Von Oberradein nach Gfrill

Steiler, kurzer Abstieg nach Radein, aber dann gemütliche Wanderung auf gut markierten, breiten Waldwegen. Die knapp 700 Hm aufs Trudner Horn sind angenehm zu gehen, und oben wartet die gute Küche und die freundliche Belegschaft der Hornalm auf müde Wanderer. Trinkwasser in den Orten und auf der Hornalm Kinder und Genießer: Für Kinder evtl. etwas langweilige Etappe bis auf den Besuch des Naturparkhauses in Truden und die idyllische Hornalm mit ihren vielen Tieren. Frühzeitiges Etappen-Ende auch in Truden oder auf der Hornalm möglich (Autor: Robert Mayer)
21 km
780 m
6.00 h
Von Oberradein auf der Teerstraße oder auf Weg Nr. 9 zum Wastlhof. Dort rechts am Schuppen vorbei dem Weg mit roten Punkten und E5-Zeichen in den Wald folgen. Es geht bergab bis zu einer Verzweigung mit E5-Markierung auf einem abgebrochenen Baumstamm. Hier links abbiegen; am Wegrand stehen bald zwei alte Bildstöcke. Beim nächsten Abzweig wieder links (einige E5-Zeichen am Fels). Steil und bei Nässe auch rutschig führt der alte, mit Porphyrplatten belegte Weg hinunter nach Unterradein (1100 m). Nach der Brücke über den Schwarzenbach nach rechts zur Hauptstraße und dieser etwa 500 Meter folgen. Der E5 führt dann rechts von der Straße weg auf einer Abkürzung nach Kaltenbrunn (984 m; 1.15 Std.). Wir verlassen Kaltenbrunn auf der Teerstraße, die links Richtung Truden den Berg hinaufführt. Nach ca. 500 Metern leitet wieder links ein Forstweg mit deutlicher E5-Markierung durch dichten Wald nach Truden (1127 m; gut 2 Std., 6,6 km) empor. In Truden an der Kirche vorbei den Schildern (E5, Weg Nr. 4) zum Trudner Horn folgen. Auf dem Weg zum Ludwigshof am Ortsrand sieht man schon das Gipfelkreuz südwestlich.
Nach dem Naturparkhaus geht es links hinunter zum Trimm-Dich-Pfad. E5-Schilder weisen auf einen alten Pflasterweg. Auf der breiten Forststraße, die bald erreicht wird, geht es rechts leicht ansteigend weiter. Beim nächsten Abzweig wieder rechts halten; später kann eine große Straßenschleife auf markiertem Steig deutlich abgekürzt werden. Am Gamper oder Zissattel (1493 m) gibt es einen romantischen Rastplatz an einer kleinen Hütte mit hervorragender Aussicht bis in die Zentralalpen. Hier zweigen mehrere Fahrwege ab.Wir gehen auf dem Pfad mit E5-Markierung in den Wald hinein, treffen wieder auf die Straße und biegen erneut links auf einen Pfad ein (E5-Markierung auf dem Boden). Der Fahrweg führt natürlich auch zur Alm, die Serpentinen werden aber vom E5 deutlich abgekürzt. Auf den Bänken der Hornalm (1715 m, mit verlockender Speisekarte; 4.45 Std., 11,4 km) kann man sich von dem steilen letzten Anstieg erholen.
Weiter geht es südlich auf einem Forstweg leicht ansteigend, bis links ein Abzweig mit Schild auf den E5 und in Richtung Gfrill hinweist. Der Weg führt jetzt im Wesentlichen auf einer sehr guten Forststraße bis hinunter nach Gfrill (6.15 Std., 16,6 km). Bei einem Bildstöckl und an anderen Stellen kann auf schmalen Pfaden abgekürzt werden. Das Familienrestaurant Fichtenhof liegt gleich neben der Kirche im kleinen, verschlafenen Gfrill mit seinen 40 Einwohnern.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour21 km
Höhenunterschied780 m
Dauer6.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktOberradein (1556 m)
EndpunktGfrill (1328 m)
TourencharakterEine Etappe für heiße Tage, da sie durch viel Wald führt. In Truden können Interessierte das Naturparkhaus Trudner Horn mit Kräutergarten, Amphibienteich, Kornfeld und vielen Infos über Flora und Fauna des Parks besuchen. Am Trudner Horn gibt es mit der Hornalm die vermutlich schönste Übernachtungsmöglichkeit dieser Etappe. Die Alm ist bekannt für gutes, deftiges Essen und dementsprechend beliebt. Bei klarem Wetter genießt man traumhafte Ausblicke auf die Lagoraigruppe. Man könnte zufrieden sein, wären da nicht einige Bikes an den Zaun gelehnt, auf denen man so unbeschwert hinunter nach Gfrill rollen könnte. Tja, Leihräder wären jetzt wohl gerade das Richtige …
Wenn die Bergschulen hier auf ihrer E5-Tour Süd übernachten, ist die Bettenkapazität schon bald erschöpft. Deshalb sollte man auf der Hornalm und auch in Gfrill in der Hochsaison (August) und am Wochenende unbedingt reservieren! Küchenchefin Ingrid vom Fichtenhof liebt die Kräuter ihres eigenen Gartens und kocht damit so traditionelle Rezepte wie die herrlichen Südtiroler Schlutzkrapfen, aber auch gesunde Löwenzahnspaghetti aus der Naturküche. Sitzt man abends beim Essen am Fenster, kann man nebenbei noch den Sonnenuntergang in der Brentagruppe betrachten und so den Abend stilgerecht ausklingen lassen.
