer Form eines gotischen Bogens besonders bemerkenswert und hielt sie 1820 in einer Zeichnung fest.
Über die Höhe nach Saupsdorf.
Von der Höhle zurück auf unserem Wanderweg, geht es durch lichten Fichtenwald zu einem kleinen Aussichtspunkt, von wo sich ein Blick zurück zum Kleinstein bietet. Anschließend wandern wir zwischen Feldern in Richtung Saupsdorf. Den Wegrand ziert im Sommer ein farbenfrohes Band aus den zahlreichen hier blühenden Kräutern, darunter duftender Feldthymian, kleine blaue Glockenblumen, lilafarbene Sandknöpfchen, Habichtskraut mit seinen orangeroten Blüten und das gelb blühende Tüpfelhartheu.
Bald bietet sich von der Höhe ein schöner Blick auf den in die umgebende Hügellandschaft eingebetteten Ort. Saupsdorf, an der Hohen Straße südöstlich von Sebnitz gelegen, breitet sich malerisch am Wachberghang aus. Wir erreichen den mit zahlreichen schönen Fachwerkhäusern geschmückten Ort auf der Hauptstraße. Häufig zieren dekorative Schieferornamente die Giebel der Umgebindehäuser aus dem 18./19. Jahrhundert. Wir halten uns im Ort links und gehen an der Straße entlang bis zur Richtermühle. Dort folgen wir der Markierung grüner Punkt an einem Sitzplatz an der Straße vorbei und erreichen unseren Ausgangspunkt in Ottendorf.

GEHZEITEN.
Ottendorf – Kleinsteinhöhle 13/4 Std. – Ottendorf 11/4 Std.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour12 km
Höhenunterschied100 m
Dauer3.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktOttendorf
EndpunktOttendorf
TourencharakterRaubritterburgen und Höhlen sind oftmals geheimnisumwittert und ziehen die Menschen magisch an. Auf dieser Tour ist vor allem die Klein-steinhöhle sehenswert – eine besondere Laune der Natur. Die einstige Raubritterburg auf dem Arnstein existiert zwar nicht mehr, dafür bietet sich von hier aus eine fantastische Aussicht in das Kirnitzschtal und den Großen Zschand sowie hinüber zu Falkenstein und Königstein.
Beste Jahreszeit
KartentippTopografische Karte 1 - 25000 mit Wanderwegen des Landesvermessungsamtes Sachsen, Blatt 45
VerkehrsanbindungMit dem Auto auf der A13 bis zur Anschlussstelle Radeburg, über Stolpen und Hohnstein nach Sebnitz, dort Richtung Hinterhermsdorf, in Hertigswalde nach Ottendorf abbiegen. Mit der S-Bahn bis Bad Schandau, weiter per Bus
GastronomieSaupsdorf - Gaststätte Tannenhof, Oberdorf 30, Tel. 035974/50026, Mo Ruhetag; Gaststätte Bauernstübel, Hinteres Räumicht 6, Tel. 035974/50207
Tipps
UMGEBINDEHÄUSER. Vielerorts – besonders aber in Saupsdorf und Hinterhermsdorf – fallen schöne Umgebindehäuser auf, eine Kombination aus slawischem Blockbau und fränkischem Fachwerkbau. Dabei wird das Fachwerk über der Blockstube errichtet und durch eine Holzkonstruktion abgestützt. Diese Stützkonstruktion, das »Umgebinde«, trägt die Last des Obergeschosses und hat den Häusern ihren Namen gegeben. Charakteristisch ist die große Stube mit Fenstern nach drei Seiten. Viele der Häuser sind mit reizvollen Details ausgeschmückt, wie Pforten aus Sandstein, Verschieferungen mit Sonnenmuster am Giebel oder Gesenkschmiedearbeiten. Dazu kommen die sechs- oder achtteiligen Fenster, die häufig mit Blumenkästen geschmückt sind.
Informationen
EINKEHR-TIPP. Zwischen Saupsdorf und Ottendorf gelegen lädt im Saupsdorfer Räumicht die Gaststätte & Pension Bauernstübel zur Einkehr und/oder Übernachtung ein. In jedem Fall erwartet den Gast ein Genuss besonderer Art - das Brot aus dem hauseigenen Holzbackofen. Jeden Donnerstag ist Schlachttag, dann werden zum frisch gebackenen Brot ebenso frischer Hackepeter und Wurst serviert. Außerdem bietet die Küche unter anderem Kaninchen und Lamm aus eigener Aufzucht. Zu finden ist das Bauernstübel von Saupsdorf über die Räumichtmühle und weiter Richtung Hinterhermsdorf. Nach etwa 800 Metern links in das Tal fahren (Schild Hotelleitsystem), nach weiteren 400 Metern ist das Bauernstübel erreicht.
Unterkunft
Ottendorf - Pension & Gasthaus Zum Kirnitzschtal, Sebnitzer Str. 5, Tel. 035971/ 54504, www.kirnitzschtal.de
Tourismusbüro
Fremdenverkehrsamt Kirnitzschtal, Sebnitzer Str. 2, 01855 Altendorf, Tel. 035022/42774, fva-kirnitzschtal@freenet.de, www.saechsische-schweiz-urlaub.com
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