Von Oberstoppel auf den Stoppelsberg

Zum nördlichen Vorposten der Rhön (Autor: Norbert Forsch)
8 km
244 m
2.00 h
Durch dichten Laubwald steigt man zur Burgruine Hauneck auf dem Stoppelsberg hinauf. Der nördliche Vorposten der Rhön gewährt einen herr-lichen Blick über die Basaltkuppen des »Hessischen Kegelspiels«, bevor den Wanderer im Tal das Naturdenkmal Lange Steine überrascht.
Auf den Stoppelsberg.
Bei der Kirche in Oberstoppel schlagen wir die Straße Richtung Neukirchen ein und folgen dem roten Keil gegen die Spitze. Wir spazieren am Café Gänsehöfchen vorbei, biegen links in die Burgstraße ein und erreichen das Schullandheim Villa Phantasia. Dort schwenken wir rechts auf einen Asphaltweg. Bald sehen wir an Bäumen das weiße Andreaskreuz. Dann verlassen wir den roten Keil und steigen mit dem Andreaskreuz im Linksbogen auf den Stoppelsberg (524 m) zur Burgruine Hauneck hinauf. Der Basalt des Stoppelsberges ist zu frucht-barem Lehmboden verwittert, auf dem unter Laubwald seltene Pflanzen gedeihen. Geschulte Augen entdecken Haselwurz, Maiglöckchen und Salomonssiegel. An der Ostflanke des Berges entspringt der kleine Ilmesbach, ein östlicher Zufluss der Haune.
Burg Hauneck wurde im 14. Jh. mit Basalt des Vulkanschlotes, auf dem sie steht, und mit Sandstein der im Tal liegenden Langen Steine erbaut. Die etwa 1,5 m dicke Ringmauer umfasst den ganzen Gipfel des Stoppelsberges. Ihre Nähe zu der damaligen Handelsstraße Antsavia, die durchs Hessische Kegelspiel führte, ist wohl Hintergrund einer Sage, in der der Burgherr als Raubritter erscheint. Er überfällt einen edlen Jüngling auf der Straße und wirft ihn in den Kerker, aber eine mitleidige Magd befreit ihn aus der Gefangenschaft. Erstmals zerstört wurde die Anlage Anfang des 15. Jh., endgültig in den Wirren des Dreißigjährigen Krieges. Die heutigen Mauern gehen auf einen Neubau der Jahre 1482–1490 zurück.
Hoch oben auf dem Bergfried überblicken wir das Hessische Kegelspiel, eine Gruppe auffälliger Vulkankegel.
Zu den Langen Steinen.
Wir verlassen die Burg durch das Burgtor, wenden uns sofort nach links und gehen zum bekannten Asphaltweg hinab. Wir queren den Weg und biegen sofort links in einen unbefestigten Waldweg ein. Er ist dünn mit Nr. 5 markiert. Absteigend kommen wir auf einen breiten Forstweg und behalten unsere Richtung bei. Die Kreuzung am Waldrand nehmen wir geradeaus. Zu der Nr. 5 gesellen sich das weiße Andreaskreuz und der offene schwarze Keil gegen die Spitze. Nach etwa 50 m schwenken wir halblinks und erreichen im Wald die Langen Steine. Es sind riesige, vor etwa 20 Millionen Jahren entstandene Sandsteinquader mit 6–14 m Länge. Eine Zeichnung auf einem der Quader geht vermutlich auf die Jungsteinzeit zurück. Leichter entdeckt man ein königliches Wappen. Mit ihm wollte Landgraf Friedrich I. von Hessen-Kassel die Steine 1738 zu seinem Eigentum erklären.
Zurück nach Oberstoppel.
Wir gehen links zum Waldrand und biegen rechts ab. Den Querweg an der Waldecke nehmen wir rechts und durchqueren einen Waldzipfel. Geradeaus bergab und am Rand eines Waldstückes entlanggehend erreichen wir eine Kreuzung zweier Feldwege. Wir schwenken nach links und nehmen die folgende Kreuzung rechts. Taleinwärts erreichen wir einen breiten Wirtschaftsweg und gehen links zur Straße. Ihr folgen wir nach rechts, biegen aber bereits hinter der Rechtskurve links ab. Dann schlagen wir den nächsten Rechtsabzweig ein, wenden uns aber gleich wieder nach links und gehen eine Wiese hinab, links an einem Fischteich vorbei, auf einem Steg über den Ilmesbach und zu einem breiten Forstweg hinauf. Er ist nicht markiert. Wir folgen ihm nach links und erreichen stetig ansteigend den asphaltierten Schwälmer Weg, der uns mit dem roten Keil gegen die Spitze zurück nach Oberstoppel bringt.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour8 km
Höhenunterschied244 m
Dauer2.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktKirche in Oberstoppel
EndpunktKirche in Oberstoppel
TourencharakterÜberwiegend breite Wald- und Wirtschaftswege; Panoramablicke.
Beste Jahreszeit
KartentippTF-50-RH-Nord »Rhön Nord«, 1:50 000, Hessisches Landesvermessungsamt
VerkehrsanbindungMit dem Auto auf der B 27 von Bad Hersfeld oder Fulda zum Abzweig nördlich von Rothenkirchen und über Unterstoppel nach Oberstoppel.
GastronomieBurghaun-Steinbach: Untere Mühle, Untere Mühle 1, Tel. 06652/911 01 10, www.untere-muehle.de. Oberstoppel: Land-Café Gänsehöfchen, Hardstr. 4, Tel. 06673/91 92 49, www.landurlaub-hessen.de
Tipps
EINKEHR-TIPP: LAND-CAFÉ GÄNSEHÖFCHEN Das Land-Café Gänsehöfchen in Oberstoppel ist in der ehemaligen Scheune einer Hofanlage aus dem 18. Jh. untergebracht. Im Wohnhaus befindet sich ein zusätzlicher Gastraum und bei schönem Wetter kann man sich im kleinen Biergarten entspannen. Wie es sich für ein Land-Café gehört, gibt es leckere Kuchen und Torten, aber auch Herzhaftes der ländlich regionalen Küche. In einem kleinen Kramladen findet man Geschenkartikel und Mitbringsel. Übernachtungsgästen steht eine Ferienwohnung für zwei bis vier Personen zur Verfügung, die auch als Zimmer mit Frühstück buchbar ist. Geöffnet Mi–Sa ab 14 Uhr, So ab 10 Uhr sowie nach Absprache
Unterkunft
Burghaun-Steinbach: Untere Mühle, Untere Mühle 1, Tel. 06652/911 01 10, www.untere-muehle.de. Oberstoppel: Land-Café Gänsehöfchen, Hardstr. 4, Tel. 06673/91 92 49, www.landurlaub-hessen.de

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