VON NAGOLD NACH BAD LIEBENZELL

Leichte, kulturhistorisch interessante Streckentour durch das enge Nagoldtal mit seinen bewaldeten Hängen; wenige leichte Anstiege; überwiegend auf asphaltierten Rad- und Wirtschaftswegen, einzelne Abschnitte auf befestigtem Weg und Straße, kurzzeitig auch auf der Bundesstraße. (Autor: Ute und Peter Freier)
51 km
120 m
2.00 h
Von Nagold nach Wildberg Vom Bahnhof Nagold halten wir uns bergab zur Ortsdurchfahrt (Calwer Straße/B463), folgen ihr nach rechts, talabwärts, und biegen am Stadtrand rechts ab auf die nach Emmingen führende Straße. Wir fahren durch den Ort, erreichen auf einem Wirtschaftsweg ein Sträßchen, das auf die Talsohle hinunterführt, und halten auf das malerisch am Talhang liegende Städtchen Wildberg zu; vor der Stadt rechter Hand das ehemalige Dominikanerinnenkloster Maria Reuthin (13. Jahrhundert). Zur malerischen Altstadt von Calw In einer lang gezogenen Kurve umfahren wir den Bergsporn mit der Altstadt von Wildberg, überqueren die Bahngleise und folgen der Nagold und der Bahnlinie über Seitzental nach Kohlerstal. Vorbei am Hof Wald- eck und der erhöht sitzenden gleichnamigen Burgruine, passieren wir den Bahnhof Bad Teinach – der kleine Ort Bad Teinach liegt in drei Kilometern Entfernung in einem Nagold-Seitental – und die Ortschaft Kentheim mit der romanischen Candiduskirche, in der spätgotische Fresken erhalten sind. Auf der einstigen Talstraße fahren wir an den wenigen Gebäuden von Tanneneck vorbei und erreichen die Altstadt von Calw. Über den Hermann-Hesse-Platz – rechts eine alte Bogenbrücke mit Nikolauskapelle – gelangen wir zum malerischen, von zahlreichen Fachwerkhäusern eingerahmten Marktplatz. Im Haus Nr.30 am Marktplatz wurde ein Museum eingerichtet für den in Calw geborenen und aufgewachsenen Hermann Hesse, den Literatur-Nobelpreisträger des Jahres 1946 (Di–Sa 14–17, S 11–17 Uhr). Über Hirsau nach Bad Liebenzell Auf Höhe der Unteren Brücke halten wir uns links in die Inselstraße und folgen kurz darauf dem Hirsauer Wiesenweg nach Hirsau zur B296 (Wildbader Straße). Für einen Abstecher zu den beeindruckenden Ruinen eines der im Mittelalter bedeutendsten Klöster Würtembergs und eines von den württenbergischen Herzögen errichteten Jagdschlosses wenden wir uns nach links (hin und zurück 500 m). Zur Fortsetzung der Tour wenden wir uns nach rechts, passieren die Aureliuskirche und biegen links ab in Richtung Ottenhöfen. Kurz darauf verlassen wir diese Straße auf dem Ernstmühler Weg, unterqueren in Ernstmühl die Bahnlinie und erreichen entlang der Bahngleise den Bahnhof des Heilbads Bad Liebenzell, das beherrscht wird von der mächtigen Burg Liebenzell, in der ein Konferenzzentrum eingerichtet wurde. Variante - Verlängerung der Tour bis Pforzheim Von Bad Liebenzell weiter entlang der Nagold über Monbachtal, Dennjächt, Unterreichenbach und Unterweißenstein nach Pforzheim. An der Einmündung der Nagold in die Enz nach links durch das Stadtzentrum zum Bahnhof. Länge: 54 km/Dauer: 3,5–4 Std.

Thermentour

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour51 km
Höhenunterschied120 m
Dauer2.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktNagold.
EndpunktBad Liebenzell.
TourencharakterAn dieser Radstrecke im engen, windungsreichen Nagoldtal mit seinen bewaldeten Hängen liegen einige bemerkenswerte Orte - Nagold mit einem teilweise erhaltenen historischen Stadtkern, einem keltischen Grabhügel an der Nagold und der Burgruine Hohennagold; die malerische Altstadt von Wildberg; ein romanisches Kirchlein in Kentheim, die Fachwerk-Altstadt von Calw mit einem Hermann-Hesse-Museum und in Hirsau die romanische Aureliuskirche sowie eine umfangreiche Klosterruine.
Beste Jahreszeit
KartentippRadwanderkarte des Landesvermessungsamts Baden-Württemberg, Blatt 50 (Schwarzwald Nord), 1 - 100000.
MarkierungenNagoldtal-Radweg.
VerkehrsanbindungPkw - A8 Stuttgart–Karlsruhe, Ausfahrt 44 (Pforzheim-Nord); durch Pforzheim und auf der B463 im Nagoldtal nach Bad Liebenzell; Parkplatz am Bahnhof; per Bahn nach Nagold. Bahn: Bad Liebenzell und Nagold sind Stationen an der Linie Pforzheim–Horb.
GastronomieGaststätten in Nagold, Emmingen, Wildberg, Seitzental, Calw, Hirsau, Bad Liebenzell.
Tipps
DAS KLOSTER HIRSAU Die Aureliuskirche, eine romanische Basilika (1059), war die Kirche des ersten Klosters in Hirsau; nebenan befindet sich heute ein Klostermuseum. Von hier zogen die Mönche um in einen Klosterneubau links der Nagold mit der Basilika Sankt Peter und Paul, die mit einer Länge von 97 Metern bis zum Bau des Ulmer Münsters die größte Kirche im schwäbischen Raum war. Im 12. Jahrhundert wurde Hirsau zum Ausgangspunkt einer Reformbewegung, die der Verweltlichung der Klöster begegnen wollte und die strikte Einhaltung der Mönchsregel forderte - Gehorsam, Verzicht auf Eigentum, Askese, aber auch die Freiheit des Klosters vom Einfluss weltlicher Herren. Im Bauernkrieg wurde das Kloster teilweise zerstört (1525), in der Reformation durch Herzog Ulrich von Württemberg verstaatlicht (1535) und in eine Schule umgewandelt, während nebenan ein herzogliches Jagdschloss errichtet wurde. Im Jahr 1692 jedoch wurden Kirche, Kloster und Schloss von französischen Truppen zerstört und in der Folgezeit von der Bevölkerung als Steinbruch benutzt. Noch immer eindrucksvoll sind die frei zugänglichen Überreste: der nordwestliche Kirchturm, der sogenannte Eulenturm mit einem Bilderfries, der Kreuzgang, die gotische Marienkapelle, das Renaissance-Jagdschloss sowie zwei Tore der einstigen Klostermauer.
Informationen
BADEN - Freibäder in Nagold und Bad Liebenzell; Thermalbäder in Bad Teinach (Abstecher von 3 km) und Bad Liebenzell.
Tourismusbüro
Stadtverwaltung, Marktstr. 27, 72202 Nagold, Tel. 07452/681136, www.nagold.de; Tourist-Information, Marktplatz 1, 75365 Calw, Tel. 07051/968810, www.calw.de; Tourist-Information, Reuchlinweg 3, 75378 Bad Liebenzell, Tel. 07052/4080, www.bad-liebenzell.de

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