Von Levico Terme nach Lusern

Steiler Anstieg auf die Hochebene von Lavarone, dann gemütlich und flach weiter. Wasser gibt es in den Malgas und am Ausstieg der Val-Scura-Schlucht. Kinder und Genießer: Kurze und interessante Etappe. Vor allem die Variante Val Scura ist sehr spannend, Trittsicherheit, Schwindelfreiheit und Selbstsicherung vorausgesetzt. Etappen-Ende im Albergo Monterovere möglich (Autor: Robert Mayer)
15 km
970 m
5.00 h
In der Stadtmitte von Levico, an der Piazza Venezia, folgt man der Via Battisti nach Süden. Fast am Ortsausgang angekommen, wechselt man nach links auf die Parallelstraße nach Monterovere und überquert die Bahnlinie mit dem links liegenden Bahnhof. Die einfache Variante des E5 führt nach der Brücke über die Brenta bei der nächsten Straßenabzweigung nach 1,5 Kilometern in Richtung Quaere und S. Giuliana (499 m; 50 Min.). Dort bei einer Kreuzung mit Brunnen rechts hinauf zum Ortsende, auf dem Wanderweg mit der Nr. 201 rechts ab und dann steil durchs Valle Pisciavacca zur Hochebene von Vezzena empor. Mehrmals überquert man dabei den Bach, und auf 1080 Metern liegt eine hübsche Mariengrotte. Das Valsugana mit seinen zwei Seen ist schön von hier zu sehen. Oben auf der Hochebene von Vezzena liegt die Baita del Cangi (1370 m; 3 Std.).
Variante.
Wer heute noch nach Carbonare will, geht hier rechts auf der Forststraße, dem Weg Nr. 201, zum Albergo Monterovere (1255 m; 3.30 Std.), wo der Bus kurz nach 12 Uhr mittag anhält.
Vom Baita del Cangi links auf eine Forststraße und bis zu einem Abzweig, an dem man sich rechts hält. Der Forststraße weiter folgen, bis der E5 in einer Kurve auf einen Waldpfad wegführt. Nach einem Bach wird die Hauptstraße nach Carbonare erreicht. Diese überqueren und zu einer Forststraße, die den Berg hochführt. (Geht man stattdessen rechts auf der Teerstraße weiter, erreicht man nach ca. 700 Metern die bewirtschaftete Malga Rivetta.) Der Forststraße folgend passiert man einen Schlepplift, macht einen Schwenk nach Süden und hält sich beim nächsten Abzweig mit der E5-Markierung rechts (höchster Punkt 1456 m; 4 Std.). Beim folgenden Abzweig an einem Sessellift links in Richtung Wald abbiegen und bei einem Picknickplatz (1398 m; 4.15 Std.) wieder links halten (rot-weiße Markierungen) und zur Teerstraße. (Hier führt der Weg Nr. 46 zur Malga Laghetto und zum Avez del Prinzipe, der mit 50 Metern höchsten sowie 200-jährigen Weißtanne Europas.) Auf der Teerstraße kurz weiter, dann links zur deutlich sichtbaren Malga Millegrobbe (1400 m; 4.45 Std.) abbiegen.
Nach der Malga im Bogen auf einer Kiesstraße nach Süden. Nach 1,5 Kilometern führt rechts der E5 als schmaler, mit rot-weiß bemalten Steinen gekennzeichneter Pfad in eine Wiese. Der Weg endet direkt oberhalb von Lusern (5.15 Std., 13,9 km). Rechts zum Dorf hinunter und – falls man eine Unterkunft braucht – links auf der Straße hinauf zur Agritur Galeno. Will man zur Tourist-Info, biegt man unten an der Straße rechts, Richtung Dorfmitte, ab, wo man auch das Dokumentationszentrum, das antike Haus von Prukk, einen Laden und, weiter geradeaus, den Lusernarhof im Ortsteil Tetsch findet.
Wer zum Rifugio Malga Campo (1452 m; 1 km von Lusern) will, bleibt oberhalb von Lusern bei den »Hüttn« genannten Häusern und folgt links Richtung Osten dem zimbrischen »Wanderweg der Fantasie«. Etwas oberhalb der Malga Campo liegt die Befestigungsanlage Ex-Fort Campo Lusern (1549 m; 1 km von der Malga), die im Ersten Weltkrieg eine wichtige strategische Funktion hatte: Zusammen mit dem westlichen Ex-Fort Belvedere und dem Ex-Fort Cherle bei Carbonare bildete sie die vorderste Kampflinie der Österreicher gegen die anstürmenden Italiener.
Variante durchs wildromantische Val Scura.
Ca. 1 Stunde länger; Klettersteig, Trittsicherheit und Schwindelfreiheit Voraussetzung; nur bei trockenem Wetter gehen. Nach der Brücke über die Brenta geradeaus gehen und zum Albergo Vedova/Hotel Paoli in Lochere (500 m; 45 Min., 2,8 km). Weiter geradeaus bis zur ersten Rechtskehre der Kaiserjägerstraße; hier steht das Schild »Sentiero atrezzato Monterovere, Val Scura Nr. 233« diesem folgen. In der Nähe des Bachs führt der eher einfache Klettersteig mitten hinein in die enge, felsige Schlucht. Im oberen Drittel gibt es wunderbare Aussichtspunkte und einige ausgewaschene, schöne Gumpen, ideal für ein Bad. Auch eine Quelle liegt am Weg. Nach dem Ausstieg auf die Hochebene (1240 m; 3.45 Std.) trifft man auf einen Wanderweg, der rechts zu einem Picknickplatz und zum Albergo Monterovere (4 Std., 6,3 km) an der Hauptstraße führt. Bus von hier nach Carbonare um kurz nach 12 Uhr mittag; Autostopp schwierig, da wenig Verkehr. Man könnte von hier auch auf dem »TF« (Trekking der Alpenfestungen) bis Carbonare (7 km, Markierung Friedenstaube und Logo TF) weiterwandern. Vom Albergo Monterovere geht man auf der linken Straße zur Malga Rivetta, wo man kurz darauf wieder den E5 (4.30 Std., 8,5 km) erreicht. Die rechte Straße führt zwar schnell, aber auf Asphalt, direkt nach Lusern (5 Std., 11,3 km).