Beste Jahreszeit
KartentippTabacco 1:25000, Bl. 049, Südtiroler Weinstraße (empf.). Kompass 1:50000, Nr. 121, E5 Süd. Freytag & Berndt 1:50000, WKS 14, Trento/Lagorai
MarkierungenAusreichend markiert mit roten Punkten und E5-Zeichen
VerkehrsanbindungBusverkehr von Gfrill oder Kaltenbrunn nach Bozen; Fahrplanauskunft SAD, Bozen, Tel. 840000471, www.sii.bz.it, webmaster@sii.bz.it, von Mo–Sa 7.30–20 Uhr
GastronomieGhf. Kaltenbrunn; in Truden Ghf. Zum Löwen; Hornalm
Tipps
Naturpark Trudner Horn. Der Park umfasst eine Fläche von 6866 ha. Aufgrund der vielen unterschiedlichen Vegetationszonen von 350 bis 1800 m ist dies der artenreichste aller Südtiroler Naturparks. An der Etschtalflanke dominieren der helle Kalk und der Dolomit, während im Zentrum und im Osten der bräunlich-rote Quarzporphyr vorherrscht. Während den Eiszeiten war das gesamte Gelände von Gletschern bedeckt und wurde so geebnet oder kuppenförmig abgerundet. Mulden und kleine Ebenen sind durch Moränenrückstände wie Sand und Lehm abgedichtet worden und bildeten so viele Seen, die zunehmend verlanden. Das Dolomitgestein im Westen dagegen verkarstete und bildete ein weit verzweigtes Spalt- und Kluftsystem, in dem das Wasser relativ schnell abfließt. Der submediterrane Buschwald aus Hopfenbuchen, Flaumeichen und Manna- eschen hat im Naturpark sein nördlichstes Vorkommen. In ihm findet man die schillernde Smaragdeidechse, hört das Zirpen der Singzikade oder trifft auf Skorpione, Schlangen, Gottesanbeterinnen, Schalwild und Dachse. Leider sind die Tiere viel scheuer und schneller als wir, und so findet das biologisch vielfältige Leben in diesem Urwald für uns meist nur im Verborgenen statt. Naturparkhaus Trudner Horn, Am Kofl 2, I-39040 Truden, Tel. +39/0471/869247, info.th@provinz.bz.it; geöffnet April–Nov., Di–Sa von 9–12 und von 15–18.30 Uhr, im Sommer auch sonntags offen; Eintritt frei.
Unterkunft
Ghf. Kaltenbrunn, Fleimstaler Str. 6, Tel. +39/0462/87022 (ganzjährig geöffnet). Ghf. Zum Löwen in Truden, Tel. +39/0462/87068 (Ü/F ab 26 Euro). Hornalm, Tel. +39/330/869959 (14 Betten, Vorsaison Ü/F 15 Euro, Hauptsaison Ü/F 25 Euro; geöffnet Mitte Mai bis Ende Okt.). Ghf. Fichtenhof in Gfrill, Tel. +39/0471/889028, uli.pardatscher@rolmail.net, www.fichtenhof.it (Ü/F ab 26 Euro). Das Biwakieren im Naturpark ist verboten (außer Notbiwak), besser bei der Hornalm oder in Gfrill nach einem Platz fragen.
Tourismusbüro
Tourismusverein Truden, Tel. +39/0471/86 90 78

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