Von Oberwesel nach Bacharach

Wegen der Länge anspruchsvolle Streckenwanderung, vorwiegend auf bequemen Wald- und Wiesenwegen, im Gebiet der Weinberge vor allem auf Asphalt (Autor: Tassilo Wengel)
Über die Schönburg durch Weinberge.
Von der Liebfrauenkirche gehen wir in die Kirchstraße, schwenken nach gut 100Metern nach links und steigen auf dem Rheinburgenweg hinauf zur Schönburg, die heute teilweise als Burghotel und Restaurant genutzt wird. Die Terrasse ist ein idealer Ort, um bei herrlicher Aussicht auf den Rhein zu verschnaufen und sich kulinarischen Genüssen hinzugeben. Seit dem 12.Jahrhundert dem Erzbistum Magdeburg gehörend, lebten hier bis ins 18.Jahrhundert mehrere Generationen derer von Schönburg mit weit verzweigter Ahnentafel. Die Aufteilung der Burg in drei Bergfriede und drei Wohnbereiche ermöglichte das Zusammenleben mehrerer Familienzweige gleichzeitig. Eindrucksvollster Bauteil ist der »Hohe Mantel« im Süden, eine von Zinnen gekrönte Schildmauer mit Wehrgängen und Schießscharten. Als die Franzosen das Rheintal attackierten, blieb auch die Schönburg nicht verschont. Schon im 16.Jahrhundert nicht mehr im besten baulichen Zustand, hinterließen die Franzosen 1689 eine Ruine. Nachdem das Geschlecht der Schönburger 1719 erlosch, wechselte die Ruine mehrmals den Besitzer, bis sie 1885 von dem Amerikaner Rhinelaender gekauft und teilweise wieder aufgebaut wurde. Nach dessen Tod kaufte die Stadt Oberwesel die Burg 1951. Heute wird sie teilweise als Jugendburg, Kolpinghaus sowie als Burghotel mit Gaststätte genutzt.
Nach der Rast überqueren wir die Zufahrtsstraße K90 zur Schönburg und folgen nach kurzer Pause an einer Aussichtskanzel linker Hand dem Rheinburgenweg auf einem Wirtschaftsweg, der gemeinsam mit dem Weinwanderweg durch die Weinberge führt.
Von Ausblick zu Ausblick.
Nachdem wir einen breiteren Wirtschaftsweg erreicht haben, schwenken wir nach links ins Engebachtal und wandern am Bach entlang zur K89. Auf der anderen Seite der Straße folgen wir dem Gehweg aufwärts, überqueren die K89 erneut und gelangen zum Pfalzblick mit schöner Aussicht ins Rheintal. Weiter auf dem Rheinburgenweg am Rand einer Hochfläche entlang zur Schutzhütte Sauzahn mit Blick auf Kaub.
Bald erreichen wir einen besonders malerischen Rastplatz mit Tisch und Bank und blicken hinüber zur Burg Pfalzgrafenstein auf der Felsenklippe Falkenau im Rhein, dazu auf Kaub mit der Burg Gutenfels darüber. Dieses sehr reizvolle Ensemble ist eine der berühmtesten Ansichten im Rheintal.
Zur Burgruine Stahlberg und nach Bacharach.
Wir setzen unsere Wanderung auf dem Rheinburgenweg fort, kommen an einem alten Steinbruch vorbei und wandern abwärts. Die teils felsige Landschaft erinnert uns daran, dass wir im Rheinischen Schiefergebirge unterwegs sind. Nach dem Queren der K21 führt der Weg zwischen Weinbergen und Wiesen zu einem Wegweiser Richtung Bacharach. Wir folgen diesem Hinweis aber nicht, sondern wandern auf dem Rheinburgenweg durch Weinberge ins Münzbachtal. Bei einem weiteren Wegweiser bietet sich eine Abkürzung der Tour an - Vom Wegweiser gelangt man durch die Mönchsrinne ins Tal und von dort ins Zentrum von Bacharach.
Wir folgen aber wiederum dem Rheinburgenweg weiter bis zur Ruine der Burg Stahlberg und bleiben deshalb unserem Weinbergsweg treu, der sich auf einem Asphaltband durch die Weinberge zieht. Nach einer Schieferabraumhalde wechseln wir auf einen Feldweg und wandern durch die Weinberge ins Seeger Tal bis zu einem großen Wegweiser. Hier unternehmen wir einen Abstecher von etwa einem halben Kilometer zur beeindruckenden Burgruine Stahlberg. Sie wurde 1219 von Erzbischof Engelbert von Berg gebaut und sicherte einst den Zugang vom Hunsrück nach Bacharach. Erhalten ist noch der markante runde Bergfried, ein Teil der Wehrmauer und einige Reste der Wohngebäude.
Nach diesem Exkurs gehen wir zum Wegweiser zurück und folgen dem Rheinburgenweg nach Steeg, einem kleinen Ort mit hübschen Fachwerkhäusern und der sehenswerten Pfarrkirche St.Anna. Diese wurde im 14.Jahrhundert begonnen und im 16.Jahrhundert spätgotisch mit einer Empore ergänzt; zu-dem wartete sie mit alten Wandmalereien auf. In Steeg gehen wir zur Bornbacher Straße, schwenken nach rechts und folgen kurz danach links einem Treppenweg, der ins Tal führt. Wir überqueren die Straße bei der Pension Steeger Tal, biegen nach links und treffen bald auf den Wegweiser »Zum Wildgehege«. Hier wenden wir uns nach rechts und wandern auf einem Wiesenweg leicht ansteigend zum Wald. Oberhalb der Burg Stahleck erreichen wir die K24, überqueren diese und gelangen schnell zur Burg, die als höchster und markantester Punkt der Stadtbefestigung von Bacharach zusammen mit der Kirche St.Peter und der Ruine der Wernerkapelle das malerische Bild der Stadt beherrscht. Bereits im 11.Jahrhundert errichtet, wurde die Burg Stahleck 1689 von den Franzosen gesprengt. Nachdem die Überreste Anfang des 20.Jahrhunderts in den Besitz des Rheinischen Vereins für Denkmalspflege und Landschaftsschutz gelangten, wurde 1925 mit dem Wiederaufbau dieser schönen Stauferburg als Jugendherberge begonnen. Knapp 50 Jahre später konnte auch der runde Bergfried mit seinem Kegeldach wiederhergestellt werden. Der Burghof ist frei zugänglich, und das Burgrestaurant lädt zum Verweilen ein.
Nach unserem Aufenthalt gelangen wir – teilweise über Stufen – auf einem Fußweg zur Wernerkapelle und ins Ortszentrum von Bacharach.

