Von Obereggen zum Karersee

Am Fuße des Latemar.
Leichte Waldwanderung auf Forstwegen mit kaum nennenswerten Höhenunterschieden; Aufmerksamkeit für die Orientierung nötig (Autor: Peter Mertz)
11 km
525 m
3.00 h
Zum herrlichen Karersee.
Die reizvolle und einfache Wanderung durch die wunderschönen Fichtenwaldungen beginnt in Obereggen beim Sporthotel Bewaller, wo sich oberhalb ein Parkplatz befindet. Von hier folgen wir dem »Temblweg« mit der Markierung Nr. 8, der als fast ebener Forstweg in Richtung Karersee führt. Ab und zu passieren wir eine Waldwiese und treffen knapp vor dem See auf den Weg Nr. 11. Dieser leitet uns sowohl zum Karersee-Rundweg Nr. 12 als auch zum kleinen Mittersee, der südlich in einem Felstrichter liegt.
Der sagenhafte Karersee.
Der Karersee ist neben seiner fast unwirklichen Lage inmitten einer von Hochwald umschlossenen Mulde für sein Farbenspiel bekannt, was ihm den Namen »Regenbogensee« einbrachte, denn sein Wasser schillert an klaren und windstillen Tagen – besonders im Frühjahr und Frühsommer – oft in mehreren Farben. Neben Reflexionen von Himmel und umgebender Bergwelt sind vor allem im Wasser wachsende Algen für diese Farbenpracht verantwortlich. Eine Dolomitensage erklärt dieses Schauspiel jedoch auf ihre Weise: Ein Zauberer habe im Zuge der Brautwerbung um eine Nixe einen Regenbogen im See aufgelöst.
Der See besteht aus einem kleineren, seichteren äußeren und einem größeren inneren Becken, wobei die größte Wassertiefe 19 Meter beträgt. Er entstand durch die Eiszeitgletscher, die beim Abschmelzen den Porphyrrücken zu Füßen der Latemargruppe mit Moränenmaterial überdeckt hatten. Darin entstanden Mulden, die sich später zu idyllischen Seen wie dem Karersee und dem Mittersee entwickelten. Beide können ihr Wasser durch den Moränenuntergrund fast vollständig versickern lassen.
Zurück nach Obereggen.
Für den Rückweg empfiehlt sich der Weg Nr. 14, der in den Hängen oberhalb unserer Anmarschroute meist durch Fichtenhochwald führt. Wir folgen 200 Meter der Hauptstraße und biegen nach links auf den Weg Nr. 8 ein. Nach der Kote 1507 zweigt von ihm der Weg Nr. 14 ab. Zuerst wandern wir auf diesem nach links leicht ansteigend und später wieder abwärts, ehe wir auf den Weg Nr. 21 treffen, der uns auf einer kurzen Abwärtspassage zum Ausgangspunkt zurückbringt.

Dauer: Bewallerhof – Karersee 1.15 Std. – Seeumrundung samt Mittersee 30 Min. – Bewallerhof 1.15 Std.; Gesamtgehzeit 3 Std. ;
Motto: Wandern am Wasser

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour11 km
Höhenunterschied525 m
Dauer3.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktObereggen, Bewallerhof (1491 m)
EndpunktWie Ausgangspunkt.
TourencharakterDie Dolomitenwelt rund um die Latemargruppe beginnt mit einer extrem engen und bizarren Schlucht, in der nur Straße und Bach Platz haben. Sie schneidet östlich von Bozen in den weinroten Quarzporphyr ein und erreicht zuerst den ehemaligen Luftkurort Welschnofen. Der Karersee selbst liegt oberhalb der Talung auf einer Plateaustufe zu Füßen der Latemargruppe. Die Region gehört zu den waldreichsten Südtirols – der subalpine Fichtenwald gilt als einer der schönsten Wälder der Alpen. Einst lebten die so genannten »Pecher« von diesem Holz, indem sie das Harz der Fichten sammelten, während sie die Rinden trockneten, zermahlten und an Gerber verkauften. Aus dem wertvollen Holz fertigte man Kübel und Weinfässer sowie Stützstangen für die Weinreben. Weil die unmittelbare Lage des Karersees an der Dolomitenstraße zu einem großen Menschenandrang im Sommer führt (die gebührenpflichtigen Parkplätze sind rasch überfüllt), beginnen wir die Tour im nahen Obereggen.
Zwar wird die Landschaftskulisse während unserer gemütlichen Rundtour eindeutig von der Latemargruppe beherrscht, aber die im Nordosten aufragenden Spitzen des Rosengartens ergänzen das Panorama harmonisch. Beide Gebirgsstöcke sind Reste mächtiger Riffe, die in tropischen Urmeeren vor Hunderten von Millionen Jahren von winzigen Korallenpolypen und anderen Lebewesen millimeterweise aufgebaut wurden. Weil der Latemarkalk keine schützende Schicht an der Oberfläche besitzt wie etwa der Langkofel, ist er brüchig und zeigt sich uns in noch bizarreren Gipfelformen. In den Dolomitensagen hat man die schlanken Kalktürme liebevoll als »Latemar-Puppen« bezeichnet.
Beste Jahreszeit
KartentippFreytag & Berndt Wanderkarte 1:50000, Blatt WKS 7 (Überetsch, Südtiroler Unterland)
VerkehrsanbindungVon Bozen bei Kardaun durch den neuen Straßentunnel auf der SS 241 in Richtung Karerpass in das Eggental, bei Birchabruck nach rechts abzweigen und bis Bewallerhof; Parkplätze entlang der Zufahrtsstraße Busverbindungen nur zum Karersee und zum Karerpass
GastronomieJausenstation am Karerpass, Hotel und Kiosk am Karersee, Geigerhof
Tourismusbüro
Tourismusverein Eggental, Informationsbüro Obereggen AG, I–39050 Obereggen, Tel.: 0471/618200, www.obereggen.com, obereggen@latemar.it

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