Von München nach Wolfratshausen

Leichte, aber sehr lange Talwanderung auf guten Wegen. (Autor: Eva-Maria Troidl, Stefan Lenz, Ludwig Graßler)
32 km
60 m
8.00 h
Beim Aufbruch am Marienplatz wenden wir uns ostwärts. Wir gehen entlang des »Tals«, passieren nach wenigen Minuten das Isartor und erreichen bei der Ludwigsbrücke die Stelle, wo Heinrich der Löwe 1158 seinen historischen Brückenschlag vollzog und damit die Stadt München gründete. Wir überqueren die erste Brücke und wenden uns dann nach rechts auf der Museumsinsel zwischen der Isar und dem Deutschen Museum südwärts. Die Museumsinsel ist eine Sandbank, die viele Jahrhunderte lang als Floßlände diente. 1903 wurde sie von der Stadt München als Bauplatz für das von Oskar von Miller konzipierte naturwissenschaftlich-technische Museum gestiftet. Beim Durchqueren des Innenhofs des Deutschen Museums gibt es eine im Pflaster des Hofes eingelassene Bodensonnenuhr zu bestaunen, bei der man sich selbst als Zeiger betätigen kann. Die Uhr im Uhrenturm, durch dessen Tor wir den Hof jetzt wieder verlassen, zeigt uns die Tageszeit, den Wochentag, den Monat, die Mondphase und die Stellung der Sonne im Tierkreis an. Über die Zenneck-Brücke gelangen wir zur Ostseite der Isar und schwenken nach rechts auf die Uferstraße ein. Nun folgen wir dem so genannten Planetenweg des Deutschen Museums, dessen Startpunkt sich ebenfalls im Museumsinnenhof befindet. Auf Informationstafeln entlang dieses Weges ist Wissenswertes über unsere Nachbarplaneten aufgezeichnet. Die Abstände der Tafeln markieren die relativen Abstände der Planeten im Sonnensystem. Nach der Unterquerung der Braunauer Eisenbahnbrücke und des Mittleren Rings schlendern wir vorbei am Flauchersteg zum Tierpark Hellabrunn. An seinem südwestlichen Ende liegt die Marienklause. Hier queren wir den Fluss sowie einen weiteren Wasserarm und halten uns halblinks Richtung Hinterbrühler See. Dort passieren wir die Brücke auf die westliche Seite der Floßlände und gelangen auf eine Teerstraße. Ab diesem Punkt geht man stets direkt am Ufer entlang südwärts. Fast unmerklich verlassen wir die Stadt. Mit der Großhesseloher Brücke lassen wir Münchens Stadtgrenze hinter uns.
Die Halbzeit unserer Tagesetappe erreichen wir am Georgenstein, der unterhalb der Gemeinde Baierbrunn aus der Isar ragt. Dieser Nagelfluhfelsen stürzte einst vom östlichen Steilufer in das Flussbett. Etwa 1,5 Kilometer nachdem sich Isar und Isarkanal wieder vereinigt haben, stoßen wir auf eine Weggabelung mit einer Ruhebank, an der wir uns links halten (gelbe Markierungen). Achtung: Dieses Wegstück ist in der topografischen Karte 1:100 000 nicht eingezeichnet! Wir wandern jetzt an der so genannten Bürg vorbei, einer gut erhaltenen keltischen Befestigungsanlage mit konzentrischen Gräben und Wällen, der sich auch die Römer und später die Bayern bedienten. Auf schattigen Waldwegen gelangen wir nach etwa fünf Stunden zum Kloster Schäftlarn. Hier treffen wir auf die am Wochenende oft stark befahrene Autostraße, der wir abwärts bis zum Wirtshaus Brückenfischer folgen, wobei wir die Isar erneut überqueren. Hinter dem Haus befindet sich der Isarwerkkanal, der von hohen Dämmen gesäumt wird. Man folgt dem westseitigen Dammpfad, an dessen Ende der mit Wasservögeln belebte Stausee zum Baden einlädt.
Das überdachte Ickinger Wehr ermöglicht den Flussübergang zur Westseite und damit den Weiterweg zur Loisachmündung. Der Eingang zur Wehrbrücke ist eine unauffällige Stahltür, auf der wir beim Näherkommen das München-Venedig-Wegzeichen sehen. Den grandiosen Tagesabschluss bildet der berühmte Ausblick vom Riemerschmidpark auf die Wildflusslandschaft. Gelbe Markierungen leiten uns das letzte Stück Weg über Weidach hinunter zum Ziel Wolfratshausen.
Variante am Isarwehr: Alternativ geht man an der Ostseite des Kanals auf dem gelb markierten Uferweg entlang der Isar durch die Pupplinger Au bis vor die Isarbrücke. Östlich befinden sich die Gasthöfe Aujäger und Pupplinger mit Übernachtungsmöglichkeit. Auch das gerade Teersträßchen führt uns dorthin. Die 700 Hektar große Pupplinger Au ist ein Naturschutzgebiet mit seltenen Pflanzen und Vögeln, das leider durch den starken Erholungsverkehr gefährdet ist. Daher sollte man das hier geltende Wegegebot unbedingt beachten.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour32 km
Höhenunterschied60 m
Dauer8.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktMünchen, Marienplatz.
EndpunktWolfratshausen.
TourencharakterVom Marienplatz, dem geschäftigen Zentrum Münchens, führt uns die erste Etappe vorbei am Deutschen Museum in die Isarauen. Auf bekannten und beliebten Wanderwegen geht es nun Richtung Süden. Durch die weitläufige Pupplinger Au am Zusammenfluss von Loisach und Isar erreichen wir unser Tagesziel Wolfratshausen.
Beste Jahreszeit
MarkierungenTeilweise markiert mit gelben Rauten oder gelben Dreiecken, Orientierung unproblematisch.
VerkehrsanbindungU- und S-Bahnlinien am Marienplatz, Rückfahrt von Wolfratshausen mit der S-Bahn S7.
GastronomieZahlreiche Einkehrmöglichkeiten am Weg.
Unterkunft
Gasthof Humplbräu, Obermarkt 2, Tel. 08171/71 15; Hotel Märchenwald garni, Kräuterstraße 39, Tel. 08171/2 90 96.
Tourismusbüro
Im Rathaus am Marienplatz befindet sich das Infocenter des Fremdenverkehrsamts München, Tel. 089/2 33-03 00.

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