Oberwesel – Schönburg 0.15Std. – Pfalzblick 1Std. – Aussicht zum Pfalzgrafenstein 1Std. – Ruine Stahlberg 2Std. – Burg Stahleck – 1Std. – Bacharach 0.15Std. Insgesamt 5.30Std.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour17 km
Höhenunterschied785 m
Dauer5.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktOberwesel
EndpunktBacharach
TourencharakterOberwesel entwickelte sich im Mittelalter zu einem wohlhabenden Ort der Weinbauern und der Schiffer. Trotz Brandschatzungen und Plünderungen im Dreißigjährigen Krieg sowie späteren Verwüstungen kann Oberwesel mit einem der schönsten Ortsbilder am Mittelrhein aufwarten. Ausdruck des einstigen Wohlstands ist auch die weithin sichtbare und markante Liebfrauenkirche mit ihrer reichen Innenausstattung. 1308 begonnen und schon 1351 vollendet, beeindruckt sie mit ihrer kühnen, hochgotischen Architektur, dem zartgliedrigen Maßwerk des Lettners, dem Hochaltar von 1331 und den Wandmalereien. An die Familien derer von Schönburg erinnern mehrere Grabdenkmäler. Bei der Liebfrauenkirche beginnen wir auch unsere Wanderung nach Bacharach, die uns auf Weinbergspfaden wieder zu Burgen und Burgruinen führen wird.
Hinweise
Rheinhotel Landrestaurant Stüber. Auf der 1000-jährigen Stadtmauer von Bacharach erbaut, lädt dieses Hotel mit dem Landrestaurant Stüber in einem schönen Fachwerkhaus zum Verweilen ein. Dieser Mitgliedbetrieb der Kooperation »Tafelrunde – Die Guten Landrestaurants« wird bereits in der sechsten Generation als Familienbetrieb geführt und bietet regionale Gerichte an, die man im Restaurant oder auf der Terrasse genießen kann. Besondere Spezialität - der Bacharacher Rieslingbraten.
KartentippRheinsteig mit RheinBurgenWeg, Topographische Freizeitkarte 1 - 50000, 2.Auflage 2006
VerkehrsanbindungAuto - Auf der B9 bis Oberwesel. Bahn: Bahnstation Oberwesel
GastronomieIn der Schönburg Restaurant »Auf Schönburg«, Tel. 06744/93930. In Steeg mehrere Möglichkeiten. In Bacharach Hotel Café Burg Stahleck, Blücherstr. 6, Tel. 06743/1388
Unterkunft
In Bacharach - Hotel Pension Haus Dettmar, Oberstr. 8, Tel. 06743/2661, www.hotel-pension-dettmar.de; Rheinhotel Landrestaurant Stüber, Langstr. 50, Tel. 06743/1243, www.Rhein-Hotel-Bacharach.de
Tourismusbüro
Tourist-Information Oberwesel, Rathausstr. 3, 55430 Oberwesel, Tel. 06744/71 06 24, info@oberwesel.de, www.oberwesel.de

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