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour15 km
Höhenunterschied970 m
Dauer5.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktLevico Terme (507 m)
EndpunktLusern (1319 m)
TourencharakterFast am Ende der Welt liegt Lusern am Rand der Hochfläche von Lavarone, dort, wo der tiefe Einschnitt des Asticotals die Grenze vom Trentino und Veneto bildet. Weites, einsames Land, das die Vorstellungskraft und Fantasie beflügelt. In alten Zeiten vermutete die Bevölkerung daher einen fantastischen Ort im steilen Fels des Val d’Astico: Die Höhle einer starken Frau mit großen Zähnen, der alten Ursula. Sie bewahre in riesigen Kübeln die ungeborenen Kinder auf, die sie, je nach ihrem Wert, an interessierte Väter verkaufe; Mädchen seien dabei günstiger als Jungs und die hübschen teurer als die hässlichen. Außerdem könne die alte Ursula Gewitter machen, und wenn sie die riesigen Kübel ausschütte, donnere es gewaltig aus dem engen Tal empor. So erzählt man sich es hier.
Lusern gehört zu den Gemeinden, die als zimbrische Sprachinseln angesehen werden. Ihre Sprache ist das älteste Deutsch, das heute noch gesprochen wird, und ein Relikt der Zimberneinfälle im 1. Jahrtausend nach Christi. Die Wissenschaft vermutet, dass die Luserner ursprünglich wohl in Bayern und Böhmen ihre Wurzeln hatten und in Notzeiten auswanderten. Ein wenig erinnert Lusern an eine unbeugsame Insel in den Bergen, die, wie weiland Asterix und Obelix, gegen die römischen Invasoren ankämpfte. Die zimbrische Sprache ist akut bedroht, denn es gibt nur noch etwa tausend Zimbrisch sprechende Menschen. Mit ihnen kann man sich abends bei einem Glas Wein für 70 Cent in der Dorfkneipe über ihre Kultur, ihre Küche und Gott und die Welt unterhalten.
Beste Jahreszeit
KartentippKompass 1:50000, Nr. 121, E5 Süd. »4Land« 1:25000, Nr. 119, Folgaria/Lavarone/Lusern (www.4land.it, am besten in Levico kaufen)
MarkierungenKnapp markiert mit roten Punkten und E5-Zeichen, daher etwas Konzentration erforderlich
VerkehrsanbindungLusern, Lavarone und Carbonare sind mit Linienbussen über Trient zu erreichen (FTV, 2–3-mal täglich, Infos bei Trentino Trasporti s.p.a., Tel. +39/0464/821000, www.ttspa.it).
GastronomieBaita Cangi; Malga Millegrobbe; Einkaufen in Lusern am Dorfplatz
Unterkunft
Vor dem Val Scura: Hotel Vedova, Lochere 6, Tel. +39/0461/700017, Fax 709042, paolihotel@infotrentino.net; Albergo Monterovere, Tel. +39/0464/783310; In Lusern: Agritour Galeno, Via Cima Nora 34, Tel. +39/0464/789723, www.agriturgaleno.it (HP 45 Euro). Rif. Alpino Malga Campo, 1 km außerhalb, Tel. +39/019206/70229 od. +39/339/3291226, rifugiomalgacampo@gmail.com (gutes Essen; geöffnet 15.6.–20.10., Ü/F 32 Euro, HP 42 Euro). Albergo Lusernarhof, Tetsch 43, Tel. +39/0464/788010, www.lusernarhof.it, info@lusernarhof.it (gute zimbrische Küche; DZ Ü/F 30 Euro, HP 45 Euro, Familienangebote). Biwakplätze oberhalb von Lusern
Tourismusbüro
Folgaria, Lavarone und Lusern, Via Roma 67, Folgaria, Tel. +39/0464/724100, Fax 72 02 50, www.montagnaconamore.it. Dokumentationszentrum Lusern, Via Trento 6, I-38040 Lusern, Tel. +39/0464/78 96 38, Fax 78 82 14, info@lusern.it, www.lusern.it, tourismo@lusern.it

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