Von Nassau zum Arnstein

Auf dem Lahnhöhenweg zwischen Taunus und Westerwald Während der E1 ein bequemer Wanderweg ist, verlangen die Pfade im Mühlbach- und um Jammertal festes Schuhwerk, Kondition und Trittsicherheit. Eine gute Abkürzungsmöglichkeit bildet die Buslinie von Singhofen zum Bahnhof Nassau; mit Hilfe dieser Buslinie lassen sich Mühlbach- und Jammertal als eigenständige Wanderungen unternehmen. (Autor: Bernhard Pollmann)
Nassau Nassau an der unteren Lahn zwischen Taunus und Westerwald ist Luftkurort und Ausgangspunkt für Wanderungen in den sich beidseits der Lahn bis zu ihrer Mündung in den Rhein erstreckenden Naturpark Nassau. Benannt sind Stadt und Naturpark nach einer Grafen- und späteren Herzogsdynastie, die sich nach der um 1125 errichteten gleichnamigen Burg benannte - Burg Nassau hoch über der Lahn ist das Wahrzeichen der Stadt. Unterhalb der Burg Nassau, einem prachtvollen Aussichtspunkt, zeigt sich in den Wäldern auf dem gleichen Felsgrat die Burgruine Stein; sie war als nassauisches Lehen der Stammsitz der Dynastie Stein, die 1831 mit dem Tod des in Nassau geborenen Reformers Heinrich Friedrich Karl Reichsfreiherr vom und zum Stein ausstarb. Zu den markantesten Gebäuden in der Innenstadt zählen das Stadtschloss (1621–1819) der Herren vom und zum Stein und das Fachwerkrathaus (1609). Mühlbachtal Unterhalb des Bahnhofs überquert der mit dem Buchstaben »weißes L« markierte Lahnhöhenweg die Lahn, folgt kurz der B 260 Richtung Singhofen und wechselt in das untere Mühlbachtal. Anders als das Lahntal ist das Mühlbachtal vom Verkehr unberührt, teilweise ist es schluchtartig eingeschnitten und wird von schroff aufragenden Felsen und mischwaldgeschmückten Bergen flankiert. An der Neumühle verlässt der Lahnhöhenweg das Mühlbachtal und strebt nach Singhofen auf den seit uralten Zeiten als Verkehrsleitlinie (heute Bäderstraße = B 260) genutzten Rücken zwischen dem Mühlbach- und dem Jammertal hinauf. Von der klassizistischen Kirche (1838–40) von Singhofen führt der Lahnhöhenweg in das vom Dörsbach durchflossene Jammertal hinab, das ebenso abgeschieden wie das untere Mühlbachtal ist: Von bewaldeten Steilhängen begleitet, gischtet der vielfach gewundene Dörsbach der Lahn zu. Benannt sein soll es nach den Klagen einer gefallenen Müllerstochter, die hier mit ihrem Neugeborenen ins Wasser ging. Arnstein Am Ende des Jammertals stehen auf schmalem, steil abfallendem Felsgrat zwischen Dörsbach und Lahn an der Stelle einer alten Höhenburg die im 14. Jh. vollendeten gotischen Bauten des ehemaligen Prämonstratenserstifts Arnstein, heutzutage Sitz der deutschen Provinz der PicpusGesellschaft (»Arnsteiner Patres«), und die ehemalige Klosterkirche, eine romanische Pfeilerbasilika (1208). Hier trifft der Lahnhöhenweg wieder auf den E1. Entweder steigt man nun ins Lahntal ab und fährt von Obernhof mit der Lahntalbahn nach Nassau oder man folgt dem bequemen E1 längs des Flusses zurück.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour25 km
Höhenunterschied500 m
Dauer5.00 h
Schwierigkeit
StartortNassau (100 m), Luftkurort an der unteren Lahn zwischen Taunus und Westerwald im Herzen des Naturparks Nassau.
AusgangspunktBahnhof Nassau (Lahn) an der Lahntalbahn.
TourencharakterZwischen der Burgstadt Nassau und dem Kloster Arnstein münden zwei Seitenflüsschen in die Lahn, deren Täler zu den schönsten Wandertälern im Westen Deutschlands zählen - Mühlbachtal und Jammertal. Während der Europäische Fernwanderweg 1 dem bequemen Tal- und Höhenweg längs der Lahn folgt, führt der Lahnhöhenweg ab Nassau durch diese beiden naturbelassenen, nicht durch Straßen erschlossenen Täler und mündet am Kloster Arnstein wieder auf den E1. Der Weg durch die Täler ist 18 km lang, von Obernhof unterhalb des Klosters Arnstein kann man die 8 km durch das Lahntal nach Nassau zurückfahren.
Beste Jahreszeit
KartentippFreizeitkarte 1 - 50000, Blatt LN Lahn Naturpark Nassau (Landesamt für Vermessung und Geobasisinformation Rheinland-Pfalz).
VerkehrsanbindungLahntalbahn Gießen – Koblenz. Mit dem Auto B 260 Oberlahnstein – Bad Ems – Nassau.
GastronomieNassau, Singhofen, Arnstein/Obernhof.
Tourismusbüro
Naturpark Nassau, Bachgasse 4, 56377 Nassau, Tel. 02604/4368, Internet www.naturparknassau.de.

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